Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1867)
- Date
- 1867-04-17
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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277 Durch Scheiterhaufen Gluth, Durch Sturm der Meeresfluth, Mit stets erneu'ter Wuth — Und doch-es lebt! Der Völker fanatische Lust, Der Völker gefühllose Brust Stieß es fort, in das Elend hinein, In der Ghettis dumpfe Luft, In der Kerker Moderduft Pferchte man es ein.- In den Hütten herrschte Noth, In den Schlössern herrschte Tod, In den Städten drang die Pein Längst in jedes Herz hinein, Ueberall das Unglück grinst — — Doch die Ghettis, doch die Kerker!? Drinn das Glück, der Friede wohnt, Hoffnung süß im Herzen thront, Gottvertrauen All' erhält, Trotzend einer ganzen Welt! Wolken woget, Donner rollet, Blitze zucket Tödtend nieder! Diese doch könnt nimmer Ihr vernichten, Weil sie für die Ewigkeit geschaffen! Alle sind dahin gesunken In die Grabesnacht des Todes. Inder, Perser, Babylonier, Griechen, Römer und Egypter — O, wer nennt die Völker alle, Die einst waren und erblühten, Doch weil sie den Keim des Todes In sich trugen, wieder welkten — Doch dies Volk?! Durch alle Zonen, Durch den Erdball hingestreuet. Wo das Eis am Nordpol starret, Auf der Wüste glüh'nder Steppe, An des Rheinstroms schönen Fluren, An des Meeres weiten Usern — Ueberall, zu allen Zeiten Lebt es fort trotz aller Leiden, Durch die Leiden nur gckräktigt Und gestählt zu neuem Wirken. Für die Ewigkeit geschaffen, Ewig durch die Welt zu tragen Eines Einz'gen Gottes Namen, Lebt es, wenn ihm seit Jahrtausend' Tausendfacher Tod auch drohet, Stehet fest, wo alles sinket — Lebet, lebt — der ewige Jude! Oede und leer Wars auf der Erde. Frührothe's Glanz Scheuchet die Wolken, Fast ist verhallt Rollen des Donners, Schwach nur und scheu Zucken die Blitze. Frankfurt. M- Schwalb. AKZfi achdem unser bisheriger Lehrer und Cantor, Herr I. Falkenstein aus Liegburg, seine Stelle plötzlich mit der Erklärung, daß er wegen Schwäche nicht mehr im Stande sei, feine Pflichten zu erfüllen, verlassen hat, soll die hiesige Lehrer- und Cantor-Stelle mit einem Fixum von 275 Thalern sofort wieder besetzt werden. An Nebeneinkünsten durch Privat-Unterricht können mindestens 100 Thaler in sichere Aussicht gestellt werden. Unverheirathete Reflectanten wollen sich unter Franko-Einsendung ihrer Zeugnisse schnellmöglichst an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Geldern, am Niederrhein. G. Gompertz, Vorsteher der Synagogen-Gemeinde Geldern. Lehr- und Grziehungs - Anstalt für israel. Knaben zu Heidelberg. Zum Sommersemester, beginnend am 29. April, können wieder einige Knaben zur Vorbereitung für den Kaufmannsstand wie auch für die höhern Klaffen des Lyceums, ausgenommen werden. Näheres beim Vorsteher Dr. I. Reckendorf. IOEN. ie hiesige Gemeinde sucht zum 1. Juni c oder etwas später einen Religions- und Elementar- Lehrer, welcher auch theilweise den Cantordienft zu versehen hat. Derselbe müßte über seinen religiösen Lebenswandel und Befähigungen Nachweis liefern und würde Aussicht aus deftnitioe Anstellung haben. Man würde Denjenigen bevorzugen, welcher in den hebräischen Wissenschaften erfahren. Gehalt bei freier Wohnung und Beheizung Rthlr. 300. Anmeldungen erbittet der Vorst« her Herzog Marcks. Moers (Reg.-Be;. Düsseldorf), im April 1867. Lehr- L Lrziehungs-Mnstatt in HeLdingsfeld bei Würzburg. Beginn des Sommersemesters 7. Mai d. I. Näheres bei I. Freudenberger. Im Mustk-Institut zur Ausbildung von Cantoren beginnt ein neuer Kursus am 1. Mai d I. Königsberg in Pr. H. Weinlraub, Cantor.