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Der Israelit · 1867-03-13 · Heft 11 (13.3.1867) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 11 (13.3.1867)
Date
1867-03-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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182 das immense Wissen unseres, nach Angabe eines gewissen Conversations-Lexikons, auch Kabbalahkundigen J)r. I., und dieser wieder die unübertreffliche Rednergabe des Herrn W., wahrlich! es wäre eine Wonne, um diese Herren stets leben, sie bewundern, und ihnen nachbeten zu können. Wie gesagt, wir vermochten dem Herrn W. durch den Wust dieses „Pathach-Deutsch" nicht zu folgen und behielten im Gedächtnisse davon nur soviel, daß das Mannheimer gespendete Lob nur als Folie für die Herabsetzung der Orthodoxen dienen mußte. Armer Mannheimer, der du so fleißig in „Schul" gingst und der Orthodoxen Stab und Stütze gewesen bist! Wie traurig muß nicht sein Geist aus jenen höheren Regionen herobblicken, wonn er die Schmähung der Letztern als Folge seines Lobes wahrnimmt??? Zum Schlüsse wollen wir uns noch, bei dieser Gelegenheit, eine Frage an Herrn W. und Consorten erlauben. Excquien abhalten und Messelesen gehören doch unleugbar, nach der maßgebenden Anschauung der Tonangebcr im Beth hamidrasch zu Wien, in das Ressort jener „verotteten und geistlosen Casuisten, die mit jesuitischer Schlauheit den Spuk erfanden, um Schwachköpfe damit zu täuschen und für sich ein Einkommen zu verschaffen"; nun! wie kommt es, daß diese erleuchteten, mit der Fackel der Aufklärung einherschreitenden sprach- und kabbalahkundigen Herren den Schacher mit dem Himmel gutheißen, dem Mischnajorhlerncn und Kadischsagen eine permonrnte Weihe verleihen? Sollten gar etwa Hr. W. und sein Meister und Hr. Vr. I. einen Anflug von „Muckerthum und jesuitischer Erbschleicherei" bekommen haben? Wir wagen cs nicht, diesem Gedanken in unserer Brust Raum zu geben und solch große Geister in Verdacht zu ziehen; nichtsdestoweniger sind wir neugierig und möchten gerne, zur Ehre des Reformjudenthums, unsere Frage recht bald beantwortet sehen. Eadad ben Bdad. Pefth, 3. März. „Naplo" sogt in Bezug auf die dritte Vorlage betreffs der Munizipien: Manche bedauern, daß das Ministerium die provisorische Ausdehnung der Wahl und der Aemterfähigkeit auf die Israeliten nicht anbietet. Die Antwort ist einfach die, weil diese Frage nicht in Form einer provisorischen Maßregel, nicht mit anderen Fragen eingeschmuggelt, sondern definitiv und für sich allein gelöst werden muß. Schweden. Stockholm. In Schweden ist ein Vorschlag, Katholiken und Juden zum Staatsdienste zuzulaffen, von der zweiten Kammer angenommen, von der Adelskawmer aber verworfen worden. Amerika. Der „Kölnischen Zeitung" wird im Widerspruch mit unsern Berichten aus Palästina Folgendes über die Amerikanischen Colonisten daselbst berichtet: Vor Kurzem war im Staate Maine eine Secte unter einem gewiffen G. Adams entstanden, der sich sür einen speziellen Freund des Etaotssecretärs Gewalt) ausgibt; sie nannte sich die Messiaskirche! und es gelang dem Adams, dreiundvierzfg Familien, worunter viele Kinder, zu einer Auswanderung nach Palästina zu bewegen. Dieselbe fand vor wenigen Monaten Statt Man Hinte seither über das Schicksal der schwärmerischen Colonisten Das und Jenes. Nun aber hat man von denselben osficielle Kunde. Auf eine Interpellation des Senators Morill von Maine hin sandte nämlich das Staatsdepartement dem Congreß eine Anzahl Actenflücke folgenden Inhaltes ein: Aus einem Briefe des Ber. St. Cousuls Beauboucker in Jerusalem an Scward g-ht hervor, daß die Colonisten in Jaffa landeten ohne von den Localbehörden gestört zu werden. Später aber meldete Mr. Morris, der Ver. St. Minister in Konstautinopel, an Seward Folgendes: Senator Morill von Maine habe ihn in einem Brief um eine türkische Landesbewillignng für diese Colonisten gebeten gehabt; er, Morris, habe darauf an Senator Morill geschrieben, daß der Sultan eine solche Landbewilligung verweigere; und er habe gehofft daß dieser Brief rechtzeitig in Maine ankommen werde, um die Abreise der Colonisten zu verhindern. Obgleich die Türkei solchen Fremden, welche sich in der Absicht, ihre Unterthanen zu werden, auf ihrem Gebiete ansiedcln, gern unter die Arme greife, so sei es chßch gegen ihre Politik, Land an Fremde zu vergeben; und würde sie diesen amerikanischen Colonisten den Aufenthalt in Palästina gestatten, so würde sie ihre feststehende Politik verletzen. Herr Morris sandte zugleich einen Brief von dem türkischen Minister Ali Pascha ein, worin gesagt ist, daß die hohe Pforte die Errichtung einer Colonie in Palästina nicht gestatten könne. Ein späterer Brief des Ber. St. ConsulS in Jerusalem (datirt vom 26. Dec. v. I.) meldet, die meisten der Colonisten seien schon im größten Elend, ihr Führer gebe sich aber für einen intimen Freund des Staatssekretärs Seward aus. Ferner liegt bei den Acten eine Schrift der Colonisten selbst, worin sie sich über ihren Führer Adams beschweren und um Absetzung des Ber. St. ConsulS Löwenthal in Jaffa bitten, da dieser sie beim Ankäufe von Land aufs ärgste betrogen und so ihre jetzige Roth herbeigeführt habe. DaS neueste Acten stück ist eine vom 14. Januar

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