Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1867)
- Date
- 1867-04-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Vm. Jahrgang. Beilage z« Nr. 15 des Israelit. Leitender Artikel. Verein M Förderung und CMservirang des religiösen Lebens für die Inden in Deutschland. VI. Von den vielen Zuschriften, die wir in Bezug auf odigen Gegenstand erhalten, laffen wir wiederum heute eine folgen: Treuchtlingen, 26. März. Geehrtester Herr Redacteur! Ein ausgesprochenes Wort, eine Idee, in die Welt hinausgeschickt, gleichet den Samenkörnern, die unbedeckt hingeworfen werden, so daß sie jedem Windzuge preisgegeben sind. Viele von ihnen werden auf felsigen Boden verschlagen, viele ins Waffer geschleudert und nur einzelne Körner erreichen fruchtbares Erdreich, keimen hier und treiben Frucht. So scheint es mir auch mit Ihrem in seiner Tragweite und Bedeutung alles Andere übertreffenden Aufruf zum Sabbatvereine. Wohl gibt es unter der Menge einzelne empfängliche Gemüther, Diar&a own yjj mw, aber die Mehrheit des Volkes wird nur dann für eine fruchtbringende Idee gewonnen und zu thätiger Theilnahme hingezogen, wenn die Rabbinen, Lehrer und sonst dafür begeisterte Männer es sich zur Lebensaufgabe machen, als jnn iwd einzutreten und das Samenkörnchen dahin zu tragen, wo es wachsen und gedeihen kann. Mit dieser Ansicht sende ich Ihnen von einem Ungenannten 2 fl. unter dem Wunsche: nun» nabs nsDv nbyab ns nwjn hüd1? anv mKiwn. Hochachtungsvollst I. Sichel, Lehrer. Bei der Redaction sind folgende Spenden eingegangen : Ungenannter in Mainz 7 fl., W. H. Michaels in Lüneburg 25 fl., Ungenannter daselbst 1 fl. 45 kr., Sonnenberg, Vorst, der isr. Gem. zu Mommenheim bei Mainz, 1 fl., E. R. Rosenbaum in Würzburg 3 fl. 30 kr., Gustav Oppenheimer in Nastätten 1 fl. 45 kr., Z. A. Mayer in Alsbach 1 fl., Chebra Kadischa de Kabranim in Offenbach a. M. als jährlichen Beitrag 10 fl. — Durch Cohn in Schwerin: von Landrabb. Dr. Cohn daselbst 2 Thlr., von Banquier L. Jaffe daselbst 2 Thlr., zusammen 7 fl. Durch B. Steg, Lehrer in Schermbeck: die Chebra Kadischa 5 Thlr. 10 Vr Sgr., Benjamin 2 Thlr., H. Anschel 20 Sgr., I. Metzger 5 Sgr., M. Schönbach 3 Sgr., Ph. Schönbach 5 Sgr., Wwe. Anschel 5 Sgr., C. Jonas 10 Sgr., M. Eisendraht in Dorsten 5 Sgr., Lehrer B. Zopp daselbst 3 Sgr., Frau M. Wolff 2V, Sgr., D. Eisendrath 5 Sgr., A. Wolff aus Crudenburg 6 Sgr., S. Cahn aus Erll 10 Sgr., zusammen 10 Thlr. S. CH. Halberstamm in Bielitz 5 fl. ö. W. Herr Rabb. vr. Kodak in Bamberg verspricht, für den Verein thätig zu sein und verpflichtet sich zu einem jährlichen Beitrag von 2 Thlrn. Von Herren E. R. Rosenbaum in Würzburg und Rbbcdd. Skutsch in München sind uns Entwürfe zugegangen, die wir s. Z. dem Centralcomitö unterbreiten werden. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 4. April. Herr vr. Joel, Director der Israel. Lehr- und Erziehungsanstalt zu Pfungstadt bei Darmstadt, hatte die Güte, uns das Programm der Jahresprüfung an dieser Anstalt zuzuschicken. Diese Prüfungen fanden am 1., 2. und 3. d. M. statt. Wir fühlen uns gedrungen, einige Stellen aus dem Prolog zu dem betreffenden Programme zu citiren, da wir nicht allein*in dieser Beziehung mit den Ansichten des Herrn vr. Joel völlig übereinstimmen, sondern weil die betreffenden Stellen uns und gewiß auch vielen anderen College« gerade auS der Seele gesprochen sind. Direktoren und Lehrer an jenen Schulen, für die das Gesetz keinen Schulzwang vorschreibt, machen leider oft die traurige Erfahrung, daß Knaben, die kaum das dreizehnte Lebensjahr zurückgelegt haben, von ihren Eltern in Geschäfte gethan werden. Nicht genug kann vor diesem Mißgriffe gewarnt werden, den gerade jüdische Eltern zum ewigen Nachtheile ihrer Kinder begehen. Nachdem Herr vr. Joel das fortwährende Zunehmen und Gedeihen der Anstalt constatirt; nachdem derselbe nachgewiesen, daß die Zahl der Pensionäre im Wintersemester eine Höhe erreicht, wie nie zuvor, sagt er unter anderem Folgendes: „Manche Eltern, denen es bei ihren Söhnen weniger auf Aneignung einer gründlichen Bildung, als auf eine Vorbereitung fürpraktische GeschästSlebe« ankommt, möchten schon in einer mittleren Klaffe jene praktische Discipline, wie kaufmännische Correspondenz, Buchhandlung rc., gepflegt sehen, die naturgemäß erst einer oberen Klaffe angehören. Ganz natürlich; man will den jungen Mann schon nach zurückgelegtem 13., höchstens 14. Jahren seine praktische Carriere beginnen laffen; und da müßte man doch dem ihn engagirenden Prinzipale sagen und durch Vorlegung fein säuberlich geschriebener Hefte zeigen kön-