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Der Israelit · 1867-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1867) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1867)
Date
1867-04-17
Page
– (sequence 22)
Language
German
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276 hervorgerufen habe und daß Alles bis zu Thränen gerührt war durch den ergreifenden und melodischen Ton dieses Instrumentes, das von den geschickten Händen des H. Maier in Worms verfertigt wurde. Ein 78jähriger Greis kam nach dem Schlüsse des Gottesdienstes zu ihm und dankte ihm mit Thränen in den Augen, indem er dabei sagte: „Gesegnet sei der Mann, der den Scholar sendete". Diese Rückkehr zur heiligen Religion unserer Väter steht in Amerika nicht mehr vereinzelt da, wie uns diese Blätter schon öfters berichtet haben. Es ist das ein Zeichen unserer Zeit, das uns mit der höchsten Freude erfüllen muß, um so mehr, da diese Besserung aus freien Stücken geschieht und in einem Lande, wo bis vor kurzer Zeit unsere heilige Religion vollständig bei Seite gelegt war, in einem Lande, wo des Menschen Werth nur nach seinen weniger oder mehr gefüllten Geldsäcken bemessen wird. Und diese Geldmenschen sehen doch endlich ein, daß man eben doch das Geld nicht mit in's Grab nehmen kann, daß man sich mit etwas Befferm für die letzte große Reise versehen müsse. Hoffen wir, daß auch bei uns, die wir doch im Zeitalter der „Vernunft" leben, bald vernünftige Gedanken Platz greifen DronenDD -»« nvn, und daß auch bei uns das Licht der Gotteslehre und der Gotteserkenntniß wieder einkehre. Unfern Brüdern im fernen Westen rufen wir aber zu ba-w'1 Heil Dir, Du Gemeinde Israel, omato mna ->»«, die Du Dir Abraham gewählt, pow pin, sei stark und standhaft, i'pb-r /-i ’D paa, denn mit Dir wird der Ewige, Dein Gott, sein auf allen Deinen Wegen! Hirsch Sänger. Mergentheim. Der hiesige Rabbiner, Herr Dr. Sänger, ist von der Tempelgemeinde in Hamburg einstimmig zum Prediger daselbst erwählt worden. Sein Vorgänger, vr. Frankfurter, war bekanntlich ebenfalls ein Württemberger. Unser Land scheint eine Pflanzstätte für Prediger der extremen Reform zu sein. Ulm. Die hiesige Gemeinde hat endlich ein großes Haus zum Bau einer Synagoge um 36,500 st. angekauft. Wann und wie der Bau, wozu vorerst nur Baupläne entworfen werden sollen, ausgeführt werden wird, ist noch ebenso unentschieden, als die bedeutendere Frage, ob wir einen Reformgottesdienst bekommen werden. Die Einführung vollends einer Orgel, gegen die sich bekanntlich auch Meyerbeer so meisterhaft von seinem Standpunkte aus ausgesprochen hat, würde nicht nur religiösen Zwiespalt erzeugen, sondern auch die Contribuenten durch ihre Consequenzen mit Steuern so überladen, daß ein zahlreicher Wegzug aus dieser in den jüngsten Jahren ohnehin nicht mehr sehr stark angewachsenen Gemeinde aus Doppelgründen zu befürchten sein dürfte, Pso»1’ Py di1?»! Kreuznach. Se. Maj. der König haben Allergnädigst geruht, dem Wachtmeister a. D., Kaufmann Baruch Seligmann in Kreuznach, das allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen. England. London 1. April. Die „Pall-Mall-Gazette" widmet den Juden von Mecklenburg einen Artikel, welcher, gestützt auf eine dem norddeutschen Parlamente vo ^gelegte bezügliche Petition, den mittelalterlichen Druck, unter dem die Mecklenburger Juden heute noch leiden, mit gesättigten Farben schildert, um schließlich die Ueberzeugung auszusprechen, daß diese Uebelstände mit noch manchen anderen feudalen Ueberesten nicht länger vor dem deutschen Parlament werden bestehen können. Australien. Sydney. Die britische Regierung überwies jeder Confession ein Stück Land zum Begräbnißplatz. Die jüdische Gemeinde hat am 1 Januar den ihrigen im Beisein einer großen Anzahl Glaubensgenossen sowie vieler Mitglieder des christl. Bekenntnisses eingeweiht. Diese Feierlichkeit wurde von den Herren S. Philipps, welcher die üblichen Gebete verrichtet und A B. Davis, der mehrere Psalmen recitirte, ausgeführt. Nachdem die D’jna ein Grab geöffnet, hielt Herr A. B. Davis eine ausgezeichnet ergreifende Rede. Der Begräbnißplatz wurde „Ilaslonis Creek“ und auf Hebräisch nu„ genannt. (Jew. Ehr.) Feuilleton. Der ewige Jude. Oede und leer Starret die Erde Dumpf und schwer Wogen die Wolken, Donnern die Wetter, Flammend und tödtend Zucken die Blitze, Der Völker viele Erfüllen die Erde. Sie schaffen und streben, <Lie wirken und weben Weit und breit, Erstehen, vergehen Im ewigkreisenden Wechsel der Zeit. Inmitten der Völker Lebet ein Volk, Klein und schwach, Verachtet, verhöhnt, Zertreten, zerstückt. Gepeitscht durch die Zeiten, Gejagt durch die Länder, Ohne Rast, ohne Ruh',

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