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Der Israelit · 1867-03-13 · Heft 11 (13.3.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 11 (13.3.1867)
Date
1867-03-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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181 vollendften Sprachformen in Wort und Schrift, vernehmen, „als er ins Heiligthum vor Gott dem Herrn hintrat," als es galt für die, der jüdischen Wissenschaft streitig gemachten Rechte einzustehen und ihr die gebührende Anerkennung zu verschaffen; nio* Nbi lnrntji, in Folge dessen ihm denn auch, beim Hintritt aus dem Leben, die Unsterblichkeit gewahrt und gesichert bleibt." Daß wir diesen gedrängten Auszug, der in Form und Inhalt gleich vollendeten Rede hier geben, oder derselben überhaupt erwähnen, geschieht einzig und allein darum, weil in dem jüdischen Großkrähwinklerthum unserer Residenz m t der Kanzelberedtsamkeit ein arger Unfug getrieben und weil sie zu selbstsüchtigen Zwecken ausgebeutet wird. Gleich wilden Furien sehen wir die Reclame, seit einer ununterbrochenen Jahrenreihe, durch die hiesigen Journale treiben: Hr. vr. I. hat gepredigt, Hr. vr. I. kann, mag, soll und wird predigen. In Deutschland, dem Sitze gediegenen Wissens und unübertrefflicher Sprachgewandtheit, wird es keinem Kanzelredner in den Sinn kommen, für sich, nach gehaltenem Vorträge, ins Horn stoßen zu lassen, am wenigsten aber wird man den eklen Spuck bis auf die Spitze zu treiben suchen. Einem geordneten und klaren Jdeengange edle Sprachformen anpassen ist dort eine Alltagssache, ein an den Redner hintretendes nicht abzuweisendes Bedürfniß. Nichj so hier, in dem „Capua der Geister." Einige lose und unzusammenhängende „Pschcttelchen," deren Blöße nicht einmal durch eine eorreete Phrase gedeckt ist, erregen hier Aussehen und werden besonders von einer im „religiösen Interesse" arbeitenden Wochenschrift mit kluger Berechnung verhimmelt. Wir sagten „mit kluger Berechnung," und wollen die Beweise dafür anzuführen nicht unterlassen. Ein „jaämod bkol rom“ für Hrn Dr. I. in der „Neuzeit," wird von diesem wieder mit einer Reclame für die Szanto'sche Schule von der Kanzel herab erwiedert. Eine vom Stapel gelassene Lobhudelei des uneigennützigen Redacteurs bringt dem verdienstvollen Schuldirector die Lectorstelle am Beth hamidrasch ein; und wer weiß, wenn diese Methode nicht auf außerordertliche Weise in Stockung geräth, ob Sz. am Ende nicht auch die Lizenz erhält, an „Jahrzeiten" im Beth hamidrasch Mischnajoth lernen und Kadisch sagen zu dürfen? Gewiß! die Aussicht ist zu verlockend; und wahrlich! wenn wir die „Neuzeit" vom 23. d. zur Hand nehmen, so können wir sofort die unzweideutigste Bemerkung machen, wie Hr. Sz. diesem „Halbziehen" und „Halbhinsinken" auch diesmal nicht widerstehen konnte. Dieselbe enthält nämlich, in einem „Eine Todtenfeier in Paris und Wien" überschriebenen Artikel, folgenden Passus: „In der isr. Gemeinde war es der Hr. Prediger vr. Jellinek, der beredte Fürsprecher und Anwalt der jüdischen Wissenschaft in Wien, welcher eine Denkrede dem großen Todten widmete." Also nur Hr. vr. I. war es und nicht auch Hr. vr. Güdemann, der Munk einen Nachruf hielt? Wie doch da der plumpe Pferdefuß gar gewaltig heroorlugt! Wo war denn die feine Spürnase des allezeit herum schnüffelnden Redacteurs, als Hr. vr. Güdemann am 16., also einen Tag vor vr. I., im Leopoldstädter Tempel sich dieser Ehrenpflicht entledigte? Sollte er gar etwa, durch die von ihm vertretenen „religiösen Interessen" angeregt, so religiös geworden sein, daß er am Sabbat die Stube nicht verläßt? Mit Nichten! Motive edlerer Natur liegen diesem Vorgehen zu Grunde. Hr. vr. G. ist ein sittlich-moralischer Charakter, ein ehrlicher, deutscher Mann und was das ärgste von Allem — auch fromm und gläubig. Grund genug, um von Sz. einen moralischen Fußtritt zu erhalten, direct verunglimpft oder todtgeschwiegen zu werden. Todtschweigen — nicht übel! Von Szanto gar nicht oder nicht lobend erwähnt werden, ist die größte Ehre, die einem Biedermanne wiederfahren kann. Wir haben durch den getreuen Rapport, daß Hr. vr. G. am 16. und Hr. vr. I. am 17. die Trauerrede gehalten, der Wahrheit ibtc Ehre gegeben. Den objektiven Thatbestand dar-, und jenes hämische Jznoriren bloßzustellen, das allein hatten wir im Auge. Hadad ben Bdad. Wien, 25. Febr. Gestern, als am Sterbetage des seligen Predigers Mannheimer, begab sich eine große Anzahl der zur Synagoge in der Schisssgasse gehörigen Orthodoxie, an das Grab desselben, um die bei solchen Anlässen ähnlichen Gebete zu verrichten. Oie hier zu Tage getretene pielätsvolle Erinnerung an den Mann, der den strenggläubigen Juden stets willfährig entgegenkam, Lieferte den klarsten Beweis, daß die „vom Preßbarger schloßberge hier Eingenisteten" denn doch nicht so verrottet, nicht so blinden Hasses gegen die Träger moderner Bildung erfüllt sind, wie man es von gewisser Seite so gern glauben machen möchte. Wo, wie beispielsweise bei Mannheimer, Bildung mit Religiösität sich paart, da sind die verrufenen Orthodoxen sogleich zur Hand um die gebührende Anerkennung zu zollen, nicht nur im Leben allein — sondern hinaus übers Grab, dort, wo ein tum oiten weder zu erhoffen noch zu erwarten ist. — Auch im Beth hamidrasch wurde, aus eben derselben Ursache, eine Leichenfeier durch den Lektor I. H. Weiß abgehalten, wobei es an boshaften Ausfällen und Jnvektiven gegen die Orthodoxen natürlich nicht fehlte. Eine Distellese aus diesem gesprochenen Verdikt hier zu geben, ist für uns eine reine Unmöglichkeit, indem unsere Aufmerksamkeit durch das schauderhafte Deutsch des Herrn W. zu sehr in Anspruch genommen war.' Ja dieses Deutsch — es ist ganz darnach angethan, um Rabbi Hillel aus Szikszo ein freundliches Lächeln ab;ugewinnen; ist ein Deutsch, „das Stein erweichen, Menschen rasend machen kann." Besäße Hr. W.

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