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Der Israelit · 1867-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1867)
Date
1867-04-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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269 der allgemein geehrte Herr Simon Kern. Die Trauerrede hielt der gelehrte Herr Oberrabbiner Mayer Perlß aus Nagy Küroly. In Hrn. Kern haben die Armen der ganzen Gegend eine große Stütze verloren. — Zum Schlüsse will ich Sie noch auf eine wichtige Angelegenheit aufmerksam machen. In vielen Gemeinden dieser Gegend enthält man sich, das nvs-Mehl aus einer Dampfmühle für koscher zu gebrauchen, und das Mehl aus einer Dampfmühle wurde auch an vielen Orten schon geafsert. Es wäre nun an der Zeit, daß einer der gelehrten Leser dieser Blätter, am besten jedoch, wenn der Herr Redakteur seine Meinung über das genannte Mehl in diesem lehrreichen Blatte kund gebe. Hin» (Bemerkung der Red.: Das Mehl solcher Dampfmühlen, in denen das Korn vermittelst eiserner Walzen zermalmt wird, ist gewiß riDD bw D"»v ~hdk, da das Eisen schwitzt und sodann t.dd d»d Dy nms »d; allein, wenn wie in den Dampfmühlen neuerer Construction die Mühlsteine in alter Weise beibehalten sind, so ist wohl gegen das so gemahlene Mehl nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß die Einrichtung derart ist, daß D'm mp»j vollständig statthaben kann, was zu beurtheilen natürlich der Inspektion des betreffenden Rabbinen Vorbehalten bleiben muß. Uns sind aus eigener Anschauung Dampfmühlen bekannt, in denen das Mehl niQ^ -itconu bereitet wird.) SraHnitz, 29. Mäz. Da Ihr geschätztes Blatt bei uns in Oesterreich eine derartige Verbreitung gefunden, daß die Zahl seiner Leser nicht mehr nach Individuen, sondern nach Korporationen gezählt werden muß, so würden Sie der Sache des Judenthums einen großen Dienst erweisen, wenn folgende Zeilen eine Aufnahme in Ihrem gesch. Bl. finden würden. Da in Oesterreich eine neue Heeresergänzung eingeführt, auch mit der größten Energie durchgeführt wird, so ist es gewiß an der Zeit, die durch dieselbe sich gestaltenden Zustände ins Auge zu fasten. — In Un g ar n wurden 36 Rabbinate autorisirt, Vorbereitungsschulen für die Rabbinatsschule zu Preßburg zu eröffnen, theils schon bestehende weiter fortzuführen. Diese nun feststehende Thatsache konnte auch mit Recht, nach den neu eingetretenen Verhältnisten. erwartet werden. Den Rabbinen Ungarns kann man daher einerseits den Vorwurf der Trägheit nicht machen, andererseits wieder muß man der Gerechtigkeitsliebe und dem Bestreben der österr. Regierung allen ihren Bürgern mit gleicher Liebe entgegenzukommen, die vollste Anerkennung zollen. Für die transleithanischen Juden wurde also gesorgt, in ihren Herzen kann der Gedanke nicht aufkeimen: unsere Kinder, unsere Gemeinden werden einst sein „wie eine Heerde ohne Hirten". Was geschah oder wird geschehen, fragen wir nun und mit uns viele tausend Gesinnungsgenossen, in dieser Beziehung für die cisleithanische Hälfte? Ist die Zahl unserer GlaubenSgenoffen hüben vielleicht minderzahlreich als drüben? Und wenn auch, soll denn das oyon Das »d, soll oder darf die Majorität in heiligen Dingen den Ausschlag geben? Wohl ist in Oesterreich der Dualismus eingeführt, wohl hören wir von ungarischen — Rechten sprechen, aber nie wird und kann es einer liberalen Regierung, wie die österreichische es ist , in den Sinn kommen, diesen Grundsatz auch in Religionssachen durchzuführen. Wo liegt aber die Schuld dieser unverzeihlichen Verschleppung? Es hieße wohl Fakta ignoriren, wenn man nicht eingestehen würde, wie so ganz die Verhältniffe hier anders gestaltet sind als dort. Dieses ist aber durchaus keine Rechtfertigung, dieß kann höchstens nur ein desto größerer Sporn sein um das Edle und Gute zu kämpfen und zu ringen. Es kann mir durchaus nicht beifallen, die Wege anzu-- führen, die zu dem erwünschten Resultate führen würden, denn ri'2 nicht an Männern fehlt es uns, die meines Rathes benöthigten, die nicht mächtig genug wären, selbst das Schwerste und fast Unerreichbare zu vollbringen; eine bescheidene Bitte und ernste Mahnung soll es vielmehr sein an alle Jene, die durch den Rathschluß des Allmächtigen dazu ausersehen wurden, für das Wohl des Judenthums zu sorgen und zu wachen. Mögen diese Worte nicht ungehört verklingen, und der Segen vieler Tausende wird gewiß die erreichen, welche diese Sache zu einem gedeihlichen Abschluß bringen werden. K. Frankreich. Paris. Das Purimfest war für die Armen in Paris ein echter Freudetag. Herr Baron Gustav v. Rothschild, welcher von einer schweren Kcankheit genesen ist, speiste an diesem Tage, um Gott seinen Dank auszudrücken, von Morgens 10 Uhr bis Abends 8 Uhr — 1200 Arme. Außerdem schickte derselbe vielen Nothleidenden Speise ins Haus. Paris. Sonntag den 21. März d. I., also am Purim fand die Amlsinstallirung des Oderrabbiners Isidor in der Synagoge der Straße Nvtre Dam« de Nazareth statt. Eine große Menschenmenge wohnte diesem Acte bei; ebenso die verschiedenen jüdischen Institutionen zu Paris, mehrere Rabbinen des Landes, und die angesehensten Persönlichkeiten aus dem Cultusministerium u. s. w. Herr Oberrabbiner Isidor hielt eine längere Ansprache an die ansehnliche Versammlung über die Stelle Zacharjahu, III. 7 -m nu -iiDffn »mopD ns dki i^n »d~hd dk nisna 'n. Möge es ihm gelingen, seine schwierige Stelle zum Heile Israels und zum Ruhme Gottes zu verwalten.

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