Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-03-20 · Heft 12 (20.3.1867) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 12 (20.3.1867)
Date
1867-03-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447304--04986-2460470
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

190 die Majorität zur Gründung eines Waisenhauses, in welchem jedoch der hebräische Unterricht eine besondere Pflege finden soll. Zur Ausarbeitung eines bezüglichen Statuts wurde ein Comitö von 6 Mitgliedern, bestehend aus den Herren: Obmann G. Tautzig aus Budin, I. A. Popper aus Tereschau, Siegmund Hoffmann aus Pilsen, S. Trebitsch aus Dobruschka, D. Bloch aus Jungbunzlau und Franz Schnabel aus Neubidschow, gewählt. Ueber den Ort, wo das Waisenhaus zu errichten sei, wurde vorläufig noch nichts Bestimmtes entschieden. Außer diesem Hauptpunkte des Programms kamen noch einzelne minder wichtige Gegenstände zur Verhandlung — für die Uebernahme oer obenerwähnten Summe wurde ein Comil^ von 3 Mitgliedern ernannt. Dem Vereine zur Beschaffung von Freitischen für jüd. Skudirende, den jüd. Spitalern in Karlsbad und Marienbad wurde ein Jahresbeitrag von je 100 fl. votirt. Endlich wurde eine Neuwahl des Obmanns und dtffen Stellvertreters vorgenommen. Herr G. Taußig wurde neuerdings mit Einstimmigkeit zum Obmann gewählt. Obmanns Stellvertreter wurde D. Bloch anstatt des frühern H Ochs, welcher letztere seiner Demission eingebracht halte. Für Stipendien an Rabbinatskandidaten wurden jährlich 1600 fl. bestimmt. T. (Abendland.) Prag. Aus Anlaß des Ablebens der Frau Judith« Goldschmied hat deren Schwiegersohn, der Fabrikbesitzer Herr Joseph Singer, Mitglied des Vorstandes, der Cultnsgemeinderepräsentanz die Summe von 1200 fl. ö. W. zur Vertheilung an wohlthätige Stiftungen und Vereine übermittelt. — Herr Dr. Hoff, Prediger der Pinkas-Synagoge, hielt am Sabbat Paraschath Schakalim seine Antrittsrede. — Wie man hört, soll auch für die Klaus-Synagoge ein Prediger engagirt werden. Unter den nachträglich durch die Allerhöchste Gnade Sr. Majestät des Kaisers wegen hervorragender Leistungen während der letzten Kriegsereignisse und anderer Verdienste ausgezeichneten Persönlichkeiten befinden sich auch folgende Israeliten. Das goldene Verdienstkreuz mit der Krone erhielten: Die Med. Drs. Salomon Bondi und Lazar Plowitz in Prag, Veit Löwrt in Horitz, Adalbert Schnitzer in Hohenelbe. Das goldene Verdienstkreuz erhielt: Salomon Schwarz, Handelsmann in Prag, der Med. Cand. Carl Schneider in Prag. Das silberne Verdienstkreuz mit der Krone erhielt: Herrschmann Presen, Gemeinderath in Lieben. Der Ausdruck der Allerh. Zusriedenheit wurde zu Theil Mark. Nosenbacher in Prag. Herr J. U. Dr. Friedrich Wiener wurde in der letzten Sitzung der Advokatenkammer des Königreichs Böhmen anstatt des verstorbenen J. U. Dr. Hohlf.ld zum Vicepräsidenten der Kammer gewählt. — Herr Dr. Heinrich Kisch, Badearzt in Marienbad hat die Redaktion des „Archiv für Balneologie" des bisher unter Leitung des nun verstorbenen Hofrath's Dr. Spengler in Ems stand, übernommen. Das Journal wird nun, anstatt wie bisher als Vierteljahrsschrift in Monatsbeften erscheinen. (Abendland.) Pesflh. Dem Wiener „Fremdenblatt" wird aus Pefth geschrieben: Immer klarer tritt hier der Umstand zu Tage, daß unter den vielen Reformfragen, welche an das ungarische Ministerium herantreten, die Angelegenheit der Rationalitäten stets gebieterischer den Vorrang erheischt. Dem „Pesther Lloyd" geht aus Kunia ein Bericht über eine furchtbare Prügelei zu, mit welcher die dortigen Serben die Verfaffungsfeier der dortigen Magyaren und Deutschen vereitelt haben. Halten wir damit den Vorfall von Szegedin zusammen, wo freilich nach einem Berichte des „Naplo" nur das beschäftigungslose Gesindel den kleinen Judenkrawall hervornef, so erscheint cs höchst wünschenswerth, daß das Ministerium die durch das Landesintereffe begrenzte Gleichberechtigung der Nationalitäten, sowie die Judenemancipalion sobald als möglich durchzuführen trachte. Pesth. Unter den Israeliten in Ungarn scheint ziemliches Unbehagen darüber zu herrschen, daß das Ministerium noch nicht mit einer offenen Erklärung betreffs der Emancipation hervorgetreten ist. In Frankenburg's „ 184Ü" lesen wir 'wenigstens: Graf Julius Andrassy und die isr^el. Deputation — dieses Thema spielt sich in Pesther Kreisen in vielfachen Variationen ab. Wie wir aus authentischer Quelle vernehmen, machte am jünaften Sonntage eine Deputation der Pesther Israel. Kultusgemeinde ihre Aufwartung beim Ministerpräsidenten, welche in ihrer Beglückwünschungsrede unter Anderem auch die Emancipation der Israeliten betonte. Der Herr Ministerpräsident gab eine sehr beruhigende Antwort; doch mißverstand die Deputation einigermaßen seine bei dieser Gelegenheit gesprochenen einzelnen Worte, und aus diesem Mißverständnisse bildeten sich dann die vielfachsten Gerüchte. Graf Andrassy erwähnte insbesondere den Anschluß der Israeliten an die ungarische Nation, und wenngleich einzelne Worte seiner improvisirten Rede vielleicht einigen Doppelsinn zulaffen, so duldet doch die diesbezügliche Ueberzeugung der Intelligenz der gelammten Nation, welche in erster Reihe auch Ueberzeugung des Ministeriums ist — keinerlei Doppelsinn. Portugal. Lissabon. Der Jahresbericht des Unterstützungsvereines “jöid der israelitischen Damen zu Lissabon liegt uns vor. Die Verwaltung dieses Vereins ist zusammengesetzt ans den Damen Mary Amzalak, Rachel Carvose Nenes, Lice More Josö Seruja, Simy Bensaude, A. Anahory. Wir sehen, daß selbst an den äußersten Grenzen Europas unsere Schwestern in Israel mit Ergebung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.