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Der Israelit · 1867-05-01 · Heft 18 (1.5.1867) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 18 (1.5.1867)
Date
1867-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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286 Natur aus dazu angethan. allen aufrichtigen Freunden des Judenthums Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Genehmigen Sie, Herr Rabbiner, unter dem wiederholten Ausdruck unserer Dankbarkeit, die Versicherung unserer großen und sympathischen Hochachtung. Der Sekretär-Adjunkt Der Vice - Präsident L. Nordmann. Ad. Crsmieux. Literarischer Bericht. Frankfurt a. M., im April. Im Er uw. Gedichte von B. Placzek. Wien 1867. 214 S. kl. 8v. Es macht uns große Freude über die schöne Gedichtsammlung, die Herr Placzek uns bietet, zu berichten. Scenen aus dem jüdischen Leben werden uns in meisterhafter Form vorgeführt, belebt und durchglüht von echt jüdischem Sinne und Geist. Als Einleitung dient ein kleines Gedicht, das den Titel des Buches erklärt. Liebe und Haß haben um Israel Schranken gezogen. „Bald lust'ge Fäden, dünn und zart, Gespannt von frommer Sitte, Bald Felsenwälle, schroff und steil, Die ihm entgegenthürmten, Die Scheelsucht und das Vorurtheil, Dem Mißgeschickumstürmten." So ist der Jude zwischen die beiden Schranken gestellt, von denen jedoch die, welche der Groll gezogen, fallen muß, wo die Freiheit eingezogen, während der fromme Sinn die andere erstarken läßt. Der Eruw- Draht, der das jüdische Gebiet absteckt, ist das Band, das Alle umschlingt und das Streben nach einem Ziele entzündet. So will uns also der Verfasser in das Ghetto einführen und uns von diesem erzählen; daß es ihm geglückt, die richtige Form für seine Darstellung zu finden, wird Jeder eingestehen, der diesem Buche nur einige Aufmerksamkeit schenken wird. Wir können daffelbe nur auf's Beste empfehlen; wer es einmal zur Hand genommen, wird es nicht sobald wieder fortlegm. * * -i- Polnische Juden. Geschichten und Bilder von Leo Herzberg-Fränkel. Wien 1867. 359 S. 80. Die Verlagsbuchhandlung von Arnold Hilberg in Wien beabsichtigt die Herausgabe einer ethnographischen Collection, um in „Internationalen Novellen das gefammte zeitgenössische Volksleben der Erde" zu schildern, und hat nun als ersten Band einer solchen Sammlung vorliegendes, 12 Novellen enthaltende Buch er- , scheinen lassen. Es ist dem Verfaffer eine genaue Kenntniß der Verhältnisse der Juden in Polen und Galizien eigen und tragen daher die gezeichneten Bilder den Stempel des Urwüchsigen und Natürlichen. Wir gewinnen einen tiefen Einblick in dfe traurige Lage unserer armen Brüder in Polen, wir durchschauen das ganze Elend, das die Militärmaßregeln -es verstorbenen Nikolaus über dieselben gebracht; wir begreifen, wie eine unsinnige Zollsperre die von jedem Gewerbe zurückgewiesenen Juden zu dem Schmuggelhandel trieb, der die „Schwärzer" im glücklichsten Falle zu Landesflüchtigen machte, gewöhnlich aber in die unwirksame kalte Einöde Sibiriens, wenn nicht in den augenblicklichen Tod führte. Höchst ansprechend und von leider allzugroßer Wahrheit der Charactere ist eine Geschichte aus der jüngsten polnischen Revolution, „Täuschungen," in welcher ein jüdischer Jüngling, Karl Holdheim, als thätiges Mitglied der Nationalregierung wirkt in dem Wahne, daß das Aufgeben des jüdischen Glaubens Mittel werden könne zur Verbrüderung der Nationalen mit den Juden, während er selbst das bewußtlose Werkzeug der polnischen Großen ist, und man sich in der Creme der polnischen Gesellschaft freut, daß man auf anständige Weise den Juden losgeworden, als dieser in seinen nationalen Bestrebungen untergeht. Doch eines thut dem ganzen Buche Eintrag: wenn auch der Kampf gegen den lächerlichen Mysticismus des Chassidimunwesens unsere volle Anerkennung findet, so sind doch die Ausfälle gegen Talmud und Talmudstudium höchst ungehörig. Fast keine Geschichte ist frei von der Bezeichnung des Tal-nud als „Katakomben, in denen die Mumien der alten Welt emgesargt" liegen. Es sind solche Ausdrücke schwarze Flecken in dem sonst so schönen und anziehenden Buche. Herr Fränkel ist durchglüht von Liebe zu den Juden, es fehlt ihm aber die Liebe zum Judenthum. * * * Auch jenseits des Oceans gibt sich das Bedürfniß kund, jüdische Schulen, in welchen auch der Talmud- Unterricht seine Stätte finde, zu gründen. „Jüdisches Schulwesen in Amerika" betitelt sich ein im Druck erschienener, von B. Felsenthal am 13. December 1865 zu Chicago gehaltener Vortrag, dem wir einige Betrachtungen widmen wollen. Herr Felsenthal geht von dem richtigen Grundgedanken aus, daß die stets weiter um sich greifende Jrreligiösität in Amerika nur in der Unwissenheit und Unkenntniß der jüdischen Literatur ihren Grund habe und empfiehlt daher als Heilmittel die Gründung jüdischer Schulen. Derselbe legt nun für die hebr. Fächer in einer solchen Schule folgenden Plan vor: „1. Klasse. Hebr.-Lesen. Uebersetzen einer Auswahl von Kapiteln aus dem Pentateuch. Hebr. Pronomen, Präpos. und Nomen mit Suffixen." „2. Klaffe. Fortsetzung der Uebersetzungen aus

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