Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1867)
- Date
- 1867-03-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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218 in den größer« Stabten, sondern auch in kleinern Ortschaften ihre Theilnehmer findet, will ich durch nachstehende Zeilen den werthen Lesern Ihres schätzbaren Blattes constatiren. Am 6. d. sand hie so allgemeine Freude auch in unserer kleinen Gemeinde chr Echo. Es versammelten sich nämlich gegen 4 Uhr Nachmittags die Gemeinde- Mitglieder in der Synagoge zum Mincha-Gebet, nach Beendigung desselben bestieg Herr Rabbiner E. Basch die Kanzel und hielt eine schwungvolle Rede, welche Prediger Cap. 10, V. 17 omn p p« “p&rfc Pin* rjb “pttn zum Texte hatte. Dieselbe wurde mit wahrem Enthusiasmus von den anwesenden Zuhörern entgegengeuommen. Nachher wurden mehrere Psalmen vorgetragen. Die ganze Feierlichkeit dauerte etwa bis 6 Uhr Abends; gegen 7 Uhr wurde eine allgemeine Illumination zu Ehren dieses Tages veranstaltet, bei welcher Gelegenheit die Unterschiede der verschiedenen Confessionen in den Hintergrund traten, und in allgemeiner Begeisterung die Ausrufe „Bruder" und „Freund" zu vernehmen waren; auch eine Tricolore wurde unsrer Gemeinde von dem christlichen Vorstande verehrt, mit Dank angenommen und auf dem Dache unseres Tempels befestigt. B. Buchwald, R.-Candid. Qsweneierr. Herr Simon Habermann von hier ist in Anerkennung seiner aufopferungsvollen Thäj tigkeit bei Gelegenheit des hier in der Nähe stattgej habten Gefechtes" die goldene Verdienstmedaille von Sr. Majestät dem Kaiser Allergnädigst ertheilt worden. Serbien. Belgrad. Es bestätigt sich, daß die Israeliten Serbiens sich, wie an andere Mächte, so auch an Oesterreich mit der Bitte gewendet haben, die Regierung möge sich der dortigen Juden, die trotz verbriefter Verheißungen in äußerst gedrückter Lage gehalten werden,! annehmen und ihnen bürgerliche und politische Gleichberechtigung zu erringen suchen. Die Bitte ist, wie ein Correspondent der „Köln. Ztg." wisien will, in Wien günstig ausgenommen worden, und es wird den serbischen Juden eine wohlwollende Jntercession von Seiten Oesterreichs nicht fehlen. (F.B.) Amerika. Buenos Ayres. Und Mvschkh reckte seine Hand gen Himmel, und cs war dichte Finsterniß im ganzen Lande Mizraim, drei Tage. Einer sah nicht den Andern und Niemand stand auf von seiner Stelle, drei Tage.... (Exod X. 22. 28.) Man schreibt aus Buenos Ayres vom 25. März Folgendes: „Am vorigen Montag wurde die Stadt von einem Sturme heimgesucht, dessen Furchtbarkeit zu schildern keine Feder im Stande ist. Eines ähnlichen Orkans entsinnt fich Niemand hier, und Angst und Schrecken ergriff Alle, als Nachmittags nach fünf Uhr dicke Staubwolken, die aus Süd Westen gegen die Stadt heranzogen, den Tag in tiefe Nacht verwandelten. Wir finden nicht Worte, sagt der Bericht im „Standard," um die dicke greifbare Finsterniß (von welcher die schwärzeste Nacht nur ein schwaches Bild ist) zu schildern. Man durfte nicht wagen sich zu rühren, um Schutz zu suchen, sondern mußte wie angewurzelt am Boden stehen bleiben. Mütter, die zur Thüre hinausgeeilt waren, um ihre Kinder zu suchen, fanden den Weg nicht wieder zurück ins Haus; die Leute auf der Straße mußten bleiben wo sie waren, und dabei war die Gewalt des Windes so schrecklich, daß die stärksten Gebäude von Stein wankten und schüttelten, als ob sie jeden Augenblick Umstürzen und alle Bewohner begraben würden. Die Ecenen in den Kaffeehäusern, Läden u. s. w. spotten aller Beschreibung. Da gerade Essenszeit war, wimmelten die Hotels von Gästen; das Gas konnte nicht angezündet werden, weil die Krahnen nicht aufgedreht waren, dabei flogen Zink- und Glasdächer nach allen Richtungen in die Lust." (Hebr. Obs.) Afrika. 3£uni$. Sie verlangen, geehrter Herr Redacteur, von mir, Ihnen und ihren zahlreichen Lesern wieder Einiges über die Verhältnisie unserer hiesigen Glaubensgenosien mitzutheilen. Für heute will ich in der Erfüllung Ihres Wunsches mich darauf beschränken, ein Famlttenl ild aus unserer Gemeinde hervorzuheben, das den Lesern Ihres sehr geschätzten Bluttes jedenfalls von Interesse sein wird. Bor noch nicht langer Zeit lebte hier ein reicher Mann, desien ganzes Leben dem Studium des Gottesgesetzes gewidmet war, Namens -"r? po pnsr der Verfasser der Werke cnz" Vnw pris* Pntt. Beide Werke wurden gedruckt; auch hinterließ deren Verfaffer noä> sehr schätzbare Manufcripte. Dieser Rabbi Jizchak hatte drei Söhne, der eine Rabbi Abraham Yi, ein bekannter Philanthrop, sein Bruder Rabbi David ist der Verfasser des nwn n und endlich Rabbi Chajim. Rabbi Abraham widmete sich dem Handel und erwarb fich durch seinen musterhaften Character ein solches Renomm6, daß er bald ein sehr reicher Mann wurde. Dieser gottesfürchtige Mann wußte seinen Reichthum auf rechte Weise anzuwenden. Nicht allein unterstützte er jeden Bedürftigen nach besten Kräften, sondern er errichtete aus eigenen Mitteln eine Creditanstalt, um unbemittelten Geschäftsleuten Darlehen vorzustrecken. Gottes Segen waltet sichtlich über das Haus Bonan; Gottesfurcht, Ehre, Reichthum vereinigen sich