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Der Israelit · 1867-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1867)
Date
1867-04-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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268 Angehörige in seinem Gebiete wohnen lasten will, ohne daß man ihm irgendwie dareinreden und über Bedrückungen klagen darf. Von einem Rechte auf mehr Vergünstigungen als ohnedies schon gemacht werden, kann nicht die Rede sein." Und der Mann, der solches schrieb, soll nach einem offenkundigen Geheimniß der strengen frommkirchlichen Richtung angehören, er soll Pastor und Lehrer zugleich sein, die Kanzel und das Katheder haben also einen würdigen Repräsentanten für die Aussaat der Liebe in die' Herzen der Menschen. Wenn man bedenkt, in wie traurigen Verhaltnisten die Juden Mecklenburgs leben, wie ihnen der gelbe Lappen mittelalterlicher Schmach noch immer am Leibe hängt, wie sie eingepfercht in die unduldsamste Ausschließung den kärgsten Zuschnitt gesetzlicher Bestimmungen zur Gründung einer Existenz kaum besitzen, dann zeichnet das eine Wörtchen „ohnedies" in der obigen Auslassung des L. W. genau genug den Verfasser. Was könnte man denn dem Juden noch nehmen? Wollen sie die Lust verzollen, die er athmet? beinahe thut man das auch schon, da der Jude als solcher sür das Geschäft, das ihn nähren, sowie das Haus, worin er wohnen soll, ein besonderes Privilegium theuer bezahlen muß. Der fromme kirchliche Sinn des Verfassers hätte sich doch einmal auf das Wort Moscheh's richten sollen, wo das Gebot: liebe den Fremdling, wie dich selbst ein Zeugniß dafür ablegt, daß man sich gerade nicht zur Religion der Liebe zu bekennen braucht, und dennoch von ganz andern Gesinnungen erfüllt sein kann, als sie der Pastor und Lehrer in einer Person bekundet hat. Uebrigens wird trotz all solcher Judenfeindlichkeit auch unsere Sache hier, n"'"N sich besser gestalten. bfrnty "tD'ity }ip” k^i du1 üb run Hamburg, 3. April. Der hiesige Schriftsteller vr. Hermann Schiff, der Verfasser von „Schief-Levinche," „Gevatter Tod" rc., ist in der vorletzten Nacht plötzlich gestorben. Gestern Morgen fand man ihn in seiner Wohnung todt im Bette. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, Ende März. Den werthen Lesern dieses geschätzten Blattes dürfte gewiß nicht unbekannt sein, daß Herr Professor Kaempf außer seinen Vorträgen über .Koheleth," dem Wunsche aller seiner Hörer Folge leistend auch Vorlesungen über Homiletik hält, die nicht minder lehrreich und interessant als jene, sehr zahlreichen Besuches seitens der Rabbinatscandidaten sich erfreuen. Erwähnenswerth und unvergeßlich bleibt der jüngste am 27. d. M. gehaltene Vortrag über Munk; wit beredten Worten schilderte der beliebte Redner unseres großen unvergeßlichen Tobten Thätigkeit, wie er nicht nur Mann der Wissenschaft, sondern auch Jude gewesen, wie er in seiner Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit seine eigene Größe und Bedeutung nur gering anschlug. Die Rede ließ einen bleibenden Eindruck zurück. ... l... h Prag, Ende März. Die Prüfungen an der öffentlichen h. O. concessionirten Knabenhauptschule des Herrn I. Frey fanden am 28. und 29. d. M. bei Anwesenheit zahlreicher Gäste statt. Wir müssen es gestehen, der Eindruck, den dieselben auf die Besucher machten, war bleibend, und wir vollziehen eine angenehme Pflicht, wenn wir über dieses Institut ausführlicher sprechen, zumal es während seines 15jährigen Bestehens, den echt jüdischen Charakter stets offenbarte; wir finden es für überflüssig über die Leistungen zu sprechen, deren Erfolge geradezu überraschend sind; wir wollen nur dem geschätzten Herrn Direktor, der in den weitesten Kreisen als gewissenhafter und wissenschaftlicher Pädagoge rühmlichst bekannt ist unfern wärmsten Dank abstatten, daß er stets bestrebt war, seinen Schülern eine spezifisch jüdische Erziehung zu Theil werden zu lassen. Schließlich noch Herrn Frei herzlichen Dank im Namen von 10 Kindern, die unentgeltlich an seiner Anstalt unterrichtet, verpflegt und gekleidet werden. Aus der Nyir. Die jüngst erschienenen Nummern dieser weitverbreiteten Zeitschrift brachten zwei Leitartikel, die auch in dieser magyarischen Gegend allseitig Anklang gefunden. Der ehrw. Herr Rabbiner Friedmann zu Nyiregyhä-z hielt am vergangenen Sabbat eine Rede, in der er auf die Heilighaltung des Sabbates hingewiesen und zugleich hat derselbe auch einen Auszug aus dem in Nr. 10 d. Bl. gebrachten Artikel: „Der Wochenmarkt am Sabbat" wiedergegeben. Die gutgesinnten Nyiregyhäzer, die auch von diesem Uebel betroffen sind und ihren Wochenmarkt am heil. Sabbat haben, wurden von den Worten ihres wahrhaft frommen Rabbiners begeistert und die Nyiregyhüzer Gemeinde will viele Mittel dem Fonde beisteuern. Gebe Gott, daß man auch in andern Kreisen den geziemenden Werth auf die Heilighaltung des Sabbates lege, und kein Opfer scheue dieses edle und heilige Vorhaben zur Vollführung zu bringen non? ^oi l'bys 'D by 1182 ronn didv ,natv — Dieser Tage erschien in Nagy-Kallo eine Broschüre aus der Feder des Hrn. Hermann Weiß. Der Herr Verfasser glaubt, daß die Rabbiner eine Sitzung abhalten mögen, um womöglich einen Verein zur Unterstützung der unbemittelten omro Ungarns zu gründen. Es ist wohl staglich, warum Hr. W. von den im vor. Jahrg. dieser sehr geschätzten Blätter gebrachten Artikel: „Noch einmal über die Jeschibah-Angelegenheit" aus der Feder des gelehrten Hrn. vr. Hildesheimer in seiner Broschüre nichts erwähnt? — Sicherem Vernehmen nach soll der gelehrte Herr Oberrabbiner zu N. Szöllös, Herr S. S. Klein, den Rabbinatsposten zuNagy Kallo angenommen haben. — In Mäte-Szälkä starb vor Kurzem

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