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Der Israelit · 1867-03-13 · Heft 11 (13.3.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 11 (13.3.1867)
Date
1867-03-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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179 Anblick einer großen Familie geben, welche, obgleich über die ganze Erde zerstreut, alle Kräfte des menschlichen Geistes, alle Arbeiten der Wissenschaft, alle Quellen -er Moral benützt, um die Lage ihrer Mitglieder zu verbessern und in dem wir in der Mitte der Völker der Typus dieser moralischen Größe werden, dient unsere Zerstreuung dem Fortschritte der Humanität und das ist die Bestimmung des Judenthums. Die Alliance ist gegründet, um sie zu erreichen!" — Dem Berichte des Cassirers, Herrn E Lövy Alvar6S, entnehmen wir, daß der Fond der Alliance 44/192 Fr. 33 C. beträgt, und daß sich derselbe seit dem 15 Mai 1865 bis zum 30 September 1666 um 16,628 Fr. 83 C. vergrößert hat. Die Anzahl der Mitglieder, die am 15. Mai 1865 3900 war, ist nun dis auf 4610 gestiegen. Die Berichte des Sekretärs und Cassirers geben keinem der Anwesenden Anlaß zu Bemerkungen und nun richtete der Herr Präsident an die Versammlung die Rede, die wir unfern geehrten Lesern bereits mitgetheilt zu haben. Herr Jesajas Schwell dankte dem Comile für die glückliche Erfolge, die es durch sein Wirken erzielt hat. Nachdem Herr Julius Lion im Namen vieler Mitglieder, die Modifikation des 8-11 der Statuten welcher Wiederwahl des Präsidenten nur im Zeiträume von 3 Jahren gestattet, beantragt hatte und der Herr Präsident die Antwort gab, daß das Centralcomitä dieses Verlangen zum Gegenstände ernster Berathung machen werde — wurde die Generalversammlung geschlossen. AeiturrgSrrachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt <t. M. 4. März. Das Pflegamt des israelitischen Almosenkastens veröffentlicht den Jahresbericht über seine Wirksamkeit in 1866. Wie die Almosenkästen der christlichen Gemeinden, so war auch dieser zu erhöhten Ausgaben an Unterstützungsbedürftige gezwungen. Regelmäßige Unterstützungen wurden im Belaufe von 5968 fl. gewährt. Die der Anstalt zur sofortigen Vertheilung zugewiesenen Gaben beliefen sich auf 7664 fl. 13 kr. und die Ausgecken insgesammt auf 12,990 fl. 17 kr. Während durch die veränderten Velhältnisse manche Beträge, als AuSzugsgelder rc., eine Verminderung erlitten haben und voraussichtlich weiterhin erleide» werden, tritt auch bei dem israelitischen Almoseukaste« eine erhöhte Fürsorge für Arme und Nothleidende mehr denn je heran; er bittet deßhalb seine Glaubensgenossen und Mitbürger dringend, in der Theilnahme nicht nachzulassen. Vorn Nekav bringt der „Beobachter," ein in Württemberg gelesenstes Volksblatt, folgende interessante Bemerkung: „Der „Israelit," ein in Mainz erscheinendes Centralorgan, enthält in seinen jüngsten Nummern (5 und 6) über Heilbronn und Lehrensteinsseld, Jebenhausen und Göppingen, Buchau und Kappel, betreffend die Rabbinatswanderungen von Dorf in die Stadt und die Bevormundung der jüdischen Gemeinden, einen so trefflichen Artikel, daß wir auf diesem Wege auch unfern Herrn Cultusminister darauf aufmerksam machen und überhaupt bitten möchten, dieses Blatt, das so oft die jüdischen Zustände besonders in Süddeutschland freimüthig bespricht, sich hie und da auf sein Lesepult legen zu lassen." Die Notiz ist gleichlautend in die betreffenden Lokalblätter übergegangen, und hat damit den Einfluß der fraglichen Punkte in den sich dafür interessirenden Kreisen um vieles vermehrt. Bnrgpreppach. In Nr. 5 dieses geschätzten Blattes beklagt sich ein Correspondent aus dem Elsaß mit vollem Rechte über die verächtlichen Ausdrücke gegen >?"n nm, in welchen sich ein junger französischer Rabbiner gefällt und schließt mit der Bemerkung, daß jene verderblichen Ansichten wohl nur durch ein Uebersehen der löbl. Redaction ihren Weg in den Univ. Jsr. gefunden haben. Zur Begründung dieser Vermuthung möge folgendes Faktum dienen, dessen ich mich aus früherer Zeit erinnere. Vor circa 27 Jahren, als ich noch in der Pfalz wohnte, las ich eine damals in Straßburg erschienene herrliche Zeitschrift für jüdische Interessen, „1» Regeneration,“ redigirt von Herr Bloch, vermuthlich dem verdienstvollen Redakteur des jetzt erscheinenden Univ. Jsr. Auch jenes Blatt hatte eine vortreffliche Tendenz, weshalb mein Erstaunen um so größer sein mußte über die Ausnahme eines Artikels von Rehfüß in Heidelberg, in welchem die Stelle bin “raifr rwy "püsn tw übersetzt wurde: Travaille au jour de Samedi comme aux autres jours 2C. rc. Mit gerechter Indignation traten hiergegen die Zöglinge der damals in Metz unter der Direktion des Herrn Lambert bestandenen 4cole rabbinique auf. Abermals mußte ich staunen, als die höchst empörende Aufforderung der Dr. Rehfüs ausgenommen wurde: Seine Gegner mögen die allegirte Stelle besser übersetzen, wenn sie es vermögen. Zur großen Befriedigung aber trat sodann der sehr geehrte Herr Redakteur mit der Erklärung auf, er habe «ährend einer mehrwöchentlichen Entfernung die Redaction anderer Hand übergeben, und es Ihue ihm sehr leid, daß während seiner Abwesenheit jene Artikel Aufnahme fanden. Demnach läßt es sich

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