Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1867)
- Date
- 1867-03-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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178 gut gefunden; beide Werke erhielten Unterstützung von uns. Ein französischer Konsul in China, Herr Simon, hat es übernommen , uns mit zwei israelitischen Gemeinden, mit der zu Ning-pö und der zu Käkfong-fou in Verbindung zu setzen. Wir haben ihnen in hebräischer Sprache geschrieben und von ihnen Nachricht über ihren Ursprung, ihre Geschichte, ihre Sitten, religiösen Gebräuche und über ihren jetzigen Zustand erbeten, und wir erhalten vielleicht von ihnen genaue Auskunft über einen der unbekanntesten Zweigen der isr. Familie. Ein isr. Reisender, Herr Tscharny, hat eine Reise nach dem Kaukasus unternommen, um Näheres über die zahlreichen isr. Stämme, welche ihn bewohnen, zu erfahren. Er hat sich an uns gewendet und wir haben ihm hierüber viele Fragen gestellt, durch welche wir, wenn sie beantwortet werden, unsere Glaubensgenoffen Ln diesen bis jetzt noch ziemlich unbekannten Gegenden kennen lernen werden. Für uns hat die Statistik ein besonderes Jntereffe. Es ist für unsere Rechtssache gut, zu zeigen, was siebzig Jahre der Freiheit aus uns gemacht haben, wie unsere Stellung in der Wissenschaft den Künsten und in der socialen Bewegung so groß, in der criminalen Statistik so klein geworden. Dieses Verhältniß beweiset am besten, daß es für die Völker ebenso nützlich als gerecht ist, unseren Glaubensgenossen vollständige Emancipation zu gewähren. Wir haben folgende Aufgabe über die Statistik gestellt: Eine sociale und criminelle Statistik der Jsraeten in Frankreich vom Jahre 1830 bis auf unsere Tage in je 5 Jahren zusammengestellt, soll nach authentischen officiellen Dokument?» entworfen werden. Ferner soll erforscht werden, in welchem Verhältniß sich die Israeliten an allen liberalen Karrieren berheiligt und welche es sind, die sie besonders erwählt haben. Anderseits soll geprüft werden, welche Verbrechen und Frevel man ihnen vorwerfen konnte und welches ihre proportionelle Ziffer in. den gerichtlichen Verurteilungen aller Grade ist. Außerdem sollen allgemeine Betrachtungen über das Verhältniß der iSr. Bevölkerung mit der allgemeinen Bevölkerung in statistischen Tabellen gemacht werden. Jede ähnliche Arbeit, die als Gegenstand eines der Länder Europa's, wo die Stellung der Israeliten dieselben Punkte der Vergleichung darbietet, wird zu diesem Koncurs zugelassen. Da für die Untersuchungen, die diese Arbeit erfordert, viel Geld nöthig ist, haben wir diesen Preis auf 3000 Fr. festgesetzt. Die Arbeiten der Gelehrten veröffentlichen ist eines der Mittel, die Wissenschaft zu fördern! es gibt noch ein anderes und das ist, die Männer zu honoriren, welche derselben ihre Existenz gewidmet haben. Einer der bekanntesten Gelehrten, Luzatto, ist gestorben, Werke als Ecbtheil hinterlassend, welche Monumente der Gelehrsamkeit sind; aber seine Familie befindet sich in Armuth. Es ist gerecht, daß die Familie von allen Israeliten adoptirt werde. Eine Subscription wurde von einem italienischen Counts eröffnet, um die Werke Luzatto's zu veröffentlichen. Die Alliance hat sich an dieser Subscription betheiligt mit dem Bedauern, daß sie nicht im Stande ist den Beweis ihrer Anerkennung bis zur Höhe der Bewunderung, welche sie gegen diesen berühmten Gelehrten hegt, erheben zu können. Zu gleicher Zeit hat sie beschlossen, daß der vom Subkomits ausgegebene Bericht in ihr Protokoll, das veröffentlicht wird, ausgenommen werde, um dadurch die Subscription den Israeliten der ganzen Welt zu empfehlen. Die nach dem Vorschläge des Herrn Albert Cohn vom Centralcomits gemachte Fondation zur Aufmunterung der Gelehrten wurde dieses Jahr durch die Freigebigkeit unseres Comitss zu Baranquilla vergrößert. Sie findet leicht ihre Anwendung unter den Männern, welche in der Pflege der Wissenschaft die Sorge für ihr Vermögen vergessen und schon zwei Gelehrte, Herr Goldberg, ein gelehrter Phckokege, Herr Letteris, ein Dichter, welcher in Übersetzung des Racine und des Göthe, die ganze Schönheit der hebräischen Sprache zu bewähren wußte, haben, Dank dieser Fondation, den Beweis der hohen Achtung ihrer Glaubensgenossen erhalten. Die Darstellung unserer Arbeiten ist beendigt. Sie kennen nun den Weg, den wir zusammen zurückgelegt haben, und weit entfernt vom Ziele scheint es, daß sich unser Horizont immer mehr erweitert, je mehr wir vorwärts schreiten. Wenn wir den Israeliten Hilfe geleistet, Schulen gegründet, die Wissenschaft aufgemuntert haben, so haben wir noch nicht genug gethan. Alles hängt von der Entwickelung des Menschen ab: wenn wir seinen moralischen Zustand verbessern wollen, müffen wir seine materielle Lage ändern, müssen ihn dem Elende entreißen und dies führt uns zur weiteren Aufgabe, für die Kinder und Männer Arbeit zu suchen. Den Schülern unserer Schulen müssen wir Handwerke, den Israeliten in Palästina Boden und Belehrung im Ackerbau geben. So entwickelt sich unser Werk unendlich. Es bleibt uns nur übrig, die Mittel zur Thätigkeit mit der Wichtigkeit des Gegenstandes herbeizuschaffen. Keiner braucht fein ganzes Vermögen aufzuopfern, aber jeder Mensch, der die Tragweite unseres Werkes begreift, möge daran Theil nehmen, jeder Israelit werde ein thätiger und energischer Mithelfer und verbreite zu jeder Zeit und überall unser Werk. Indem wir die Israeliten aller Länder mit uns vereinigen, können wir.den erhabenen