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Der Israelit · 1867-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1867) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1867)
Date
1867-04-17
Page
– (sequence 21)
Language
German
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275 ren. —- Dem Geburtsorte nach waren: ans Jerusalem 19, aus Nablus 1, aus der Türkei 2, aus Oesterreich 1, aus Marokko 2, aus Georgien 1. Die jährlichen Ausgaben sind — seit Gründung der Schule — aus 1500 Francs festgesetzt worden. — Nun melden sich übrigens jährlich immer mehr und mehr Kinder zur Aufnahme in die HanbrverWchule; ein Beweis, daß auch unter den Israeliten Jerusalems sich der Trieb zur Erlernung selbst der schwersten Handwerke täglich mehr und mehr kundgibt; auch hat die Schule bereits mehrere Goldarbeiter, Tischler, Buchbinder, Schneider und Schuhmacher, als renommirte Meister in Jerusalem aufzuweisen. — Schade, daß die — übrigens ohnehin großmüthig gespendete — jährliche Subvention dreijährlich nicht mehr als 25 Jünglinge zu nützlichen Bürgern heranzubilden ermöglicht. — Die Mädchenschule. Die Mädchenschule wurde im Jahre 1865 auch durch die Güte des Herrn Dr. Albert Cohn gegründet, und wird vom hochherzigen Gründer mit allen nur möglichen Kräften unterstützt und gefördert; er scheut keine Opfer, wendet alle nur möglichen Hebel an, um die Mädchen zu tugendhaften und arbeitsamen Hausfrauen heranzubilden. — Die Kinder werden in Religion, Beten, Uebersetzung der Gebete und in den verschiedensten Handarbeiten unterrichtet. — Die Schule besteht aus 3 Classen. — Die erste enthält 11 Mädchen, die zweite 7, die dritte 14 Mädchen, zusammen 32 Mädchen. Jedoch ist hier die Anzahl der aufzunehmenden Kinder nicht beschränkt. — Dem Alter nach sind: 6 Mädchen von 5 Jahren, 6 von 6 Jahren, 6 von 7 Jahren, 4 von 8 Jahren, I Mädchen 9 Jahre alt, 4 von 10 Jahren, 2 von II Jahren, 3 von 12 Jahren. — Dem Geburtsorte nach find: 10 aus Jerusalem, 10 aus der Türkei. 1 aus England, 9 aus Marokko, 2 aus Persien. — Mit Vergnügen kann ich constatiren, daß gegenwärtig die Israeliten Jerusalems sich immer mehr und mehr bestreben auch ihre Mädchen des Unterrichtes theilhastig werden zu lassen, so daß die Anzahl der Schülerinnen tagtäglich im Steigen begriffen ist. — Endlich habe ich noch 2 wohlthätige Anstalten anzuführen : Die eine durch Munificenz Ihrer Excel. Baronesse Betty Rothschild gestiftet, besteht darin, daß monatlich an 10 armen Wöchnerinnen, die für Mutter und Kind nothwendige Wöchnerinnenwäsche sammt 10 Francs vertheilt werden. — Die zweite humane Stiftung ist von Herrn Dr. Albert Cohn gegründet und besteht in Vertheilung von wöchentlich 300Broden an arme nothdürftige Leute. — Von Seiten der edlen Familie Rothschild wurde Sr. Excell. Herrn Baron Alphons in Paris das Prolectorat des Hospitals übertragen. — Außerdem aber erfreut sich das Hospital sammt den damit verbundenen Anstalten des Schutzes des k. k. österreichischen ConsnlateS. — Aus dem Berichte all' der genannten humanen Anstalten ist nun ersichtlich, welch unvergeßliche Wohlthat die hochherzigen Gründer dem armen Lande und seinen noch ärmeren Inwohnern erwiesen haben. Wie viele Kranke ihrer Familie geheilt zurückgegeben; wir viele Knaben zu nützlichen Handwerkern, wie viele Mädchen zu tugendhaften und arbeitsamen Hausfrauen herangebildet, wie viele arme nothdürftige Wöchnerinnen mit Geld und Wäsche beschenkt, wie viele Darbende dem Hungertode entrissen werden. Möge nun der Allmächtige die hochherzigen Gründer noch lange erhallen und den humanen Anstalten auch fernerhin seinen Segen verleihen. Jerusalem, 1. März. Dr. London, Director und Chefarzt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Buttenwiesen (Schwaben). Folgende Notiz wird den Lesern des „Israelit" wohl nicht unwillkommen sein. Ein Ntffe meines verehrten Vaters, der schon mehr als 25 Jahre in Savannah im Staate Georgia lebt, mit Namen Abraham Einstein, zeigt uns in einem gestern angekommenen Briefe an, daß er im Januar d. I. zum Präsidenten der dortigen Gemeinde „tww mpo" einstimmig gewählt wurde. Er habe jedoch diese Ehrenstelle nur unter der Bedingung angenommen, daß alle Mitglieder der Gemeinde ihre Geschäfte an den Sabbat- und Festtagen schließen. Mit der größten Bereitwilligkeit gingen sie sämmtlich diese Bedingung ein, und als nach drei Tagen eine Gemeindeversammlung abgehalten wurde, traten noch 34 neue Mitglieder bei, so daß die Anzahl derselben eine beträchtliche ist. Um bei ihrem frommen Beginnen eine sichere Grundlage und segensreiche Zukunft zu erzielen, nahmen sie schon nach wenigen Monaten einen frommen Rabbinen auf, „der nicht," wie sich mein Vetter ausdrückt, „von den Neuen ist". Dieser Rabbiner, dessen Name nicht angegeben ist, war bis jetzt in Westindien und lernte früher bei Herr« Dr. Adler in London, von dem er auch sowie von R. Jsak Leeser aus Philadelphia und von mehrern ander» frommen Männern empfohlen wurde. Einen frommen onnr und tüchtigen Lehrer habe» sie schon lange in der Person des Herrn Hirschberg. Zugleich theilt Herr Einstein uns mit, daß er n"i mit dem neuen den er sich durch meinen verehrte« Vater schicken ließ, eine wahre Begeisterung

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