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Der Israelit · 1867-04-10 · Heft 15 (10.4.1867) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 15 (10.4.1867)
Date
1867-04-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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244 nisation, und den Civil-Prozeß, die Rechte der Israeliten zur Anerkennung gelangen! — □ München, tm März. Der hiesige Stadt- Magistrat bringt im Amtsblalte, die im Laufe des Berwaltungsjahres 1865/66 ihm zur Verwaltung zugewendeten Vermächtnisse und Schenkungen zur öffentlichen Kenntniß. Unter diesen findet sich auch ein Vermächtniß des sel. Samson Oberndörffer Y's? verzeichnet im Betrage von Tausend Gulden für das Krankenhaus in München links d. Isar. — □ Augsburg, 20. März. S. M. der König haben sich aüergnädigst bewogen gefunden, dem Landwehr-Distrikts-Oberst und kgl. Landwehrobersten Karl Obermayer hie, die Bewilligung zur Annahme, und zum Tragen des von S. M. dem Könige von Italien ihm verliehenen Mauritius- und Lazarus Ritter-Ordens zu ertheilen. Gera, 26.§März. Die Bemerkungen , welche unser Parlaments-Abgeordneter Dr. Jäger über die Stellung der Juden im Fürstcnthum Reuß j. L. machte, beruhen allerdings auf tatsächlicher Wahrheit. Die Stellung der Israeliten ist bet uns nicht bester als in Mecklenburg. Sie können nach Lage unserer Gesetzgebung bei uns weder Grundbesitz noch das Bürgerrecht erwerben. Verschiedene Anträge im Landtage sowie die Bemühungen der Presse, diese Beschränkungen aufzuheben und die Juden zu emavcipiren, sind ohne Erfolg geblieben. Daß trotzdem in UNserm Landchen einige Juden wohnen, welche nicht nur Grundbesitzer und Bürger, sondern sogar Gemeindevertreter sind, resp. waren, das beweist, wie sehr in den Kleinstaaten die Scheu herrscht, durch Feststellung von Principien in der Geietzgebung bestehende und nicht zu ändernde Thatsochen anzuerkenmn. Jene Juden waren russische Staatsangehörige vor der Revision unserer Verfassung im Jahre 1856. Consequenterwesse hätte man ihnen Bürgerrecht und Grundbesitz nehmen müssen. Das that man nun allerdings nicht, aber man vermochte auch nicht den Entschluß zu fassen, die Israeliten gesetzlich zu emancipiren. Gegenwärtig wird dies nun doch geschehen müssen. Schweiz. St. Gallen, 23. März. Aus das Gutachten des Dr. Zänger hin, hat die Regierung die nü’rw nach erhobener Beschwerde dortigen Rabbiners Dr. Hermann Engelbert, gestattet. Oesterreichischer Kaiserstaat. Hoskaun. (Böhmen.) Unser geehrter Rabbiner Dr. Melis hat wegen seines in der letzten Kriegszeit bewiesenen patriotischen Eifers von der hohen k. k. Statthalürei ein Belobungsdekret erhallen, in welchem zugleich die Opferwilligkeit der hiesigen Gemeinde die verdiente Anerkennung findet. Der ehrwürdige Herr Rabbiner hat in den 20 Ortschaften seines Sprengels persönlich die Sammlung von wohlthätigen Spenden und Lebensmittel, Wäsche Bandagen rc. für die verwundeten Krieger vorgenommen und das Ergebniß derselben durch das k. k Unhoschter Bezirksamt an da8 Prager Hilfscomit^ befördert. — Wegen der die Gemeinde berührenden Stellen wurde das Anerkennungsschreiben in der Synagoge zur Freude der Gemeinde- Mitglieder öffentlich vorgelesen. — (Abendland.) Palästina. Jerusalem. Nach den von dem preußischen Consul angestellten Ermittlungen besteht die Bevölkerung Jerusalems (in runden Zahlen) aus 7100 Israeliten, 5000 Muhamedanern und 3400 Christen.— Aus Konstantinopel wird telegraphirt; Es ist Aussicht vorhanden, daß die Ausländer Grundbesitz erwerben dürfen. — Amerika. Ikichrnorid. Nicht uninteressant wird es für unsere Leser sein, Etwas über unsere Glaubensgenossen in der früheren Hauptstadt der conföderirten Staaten zu hören. Der Herausgeber des „Occident" besuchte jüngst diese Stadt. Nachdem er von den Synagogen daselbst gesprochen, fährt derselbe folgendermaßen fort: Am Sonntag besuchten wir mit den Vorsängern der deutschen und portugiesischen Gemeinde den jüdischen Degräbnißplatz. Vieles ist gelhon worden, um denselben in Ordnung zu halten und größere, ältere Gemeinden können in dieser Beziehung von dieser Stadt sich ein Beispiel nehmen. Auf der einen Seite des Platzes sind viele Gräber, in denen Soldaten, die in dem jüngsten Krieg gefallen sind, begraben liegen. Diese traurükn Hügel beweisen, daß sich unsere Glaubensgenossen nicht von ihren Mitbürgern trennten, daß sie vielmehr ihr Leben opferten für die nun verlorne Sache. Alle Gräber, mit Ausnahme von dreien, sind mit Brettern oder sonst einem Kennzeichen versehen, worauf die Namen der daselbst Ruhenden geschrieben sind. Besonders waren die Frauen in dieser Hinsicht thätig, damit Verwandte und Freunde wissen können, wo diejenigen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, die ihnen im Leben lieb und theuer waren. Feuilleton. Rabbi Mcharmn. (Fortsetzung.) XI. Seitdem Rabbi Schimeon nach Hause gekommen und seiner Gattin die wunderbare Mähre von dem

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