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Der Israelit · 1867-04-03 · Heft 14 (3.4.1867) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 14 (3.4.1867)
Date
1867-04-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Vm. Jahrgang. Beilage za Nr. 14 des Israelit. Leitender Artikel. Verein zur Förderung und Conseroirung des religiösen Lebens für die Inden in Deutschland. v. Die in diesen Blättern veröffentlichten Aufrufe zur Gründung eines mp 'imp - Vereins haben nicht verfehlt, in den weitesten Kreisen Aufsehen zu erregen und Zustimmung zu finden. So hat z. B. in London Herr Vr. Adler sofort nach dem Eintreffen der Nr. 8, welche den Impuls zu dieser, wir möchten sagen Lebensfrage des jüdischen Lebens enthielt, eine höchst gelungene Rede in der großen Synagoge zu London gehalten, in welcher er die englischen Israeliten zur Betheiligung an dem in England zu errichtenden Sabbatvereine auffordert. Den dortigen Verhältnissen angemessen soll zunächst dahin gestrebt werden, jüdischen Geschäftslehrlingen und Commis Stellen zu verschaffen, bei welchen sie der heiligen Religion Israels treu bleiben können, wie dieses ursprünglich im „Israelit" beabsichtigt wurde. Alsdann soll der Verein auf christliche Arbeitgeber dahin zu wirken suchen, daß sie nicht mehr, wie seither, ihre Arbeiten am Samstag vertheilen und das Gefertigte an diesem Tage zurücknehmen, sondern sie sollen eben einen anderen Tag der Woche dazu bestimmen. Die begeisterten Worte des allverehrten Rabbiners machten großen Eindruck auf alle Anwesenden, so daß man der baldigen Constituirung eines solchen Vereins entgegensetzen darf jn mi ij?t vb mso ncm „Hamagid" bringt in seiner jüngsten Nummer einen Leitartikel über die drei Aufsätze, die der „Israelit" für die Gründung eines solchen Vereins brachte. Nachdem unser gelehrter Freund, Herr Redacteur Silbermann, die verschiedenen Vorschläge aufzählt, kommt er zu folgendem Resums: Ueberflüssig wäre es, über die Wichtigkeit dieser Sache noch Worte zu verlieren; es unterliegt durchaus keinem Zweifel, daß, wenn solche Vereine in Israel gegründet werden, daraus eine unermeßliche Wohlthat entstehen werde. Wie groß und schrecklich ist nicht bereits jetzt die Bresche, die durch die Entweihung des Sabbats in das Religionsgebäude Israels geschossen! Ja, der Wochenmarkt am Samstag, der Umstand, daß jüdische Jünglinge bei der Erlernung des Geschäfts in irreligiöse Häuser kommen, das find leider die Ursachen, daß so Viele unter den Israeliten Deutschlands so weit gekommen sind, daß sie alles Heilige verspotten, daß ihnen die Gottesgebote gleichgiltig geworden, ja daß sie ehrlos genug sind, über diejenigen zu spötteln, die den Versuchungen mit der Characterstärke in den Weg treten, welche die echte Gottesfurcht dem jüdischen Manne verleiht! O wie traurig stände es um uns, wenn wir uns das heilige und hehre Bundeszeichen, das zwischen Israel und seinem Gotte besteht, wenn wir uns den Sabbat entwenden ließen! Warum sollten gerade wir uns schämen, den ernsten Kampf aufzunehmen, wenn es gilt, das köstlichste Palladium unserer Religion zu vertheidigen, wenn wir doch sehen, wie Andersgläubige mit aller Energie für die Beobachtung ihres wöchentlichen Ruhetages auftreten. Welche Massenpetitionen werden gerade jetzt in England der gesetzgebenden Versammlung eingereicht, in denen strenge Ruhegesetze für den Sonntag verlangt werden. Warum sollen wir da zurücktreten? sind doch G. s. D. die Zeiten vorüber, in denen man die Juden befeindete, weil sie ihrem Glauben treu blieben! Sehen doch die Fürsten und Völker Europa's ein, daß man ein ganz guter Staatsbürger sein könne, ohne daß man darum ein schlechter Jude zu sein braucht. Wenn wir an dem Aufschwung der Völker in Künsten und Wissenschaften Theil nehmen, so kann es ihnen ja ganz gleichgiltig sein, was wir für uns thun oder lassen. Darum muß der wahre Jehudi. der sein Volk und seine heilige Religion liebt, sich dieser so wichtigen Sache mit allem Eifer bemächtigen. — Wir stimmen also vollständig mit allen Vorschlägen der erwähnten Herren im „Israelit" ein, nur wünschen wir, daß Alle zu einem starken Ganzen sich vereinigen, daß sowohl die Juden Oesterreichs als die Deutschlands einem einzigen Vereine beitreten mögen, der alsdann seine Thätigkeit nach allen Seiten hin entwickeln könnte, wie dieses der Redacteur des Israelit mit richtigem Tacte bemerkt, und alsdann wird die Sache mit der Hilfe Gottes auch zu Stande kommen zum Wohle Israels und zum ewigen Ruhme aller Betheiligten, nto". Wir erhallen noch mehrere Zuschriften, von denen wir heute aus Mangel an Raum nur eine folgen lassen: „Sehr geehrter Herr Doktor! Zu meiner großen Freude entnehme ich den jüngsten Nummern des „Israelit," daß der von meinem lieben Sohne Hirsch projectirte Eabbatverein bereits solchen Anklang findet, daß man dessen Zustandekommen erwarten darf. Es wird dieses ein Erfolg fein, den der „Israelit" zu seinen schönsten und herrlichsten zählen darf. Ich schätze mich glücklich, Cw. Ehrwürden mittheilen zu können, daß meine Bestrebungen dahier, für diesen Verein Mitglieder zu werben, nicht ohne Erfolg waren. Mehrere hiesige Gemeindemitglieder und selbst auswärtige Geschäftsfreunde haben mir ihren Beitritt versprochen und werde ich nicht säumen, deren Ramm sowie ihren Jahresbeitrag einzufchicken, sobald

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