Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1867)
- Date
- 1867-03-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Jahrgang. Beilage zu Nr. 12 des Israelit. Leitender Artikel. Verein M Förderung und Conseroirung des religiösen Lebens für die Inden in Deutschland. m. Belgard, in Pommern, 10. März. Geehrtester Herr vr.! In Nr. 9 Ihrer geschätzten Zeitschrift, «der Israelit," sowie in Nr. 10 bringen Sie erstens einen Aufruf zur Bildung eines Vereines für Erhaltung und Förderung der religiösen Vorschriften, besonders des nap, und demnächst einen solchen für Erwirkung der Verlegung der Wochenmärkte vom hds? zu bewirken. Leider ist die Festsetzung des Wochenmarktes auf nasy auch in unserer Provinz die Veranlassung, daß naa/ ^'ki von Jahr zu Jahr offener betrieben wird und es gibt viele Städte in unserer Provinz, wo die Mehrzahl der Geschäfte, in einigen sogar alle, am Sabbat .geöffnet sind. Schon vor Jahren ward auf den Uebelstand des Sabbat-Wochenmarktes in einer hier stattgefundenen Versammlung von Gemeinde-Delegirten des Regierungsbezirks durch den derzeit in Belgard fungirenden Rabbiner vr. Klein aufmerksam gemacht und eine Petition an die Bt Hörde um Abstellung beschloffen. Die politisch bewegte Zeit ließ es damals nicht dazu kommen. Vor zwei Jahren nun ward die Sache von dem Unterzeichneten auf's Neue angeregt und von fast sämmtlichen Gemeinden des Coesl. Regierungsbezirks ein Gesuch an die Negierung eingereicht, in welchem unter Hinweis auf die Nachtheile für Religion und Sittlichkeit die Verlegung des Wochenmarkles beantragt worden. Die Regierung lehnte das Gesuch ab. Herr vr. Treuenfels in Stettin übernahm es nunmehr, die sämmtlichen Gemeinden Pommerns zum Beitritt zu einer Petition an das Ober-Präsidium der Provinz aufzufordern. Es ist anzuerkennen, daß auch hierzu die meisten Gemeinden beitraten, aber leider ebenfalls ohne Erfolg. Sollen wir nun die Hand in den Schooß legen und sehen, wie der Abfall überhand nimmt, der Treuen immer weniger werden? Der Gedanke, einen Verein zu gründen, dem sich j alle gesinnungs- und glaubenstreuen Jehudim anschlie-! ßen mögen, schwebt mir schon seit vielen Jahren vor, und habe ich vielfach auf meinen Reisen mit Gesinnungsgenoffen darüber gesprochen. Der Gedanke ward gebilligt; wer sollte ihn jedoch ausführen? Nun Sie aber in Ihrer Zeitschrift denselben Gedanken anregen, ist ein Mittelpunkt gefunden, von wo aus die Idee, sich verkörpernd, in's Leben treten kann. Ich bin gerne bereit, mit meinen schwachen Kräften dafür zu wirken, melde mich einstweilen als Vereinsmitglied und zeichne jährlich 5 Rthlr. Beitrag. Der Verein könnte vielleicht den Namen D’Jidn ’ja führen und die Aufgabe desselben würde nach meiner unmaßgeblichen Meinung sein: 1) Die Treuen zu sammeln und in der Vereinigung Kraft zu finden. 2) Die Hindernisse zu beseitigen, welche der Ausübung der religiösen Vorschriften im Wege stehen: als Unterstützung zur Erleichterung von ^^-Restaurationen in Bädern und besuchten Städten, wo solche fehlen; Unterbringung junger Leute in Geschäfte, die den halten, und Unterstützung derselben zur selbstständigen Etablirung. Es würde außerdem sich gewiß noch Gelegenheit finden, die Thatkraft des Vereins in Anspruch zu nehmen, wenn solcher nur erst in's Leben getreten und Verbreitung gefunden hat. Ein solcher Verein, zunächst für Nord- und Süddeutschland, könnte dann auch für Verlegung der Wochenmärkte seine Thätigkeit entfalten. Aber gestalten Sie mir noch eine Bemerkung und nehmen Sie solche als die Meinung eines Mannes, der kein T'tin -q ist, dessen Herz aber seit frühester Jugend für die Religion der Väter warm geschlagen und der es trauernd sieht, wie Kinder frommer Eltern dem Moloch anheimfallen. Soll der Verein, wie ich ihn mir denke, gedeihen, wachsen und wirken, so muß er alle Treuen im Judenthume umfassen können. Ob er der Würzburger Schule, ob er der FrankeUschen Richtung angehört, ob er den „Jeschurun" oder die „Laubhütte", oder gar die «Zeit, des Judenth." liest, das darf keinen Unterschied machen. *) Es sind ja leider so wenige, die es ernst meinen, denen die Religion am Herzen liegt; sollen diese Wenigen sich auch noch gegenseitig ausschließen? Lassen Sie uns einen Sammelpunkt bilden und rufen: ’d und wer da kömmt: -idn-» rm h» mro’ rm hb sei ausgenommen in den Verein der Treuen der dwdn ’ja. Gestatten Sie mir die Versicherung der vollkommensten Hochachtung, mit welcher ich verbleibe Euer Ehrwürden ergebenster M- Gottschalk Lewy. *) Wir sind weit entfernt, irgend Jemanden, der die heiligen Zwecke des Judenthums zu fördern kömmt, zurückzuweisen oder gar dessen Anschluß von der Art seiner Lectüre abhängig zu machen. 'n üKQ dwn TH3, Gesegnet sei Jeder, der da kömmt im Ramm des Herrn! — Red.