Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1867)
- Date
- 1867-03-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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175 „ J’ai eu l’honneur d’aocompagner 8. E. Izzed Pascha, Gouverneur de la Palaestine, ä la visite dont eile a honore ce pieux etablissement, et je me fais l’echo de 8. E. en rendant l’hommage aux fondateurs de cet hopital si necesBaire a ce pauvre pays, lee Messieurs Baron de Rothschild, et Monsieur le Br. Albert Cohn; au medecin actuel Br. London, qui correspond ä la piete du fondateur avec un zele louable. Jerusalem le 10 Fevrier 1867. Izzed m. p, Asteriadis m. p., Ilnterprete de Gouvernement. Amerika. New-Aork, im Marz. Die hiesige orthodoxe Gemeinde „Bet Israel Bickur Cholim“ hat in der Person des Herrn Br. A. Messing, früher in Malchow in Mecklenburg, eine sehr gute Acquisinon gemacht; derselbe ist ein Schüler des berühmten Talmudisten R. Eliah Gutmacher in Grätz (Proo. Posen), und versieht seit vorigem Sommer die Stelle eines Rabbiners und Predigers an genannter Gemeinde zu allseitiger Zufriedenheit. Auch ist das Wirken des Herrn Br. M. zu Gunsten der Armen im h. L. rühmlichst hervorzuheben; es liegt uns ein Aufruf vor, den ein Comite, dessen Präsident Herr Br. M. ist, erlassen hat; in diesem wird die Wohlthätigkeit für den genannten Zweck aufs Wärmste angeregt. Feuilleton. Rabbi Elchanan. (Fortsetzung.) IV. Viele Tage mußte Elchanan noch im Bettchen bleiben, und Margaretha pflegte sein mit der aufopferndsten Liebe und Hingebung. Wer sie jetzt beobachtete, konnte bemerken, daß ihr Benehmen gegen das Kind ein wesentlich anderes geworden war. Hatte sie es früher schon lieb gehabt, so bediente sie es jetzt mit einer Art religiöser Andacht; fast konnte sie nicht leiden, daß die Eltern oder andere Verwandte und Freunde sich dem Kinde näherten; sie war eifersüchtig auf jede Dienstleistung. Ihr eigenthümliches Benehmen entging ihrer Gebieterin nicht; allein diese war geneigt, darin einen krankhaften Zustand zu erblicken, der wohl eine Folge der Ueberanstrengung sein konnte. Der wahre Grund von Margaretha's sonderbarem Betragen war aber ganz woanders zu suchen. Als sie. an jenem Sonntage ihrem Beichtiger ihr Leid geklagt, daß ihr Liebling sterben und als Judenknabe in die Hölle kommen würde, da hatte ihr jener den Rath gegeben, durch die Taufe die arme Seele vor der Höllenqual zu bewahren; Margaretha war seinem Rache gefolgt und glaubte nicht anders, als daß die Taufe das Kind vom Tode errettet habe. Bon dem Augenblicke an betrachtete sie den KNaben als ihr Eigenthum, und all ihr Sinnen ging darauf hin, das Kind seinen Eltern zu entreißen und es in der christlichen Religion erziehen zu lassen. So war das Neujahrsfest herangekommenz Alles war in die Synagoge gegangen, um die Schofartöue zu hören; nur Elchanan hatte bei Margaretha zu Hause bleiben müssen, weil er das Zimmer noch nicht verlasien durfte. Da öffnete Margaretha das Hinterpförtchen des Hauses; vermummte Männer kamen herein, ergriffen den vor Schreck erstarrten Elchanan und banden ihm mit einem Tuche den Mund zu; einer von ihnen nahm den schmächtigen, von der Krankheit her abgemagerten Knaben auf den Arm; dann entfernten sie sich, lautlos, wie sie gekommen waren. Margaretha schloß das Hinterpförtchen wieder; dann aber kam die Reue, über das, was sie gethan hatte. Sie brach in lautes Weinen aus, warf sich auf die Erde, r ufte sich das Haar aus, klagte sich des Undanks an und rief alle Strafen des Himmels auf ihr Haupt herab. Gleich darauf jubelte sie wieder vor Freude bei dem Gedanken, daß Elchanan nunmehr für den Himmel gewonnen sei; dann weinte und schluchzte und jammerte sie wieder. In feierlichfreudiger Stimmung kam Rabbi Schimeon mit den Seinen aus der Synagoge. Als sie ins Zimmer traten, lag Margaretha ausgestreckt auf dem Fußboden mit zerrauftem Haar und zerkratzten Wangen. „Um Gott," rief Bella, „Margaretha steh auf! Wo ist Elchanan, mein Kind?" Margaretha stand nicht auf und antwortete nicht. Man schickte nach Rabbi Nathan, dem Arzte; man rief nach Elchanan im ganzen Hause, man erhielt keine Antwort. Der Arzt kam, er fand Margaretha bedenklich erkrankt; man brachte die Bewußtlose ins Bett. Unausgesetzt suchte man den verschwundenen Knaben; er blieb verschwunden. Bald hatte sich die Schreckenskunde in der ganzen Gemeinde verbreitet. Alles machte sich auf, das in so räthselhafter Weise verschwundene Kind zu suchen. Dem Bürgermeister, selbst dem Erzbischof wurde die Anzeige gemacht; Alles wurde aufgeboten, eine Belohnung wurde ausgesetzt, Boten wurden in die Umgegend gesandt — Elchanan blieb spurlos verschwunden; die Einzige, die hätte Auskunft geben können, erlangte ihr Bewußtsein nicht wieder, Margiretha war geisteskrank geworden; auf alle Bitten und Fragen erfolgte nur ein blödes Lächeln. Als man am zweiten Tag des Neujahrfestes ht der Synagoge die von Rabbi Schimeon neuverfaßte Hymne betete, als dann der Vorsänger an die Strophe gelangte, die mit den Worten beginnt: „Elchonon nacha-