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Der Israelit · 1867-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1867)
Date
1867-04-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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267 ruD1?,“)) der Heiligung eines Planeten, einer Zeitsumm? befreunden kann -nvbi nb jtpS nb-ifi qn", „so geh' hin und lerne es von den Gefäßen des Dienstes U. s. w. u. s. w." Vergegenwärtige dir dieses BÄ und Lu wirst über den Begriff der Zeitheiligung durch Israel Klarheit erlangen. — Gott weihte die Welt mit ihrer Gesammtzeitsumme — n»D weihte auf Gottes Geheiß das ptffc, diese Verkörperung einer harmonischen, moralischen Welt; — die jedesmaligen Gefäße jedoch weihte der jedesmalige Priester, indem er dieselben mit Gottgeweihtem Inhalte erfüllte; — und so soll Jeder in Israel ein Priester sein, der die Zeitabschnitte heiligt indem er sie mit einem Leben erfüllt, das dem ausgesprochenen Gesetze Gottes entfließt und mit allen Reichen der Natur, mit den Monden und Tagen in weihende Berührung kommt. Sei auf der Hut, o Israel! daß du selbst das Gefäß bleibest heiligen Inhalts und diesen Inhalt fortwährend verpflanzest in's Leben, hineinlegst in das andere Gefäß, in die Zeit! Aeitrrrrgsnachrichterr und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. In der jüngsten Sitzung der „Alliance Jsraölite" wurde der definitive Beschluß gefaßt, die Mission nach Abyssinien zur Mederbekehrung der Falaschas dem Gelehrten Joseph Lcvi aus Adrianopel zu übertragen. Wir hatten dieser Tage das Vergnügen, von Herrn Levi besucht zu werden und glauben wir, daß die „ Alliance" in demselben den rechten Mann gefunden hat. Herr L. hat sich schon seit Jahren auf diese Reise vorbereitet und die aethiopische Sprache sowohl als die amharanische gründlich studirt Herr Levi spricht übrigens noch Deutsch, Französisch und Englisch mit einer Geläufigkeit, die den Ausländer in ihm vergeffen machen. Auch ist er des Arabischen und Türkischen mächtig. Derselbe befindet sich jetzt auf der Reise nach London. Auf seinem Wege sucht er überall das Interesse für sein schönes Streben zu erwecken. Möge ihm das gelingen und der Gott Israels ihm auf seiner gefahrvollen Reise zur Seite stehen. Gleichzeitig können wir unseren Lesern die Mittheilung machen, daß uns Herr L. das Versprechen gegeben, dem „Israelit" öfters Berichte über diese Reise zukommen zu laffen. i;mnPB’ 'n Aus Bayern wird dem „Frankfurter Journal" geschrieben: „Wie Ironie klingen die Worte, die Graf Bismark im Reichstage des norddeutschen Bundes am 29. März über die Menschenrechte sprach, wenn mau M die gegenwärtige Lage der Juden in mehreren Dheilen Deutschlands denkt. In Mecklenburg, Reuß j. L. und Braunschweig (?) sind die Bekenner des Judenthums den schnödesten Unterdrückungen unterworsey. Es ist ihnen dort verwehrt, eine eigene Stätte zu besitzen; sie werden. wie sich der Rerchstagsabgeordnete Wiggers richtig ausdrückt, gleich einer Pariakaste behandelt. Aber selbst in Preußen, dem Lande Friedrichs des Großen, ist das Princip der Gleichberechtzguug der Juden noch weit von seiner Lösung im Sinne der humanistischen Ideen unseres Jahrhunderts entfernt. Daß das deutsche Volk diese Überlieferungen des Mittelalters entschieden mißbilligt, hat es u. A dadurch bewiesen, daß sich vier Männer jüdischer Confession in jener Versammlung befinden, welche die Geschicke Deutschlands entscheiden helfen soll. Wir sind zu der Vermuthung berechtigt, daß diese Versammlung sowie die deutschen Regierungen sich den Forderungen, mit welchen der Geist des Jahrhunderts dringend an an sie herantritt, nicht auf die Dauer verschließen werden. Hoffen wir, daß dieser Rostflecken unserer modernen Institutionen endlich getilgt werde!" Berlin, 5. April. Der zeitige Chef der preußischen Justiz hält bekanntlich unweigerlich fest an dem Prinzip der Nichtanstellung jüdischer Richter. Demgemäß ist ein zum richterlichen Beisitzer gewählter jüdischer Barquier in Elbing nicht bestätigt worden. Jenes Prinzip hindert auch die allgemeine Einführung von Handelsgerichten, da das darüber sprechende Gesetz jedenfalls die Zulcffung von Juden zu den Handelsrichtern aussprechen würde. Der zu Anfang 1*62 von dem damaligen Justizminister v. Bermuth, dem unmittelbaren Amts Vorgänger des Grafen zu Lippe, vorgelegte Gesetzentwurf wegen Einsetzung der Handelsgerichte hatte zur Beseitigung aller künftigen Zweifel die Zulassung von Juden zu Handelsgerichten, obwohl nach der Verfaffungsurkunde gar kein Zweifel obwalten kann, ausdrücklich angeführt. — Köln. Die hiesigen Zeitungen theilen mit, daß der Geh. Commerzienrath und Barquier Abraham Oppenheim in den Adelstand erhoben und demDirector der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft Dag. Oppenheim, der Charakter eines Geh. RegierungSrathes verliehen worden ist. Schwerin, in Mecklenb., den 5. April. Das „Ludwigsluster Wochenblatt," ein Ableger der „Neuen Preußischen Zeitung," konnte es nicht unterlassen, auch von seiner Seite über die Parlamentsverhandlungen in Berlin seine Glossen zu machen, welche, wie nicht anders zu erwarten ist, von dem Gifte judenfeindlicher Gesinnungen überfließen. Dasselbe schreibt, indem es den bekannten Antrag von Moritz Wiggers und Genossen kritisirt: „Unserer Meinung nach muß es jedem Staate sreistehen, unter welchen Bedingungen er einem ganz fremden Glauben und ganz fremder Nationalität

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