Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1867)
- Date
- 1867-03-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Vm. Jahrgang. Beilage z« Rr. 13 des Israelit. Leitender Artikel. Verein M Mrdernng und Conservirnng des religiöse» Lebens für dir Inden in Deutschland. IV. Dürkheim, den 15. März 5627. Hochgeschätzter Herr Redacteur! Meine im vorigen Briefe ausgesprochene Hoffnung lauschte mich nicht ganz! Gestern Nachmittags erhielt ich von den Herren Moses Mayer und Leopold Neuberger in Ludwigshafen als Zeichen, daß d’-ot 3t>n ü’djdj 2^.-1 p o’Nsun, von dem Elfteren drei, von dem Letzteren einen Gulden als Beisteuer zur Consolidirung des „Vereins zur Förderung und Confervirung des religiösen Lebens". Möchten die anderen gleichgesinnten Mitglieder meines Rabbinatsbezirks mir recht bald Gelegenheit geben, von ihnen ein Gleiches (it ninüD berichten zu können! Es handelt sich hier um eine gar große und bedeutungsvolle Sache: um die Erhaltung einer der zehn Grundsäulen, auf denen das erhabene Gebäude unserer Religion beruht! Kein Projekt dürfte auch, meiner unmaaßgeblichen Anficht nach, von vornherein so die ausgedehnteste Theilnahme zu finden Aussicht haben, wie das in Rede stehende; es müßte sonst etwa noch viel, viel trauriger um die Liebe und Anhänglichkeit zum Glauben der Väter stehen, als dies leider jetzt schon der Fall ist. — Darum nochmals die innige Bitte an all' meine theuren Glaubensgenoffen in der Umgegend, zunächst aber an die Mitglieder des Rabbinatsbezirks Frankenthal, und zuallererst an die Mitglieder der hiefigen Gemeinde, in deren Hände diese schätzbaren Blätter gelangen, sich diesem so Hohes und Heiliges erstrebenden Vereine unverzüglich anzuschließen, und durch die thalkräftigste Theilnahme sein baldigstes JnSlebentreten zu ermöglichen! Der Unterzeichnete erklärt sich mit Freuden bereit, selbst die kleinste Gabe anzunehmen, und sie dann, den obenerwähnten vier Gulden gleich, dem verehrten Redacteur des „Israelit" zu übermitteln. vr. Adolf Salvendi, Bezirks - Rabbiner. Ferner sind für obigen Zweck bei der Redaction folgende Spenden eingegangen: Durch N. David Guggenheim in Lengenau: von ihm selbst 10 Frs., von einem Schweizer Israeliten 60 Frs.; zusammen 60 FrS., abzüglich Porto 27 fl. 24 kr. I Durch Heinrich Herz in Mainz bei einem Fami-! lienfeste gesammelt 10 fl. j Sprendlingen bei Franks. a.M., den l7.März 1867. Ew. Ehrwürden belieben einliegend Rthlr. 1 zu empfangen und denselben gefälligst zu dem neu tn'S Leben tretenden Verein zu verwenden. Sehr wünschenswert ist es, daß demselben eine große Anzahl von Mitgliedern beisteuern möge, denn es ist dies eine schöne Aufgabe. Ihnen recht vergnügten onis wünschend, habe ich die Ehre, Sie und die werthen Ihrigen vielmals zu grüßen und zeichne hochachtungsvoll Nathan Goldschmidt. Wertheim a. M., den 14. März 1867. In Folge Ihres Artikels in Ihrem werthen Blatte, betr. Gründung eines Vereins „zum Wohle jüdischer Handlungscommis und zur Förderung des religiösen Lebens" sende Ihnen ich beikommend zu diesem Zwecke Rthlr. 1 und hege den herzlichsten Wunsch, daß besagter Verein bestens zu Stande kommen möge. Gleichzeitig erlaube mir Rthlr. 1 für Wittwen und Waisen in Jerusalem zur gefäll. Besorgung beizufügen. Hochachtungsvoll Isaak Steindecker. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 19. März. Von unserm gelehrten Mitarbeiter, Herrn A Tendlau in Frankfurt a. M., erhalten wir eine höchst intereffante historische Notiz über Rabbi Elchanan, den Sohn Rabbi Schimeon's Hagadol, von dem das Feuilleton d. Bl. unseren geehrten Lesern seit einigen Wochen erzählt. Die Notiz ist einem zu P a r m a befindlichen handschriftlichen Machsor-Commentar entnommen. Verfaffer des in Rede stehenden Commentars soll Rabbi Joseph Ka r a, ein Zeitgenoffe R aschi's sein. Die Stelle im Pajut pe« ibv für das Morgengebet des 2. Neujahrstages netw6 dj?u3 intjm pn wird auf den Sohn des Berfaffers (Rabbi Schimeon Hagadol,) „Elchanan" bezogen, der in seiner Kindheit seinen Eltern geraubt, getauft und später Pa bst geworden. Es ist hierdurch unserer Erzählung die bisher vermißte unzweifelhaft historische Grundlage gegeben. Wir werden später diese intereffante historische Notiz in extenso mittheilen. —