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Der Israelit · 1867-03-20 · Heft 12 (20.3.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 12 (20.3.1867)
Date
1867-03-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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189 Düsseldorf. (Privatmittheilung.) In Betreff unseres Seminars interessirt Sie und die Leser des „Israelit" vielleicht die Mittheilung, daß in der am 25. d. M. hier abzuhaltenden General-Versammlung ein definitiver Vorstand gewählt, über Annahme eines vorzulegenden Statuten-Entwurfs und über die baldige Eröffnung des Seminars Beschluß gefaßt werden wird, und daß zu letzterer von der hiesigen Regierung bereits Concession ertheilt worden ist. Das Resultat der Gen.- Versammlung und das angenommene Statut werde ich Ihnen zur Zeit mittheilen. Zkanlen a. Rh., 10. März. Das Zustandekommen des projectirten Seminars zur Ausbildung jüdischer Lehrer in Düsseldorf ist gewiß der Wunsch jedes orthodoxen Juden, und eine große Freude ist es für denselben, wenn man sieht, wie von allen Seiten reichlich Gaben fließen, um endlich die Verwirklichung dieses langgehegten Wunsches zu erstreben. Nachdem der Vorstand in hiesiger Gemeinde die Sammlung vorgenommen, glaubte unser allverehrter Lehrer, Herr L. Ellmann, dessen Herz für alles Gute so hoch schlägt, auch sein Schärflein im Jntereffe der guten Sache beitragen zu müssen und anachte auf seine Kosten kleine Reisen in der Umgegend, um sich bei den dortigen Gemeinden dem gewiß nicht angenehmen Geschäfte des Sammelns von Beiträgen zu unterziehen. Nachdem er die Gememdemitgüeder in beredten Worten von der hohen Wichtigkeit der zu gründenden Anstalt überzeugt und ihnen klar gemacht hat, daß mit den Gaben keine fernliegenden Zwecke erreicht werden sollten, sondern, daß die Spender selbst und namentlich ihre Kinder es seien, die die Früchte dieser Anstalt genießen sollten, war Jeder gerne bereit, nach Verhältmß beizutragen, und der Erfolg, der Bemühungen des Herrn Ellmann war ein guter und glänzender. Allein diesen Gemeindemitgliedern war vor Ankunft des Herrn Ellmann der Aufruf zum Einzeichnen von Beiträgen bereits zugegangen, von den Meisten jedoch ungelesen und nachlässig bei Seite gelegt worden, und hätte er ihnen nicht in so begeisterten Worten den großen Nutzen eines solchen Seminars vorgehalten, so wäre eine große Summe für eine so wichtige Sache verloren gewesen. Man sieht hieraus, daß der Wohlthätigkeitssinn in Israel G. L. nicht geschwunden, wenn sich nur überall Männer finden, die ihn anregen und fördern und sich nicht immer aus den guten Willen Anderer verlassen, denn zur Erhaltung und Erstarkung des echten und wahren Judenthums und seiner heiligen Thora mit aller Kralt zu wirken, dazu ist Jeder verpflichtet. ruoD bann1? jmn p nx rS. Adolph Oster. Österreichischer Kaiserstaat. Prag, 6. Marz. Ihre geschätzten Aufsätze über den projektirten „Schomre Schabos-Vercin'" haben hier freudige Theilnahme erregt, und man wundert sich nur, das Ei des Kolumbus nicht schon früher entdeckt zu haben. Die Gründung eines derartigen Vereines hier wäre gar nicht schwer und läge es in dem Beruf der hier fungirenden Prediger dieser so schonen Jvee die möglichste Verbreitung zu verschaffen. Insbesondere könnte Herr Profeffor Dr. Kämpf, der sich des Tempelumbans so warm angenommen und einen vollkommenen Erfolg in dieser Angelegenheit erzielte, seinen frommen Eifer für die Sabbatfeicr durch Gründung eines Schombre Schabos - Vereins bestens bethätigen. Der würdige Seelenhirt würde sich um die Beruhigung der Gewissen, welche durch die offen zur Schau getragene Sabbatschändung sich gekränkt fühlen, unaussprechliches Verdienst erwerben. Sagt doch die h. S.: ixm »znpo ntti mosyn vnrüff nx „Den Sabbat sollt ihr beobachten und das Heiligthum ehrfürchten." Die Beobachtung der Sabbatgesetze ist mithin der Ehrfurcht vor dem Tempel voran gestellt. Wir zweifeln nicht, daß diese Anregung auf fruchtbaren Boden fallen und daß die Betheiligung an dem projektirten Verein eine lebhafte sein wird. Die Cultusrepräsentan; hat in gerechter Würdigung der Verhältnisse der Gegenwart für die Rabbinatskandidaten 2 Lehrkanzeln errichtet und zwar für klassische Sprachen und für Geschichte und Philosophie. Homiletik tradirt Herr Profeffor Or. Kämpf unentgeltlich. Doch wäre noch zu wünschen, daß auch Bibeleregese, Midrasch und hebräische Grammatik in den Lehrplan ausgenommen wurden. Der jetzige Obman der Commission für Talmud- Thora, Herr Professor Dr. Wessely, ist eifrig bestrebt, diese noch junge Anstalt möglichst zu kräftigen und dieselbe derart zu heben, daß sie mit der Zeit zu einem wirklichen Lehrer- und Rabbiner-Seminar sich entwicklen dürfte; eS geschieht dies alles ohne Geräusch und Ostentation, und wird derselbe in seinem löblichen Streben von den übrigen Mitgliedern wie von der Gesammtrepräsentanz kräftig unterstützt. Prag. Bekanntlich wurde das aus den frühern Steuerreste'n herrührende Vermögen der böhmischen Judsnschaft nach Allerhöchster Anordnung zwischen der Cultusgemeinde Prag und der böhmischen Lanvjudenschaft nach dem Populationsoerhältmsie getheilt, so daß auf letztere eine Summe von ungefähr 200,000 fl entfällt, über deren Verwendung zu gemeinnützigen jüdischen Zwecken die jüdische Landesrepräsentanz über ergangenen Auftrag der hohen k. k. Statthalterei Vorschläge zu unterbreiten hat. Zu diesem Zwecke hielt die Landesrepräsentanz am 4 und 5. d. M. unter Vorsitz ihres Obmanns ihre Berathungen in dem jüdischen Landhause in der Geistgasse. Es gab ziemlich stürmische Debatten, bei denen sich verschiedene Ansichten, unter andern auch die Gründung eines Rabbinerseminars geltend machten. — Schließlich entschließt sich

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