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Der Israelit · 1867-03-27 · Heft 13 (27.3.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 13 (27.3.1867)
Date
1867-03-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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214 wie in dem Vater so auch in den Söhnen des Rabbi Abraham. Der eine Sohn dieses R. Abraham, Namens Jizchak, wurde in Anerkennung seiner hohen Verdienste für das Wohl seiner Glaubensgenossen und Mitbürger von der Regierung mit dem Niffan-Orden decorirt. Sein Bruder Rabbi Daniel ist Präsident des Vereins Cassier für n"n bei der portugiesischen Gemeinde; er ist derselbe, von dem ich Ihnen berichtete, daß er von dem Gouverneur Si'd Salim Parik den jüdischen Begräbnißplatz wieder erlangte, der vor 60 Jahren den Juden gewaltsam entrissen wurde und theilweise zum Ackerbau war benutzt worden. Ich berichtete damals dem „Libanon," daß der Gouverneur die Rückgabe des Friedhofes versprochen habe, ohne daß man von der Verwirklichung dieses Versprechens etwas erfuhr. Der Hergang der Sache ist folgender: Als Herr Daniel Bonan damals die Nr. des „Libanon" bekam, die von der Toleranz des Gouverneurs sprach, eilte er mit derselben zu diesem und las ihm diesen Artikel vor. Auf den Wunsch des Gouverneurs wurde der betreffende Artikel ins Arabische übersetzt. Einige Tage darauf erhielt Herr D. Bonan die Antwort des Gouverneurs, welche lautete: Nehmt Euch euer Eigenthum! Sofort ließ der Verein rings um den Begräbnißplatz einen Graben ziehen und einen Wall dabei aufwerfen. Derselbe R. Daniel Bonan setzt sein Geschäft hintan und beschäftigt sich Tag und Nacht mit Gemeindeangelegenheiten. So ließ er ein Stadt-Viertel errichten, in welchen sich vier jüdische Schulen befinden. Eine jede dieser Schulen hat ein besonderes Haus inne. Diese sämmtlichen Gebäude sind von Grund auf neu, gesundheitsmäßig und elegant gebaut. Die Gemeindecasse gab zu diesem Unternehmen fünfzchntausend Francs. Hundert arme Schüler werden in diesen Schulen vollständig mit allen Bedürfnissen, als: Kost, Wohnung und Kleidung u. s. w. versorgt. In der untersten Klasse wird von einem besondern Lehrer Lautiren und Lesen gelehrt, ein anderer Lehrer unterrichtet in einer höheren Klasse hebr. Sprachlehre '"an *i"jn ein dritter Lehrer den Talmud mit seinen Commentarien. Auch weiß man hier recht gut min -ntön mit p« “pn zu verbinden, denn in diesen Schulen wird auch noch Arabisch und Italienisch gelehrt. Täglich besucht Herr D. Bonan diese Schulen und erkundigt sich nach jedem einzelnen Schüler mit dem größten Interesse, was von großem Vortheil für diese Schulen ist. Samstag beten die Schüler rrnnw in dem Hause dieses Jugendfreundes. Von sehr «ohlthätigem Einfluß ist die Einrichtung, daß die Schüler in Uniform erscheinen müssen, was sehr viel zur Collegialität der jungen Zöglinge beiträgt und keinen Rangunterschied aufkommen läßt; ganz angemessen dem alt ehrwürdigen jüdischen Staatsgesetze, nach welchem der Reichste und der Aermste gleiche Uniform, bestehend in rrs1* und p'Dn trugen. So war es dem Rabbi Abraham Bona» vergönnt, Söhne und Enkel zu sehen, die ihm alle nacheifern in dem Strebm, dem Willen ihres Schöpfergemäß zu leben. Im Alter von 75 Jahren zog Rabbi Abraham im Jahre 5623 nach Jerusalem, um daselbst den Rest seiner Tage zu verleben. Am 23. Marcheschwon 5626 beschloß er ein Leben voller Wohlthätigkeit und ruht dort im Lande unserer Sehnsucht an heiliger Stätte. Seine vier Söhne haben ein Compagniegeschäft, leben in der größten Eintracht, wie es solcher gottesfürchtiger Männer würdig ist, so daß die Firma Bonan im ganzen Lande rühmlichst bekannt und genannt ist. Rabbi David hinterläßt ebenfalls zwei Söhne, von denen der eine, Rabbi Jizchak, Seeretair der portugiesischen Gemeinde ist, während der andere, Rabbi Moscheh, die sämmtlichen Funktionen der Creditanstalt, die von seinem Großvater gestiftet wurde, übernommen hat. Der ungeheure Zudrang zu dieser Stiftung raubt ihm sehr viel Zeit, besonders aber an den Rüsttagen für den Sabbat und die Feiertage, wo ihm oft nicht Muße zum Essen übrig bleibt. Bei allem dem verrichtet er sein Amt mit der größten Freundlichkeit und der schonendsten Zuvorkommenheit 7I2U2b lb niDJ. Dieses mag für heute genug sein. Wollte Gott, daß dieses edle Beispiel des Hauses Bonan in Israel Nachahmung finde, dann würde sich Niemand mehr freuen als Ihr — Elieser Aschkennasi. (Libanon.) Feuilleton. crcon^ -igi rra Gallcrie der Rabbiner. Erste Eenturie. Von E. Carmoly. (Fortsetzung.) 14. sm' cenn ns R. Zebi Hirsch Janow, der Sohn frommer und liebevoller Eltern, wurde 1750 in Janow, einer Stadt in Lithauen geboren. Schon als Knabe gab ihm sein Lehrer dasZeugniß: „Ein scharfsinniger Kopf, frommes Gemüth, bestes Herz; er wird weit gehen, wenn seine allzugroße Rigorosität sein Leben nicht verkürzt." Und in der That trat in ihm der scharfsinnigste Geist, der sanfteste Character, in außerordentlicher Weise hervor. Aber auch feine allzustrenge Frömmigkeit machte seinem edlen Leben frühe ein Endet Der Ruf dieses merkwürdigen Jünglings, der im dreizehnten Jahre ein Meister im Talmud und ein großer Mathematiker war und wie ein Heiliger lebte, verbreitete sich in ganz Polen. Kein Wunder, dast

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