Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1867)
- Date
- 1867-03-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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208 zen gelehrten Welt als ^«ntsra nnj anerkannten Mannes hinzrrfrigen und ich fahre deßhalb in meinem Berichte über den Veilauf des Festefort. Nach dem Gebete um 3 Uhr beendigte man niama 'dö und begann sogleich mit niva» 'dd, worauf die Mahlzeit anfina. Ter Epeisesaal war auf das Prachtvollste decorirl und bot derselbe hiedurch sowie durch die t00 Gedecke einen imposanten Anblick dar. Gleich beim Beginn der Mahlzeit hielt der erste Vorsteher Herr Dr. Z. Wolfs eine längere Rede über die Bedeutung der ganzen vnv-Feier; er begann damit, von der jüdischen Freude zu sprechen und wie diese einen würdigen Ausdruck im min nno» finde; hob sodann die Berechtigung der Freude am n"ttf hervor, und wies auf die Ähnlichkeit eines dvd mit dem rfty hin. Nachdem er sodann mit Zugrundelegung eines ttnno über die Aufgabe Israels im Exil, von der speciellen Aufgabe der nia’te-» der Bedeutung derselben für das Judenthum gesprochen, beleuchtete er bie Verdienste aller Männer, die dadurch, daß sie die Jünglinge Israels zum nmn.n niv^ um sich versammeln, das Judenthum stärken und befestigen. Der Redner fahr alsdann fort von den Verdiensten zu sprechen, die sich der Herr Rabbiner um das Juder.thum theils durch Belehrung, theils durch Vertheidigung erworben und drückte zum Schluffe in gerührter Stimmung die innigen Gefühle der Liebe und Verehrung aus, welche im Herzen aller anwesenden und entfernten Schüler wohnen. Später folgte eine längere Rede des Her n Rabbiner, welche durch den Scharfsinn und durch den Geist, die aus jedem Worte sprachen, das Staunen und den Beifall Aller erregte und bei Jedem Begeisterung erweckte. Dieser Rede lag eine musterhafte Erklärung der am Ende von niama 'do stehenden Hagada-Stellen zu Grunde. Sodann sprachen die min »ja der hiesigen Gemeinde, theils Nnnyotf, theils rrm, welchen Vorträgen sich als Fortsetzung der am Mittag gesagten Knnj/D&?, derjenige des Herrn Rabbiners anschloß. Zwischen und nach diesen Reden wurden zwei hebräische Festgedichte von dem zweiten Vorsteher, Herrn N. Deutschländer, vorgetragen. Inzwischen war der Abend schon large hereingebrochen, als ungefähr um 7 Uhr die nmna den verehrten Lehrer mit einem außerordentlich imposanten Fackelzug überraschten. Dieser Fackelzua hatte viele Einwohner der hiesigen Stadt und selbst der Umgegend angelockt, und die Straßen, durch die er sich bewegte, waren mit einer ungeheuren Menschenmenge angefüllt, die an der Freude den herzlichsten Anlheil nahm. Hierbei darf ich nicht unerwähnt laffen, wie das ganze Fest, so insbesondere dieser Fackelzug einen großen ctsm pn»p machte, da man dadurch die Anerkennung der Verdienste von '"j und die Liebe seiner Schüler zu ihm ermeffen konnte. —-Während des nun folgenden Theiles der Mahlzeit, die bis nahe zu Mitternacht währte, war die allgemeine Heiterkeit in fortwährendem Steigen begriffen, ohne jedoch die Grenzen zu überschreiten, welche der jüdischen Freude gesteckt sind. Mehrere Bechurim unterhielten die Gesellschaft durch humoristische Vorträge. Vor pion nana hielt '»"j i'dn als würdigen Schluß eine Anrede, worin er den Vers in Jesaias 'iai na myi, pN.n anpa nairyn nam zu Grunde legend, die Trostlosigkeit der jüdischen Zustände vor wenigen Decennien besprach, wie jedoch diese Zustände allmählich einer trostooüern Zeit gewichen und betonte hiebei seine Erfahrungen während der Jahre seiner Studien und seines Wirb. ns. Unmittelbar vor nana piv.n überbrachte der zweite Vorsteher, Herr Deutschländer, einen von der na'&y» gespendeten silbernen Becher, hielt eine kurze hebräische Ansprache im Namen der n»n*,na an '»"j i"ok und übergab denselben dem ersten Vorsteher, Herrn Dr. Wolf, der ihn mit dem Ausdrucke innigen Dankes für die den a»nina zugewendete väterliche Fürsorge von Seilen des '»"j i"dn dem letzter« überreichte. Unser hochverehrter Lehrer nahm denselben mit tiefer Rührung entgegen.- Nach Aufhebung der Tafel unterhielt sich die Gesellschaft noch lange in würdiger Weise.-Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, daß der Eindruck, den die ganze Feier auf alle Anwesenden machte, ein unauslöschlicher sein wird. Alle Anwesenden, worunter viele bejahrte Männer, gestanden, daß sie noch nie einer Feier beigewohnt hätten, bei welcher wie bei dieser die rein jüdische Freude ohne Beimischung zum Ausdruck gekommen wäre, und selbst unser vielgeliebter Lehrer äußerte sich dahin, daß dieser Tag zu den glücklichsten seines Lebens gehöre. Schließlich muß ich der vielen Zuschriften Erwähnung thun, die uns am Tage der Feier auf brieflichem und telegraphischem Wege von auswärtigen Freunden wurden. Letzteren die Mittheilung, daß die Vorsteher der Bechurim baldigst die Ehre haben werden, ihnen die gediegenen Reden des ion\x zu übersenden. C o ch i n ch i n a. Saigun, im Ottober. Von einer seltenen, erhebenden Feier habe ich Ihnen zu melden. Der vergangene Versöhnungstag ward hier auf's Heiligste gefeiert. Denken Sie Sich, hier im fernen Osten, wo das krasseste Heidenthum herrscht, in einem Lande, wo erst jüngst die Missionäre den entsetzlichsten Tod fanden! Das Verdienst, daß der Versöhnungstag so gefeiert wurde, gebührt einem jungen Franzosen." Wie Sie wiffen, haben die Franzosen, um den Tod der Missionäre zu rachen, eine Expedition nach Cochinchina ausgerüstet, wo sie bis Saigun vorgedrungen. Um die nöthigen Berichte rc. rasch liefern zu können, ward der Expedition auch eine Druckerei mitgegeben, an deren Spitze ein junger Franzose, ein Jude, gestellt wurde, der sich bereitin der kaiserl. Druckerei zu Paris durch sein Organisationstalent aus-