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Der Israelit · 1867-03-06 · Heft 10 (6.3.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 10 (6.3.1867)
Date
1867-03-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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163 Groningen. Wie dem „N. I. Weekblad" geschrieben wird, hat der Senat der Stadt Groningen mehreren Aerzten, die während der Choleraepidemie sich unentgeltlich augeboten haben, den Cholerakranken ärztliche Hülfe angedechen zu lasten, einem jeden eine Medaille und die Summe von 100 Gulden übersendet. Unter dielen befinden sich auch unsere Glaubensgemstcn die Herrn vr. I. F. Cohen und I. Jacoks med. cand. — Österreichischer Kaiserstaat. Nikolsburg. Meine Correspondenz in Nr. 5 des „Israelit" hat hier, ganz wider meinen Willen, zu vielfachen Mißdeutungen Veranlassung gegeben. — Es wurde behauptet, daß meine Angabe, es geschehe für das Talmudstudium nichts, nicht wahrheitsgetreu sei, indem doch hier unter der Leitung der Herren Kohn und Knöpflmacher eine sogenannte Schaß-Chebra bestehe. Zugegeben, aber was leistet dieses Institut? Denn die Theilnehmer an diesem gewiß trefflichem Talmudunterrichte find meist alte, würdige Männer, bei denen von Erstarkung und Belebung des religiösen Gefühls zu reden kaum angcmesten wäre. Aber ich habe ja eben nur von der Jugend gesprochen, deren talmudische Ausbildung gänzlich vernachlässigt wird, und einzig allein diesem Uebelstcmde ist es zuzuschreiben, daß auch in Nikolsburg, einer so frommen und orthodoxen Kehilla, im vorigen Jahre Erscheinungen vorgekommen sind, die gewiß jedes religiöse Gemüth tief betrüben. Man hat mir ferner entgegengehalten, daß auch Herr vr. Eisler allsabballich in den Sommermonaten Vorträge über Kusari vor einem gebildeten Publikum halte. Aber das ist ja eben der casua belli. Das gebildete Publikum, das doch meines Wiffens nur aus Studenten, Bechurim und Lehrern besteht, bedarf ebenfalls keiner Erweckung und Belebung. Aber das ungebildete, vielmehr balbgebildete Publikum, die zahlreichen Commis, Handlungsdiener, Handwerker u. s. w., die hier leben, diese bedürfen einer religiösen, und dann aber auch unsere Jugend, einer ta lmudischen Ausbildung. Von anderer Seite ist meinem Aufsatze wieder der Vorwurf gemacht worden, daß er die ganze Schuld auf die religiösen Leiter der Gemeinde schiebt, auf Männer, die die Wucht solcher Anklagen gewiß nicht treffen kann. Nun sind es aber wirklich die religiösen Leiter der Gemeinde, die an diesen Uebelständen Schuld tragen; wer sonst sollte sich um die Hebung des Talumdstudiums bemühen als Rabbiner und Rabb.-Affessoren? — Von Personen habe ich nie gesprochen, habe auch keine Persönlichkeiten berührt; übrigens gilt ja auch hier in einer so wichtigen und hochheiligen Angelegenheit der Spruch unserer Weisen: Dipco Italien. Florenz. Das neue Königreich Italien, das sich aus den Trümmern vieler Throne nach und nach erhoben, hat noch immer viel damit zu schaffen, diese Theile zu einem großen einheitlichen Ganzen umzugestalten. Wenn unter der liberalen Regierung Victor Emanuels die völlige Gleichstellung der Israeliten mit den übrigen Staatsbürgern auch längst anerkannt ist, so haben dennoch cinzelne P.ovinzen und in diesen einzelne Institutionen gewiste Rechte oder Privilegien bisher beizubebalten gewußt, von denen die Israeliten ausgeschloffen sind. Wie wir nun dem „E. I." entnehmen hat das italienisch-jüdische Centralconsistoriu'm die Regierung auf verschiedene Mißstände aufmerksam gemacht und um Abhilfe ersucht. So wurde z. B. Beschwerde geführt über die Proselytenmacherie fanatischer Priesirr, welche die Schulen, die Hospitäler und selbst die Gefängnisse zum Schauplatz ihrer lichtscheuen, bedauernswerthen Seelenhetze machen, während es an vielen Orten den jüdischen Geistlichen noch nicht gestaltet ist, dieselbe zu besuchen. Der Minister des Innern hat durch eigenhändiges Deeret versprochen, daß zur Beseitigung dieser Uebelftände die nöthiaen Schritte in kürzester Frist geschehen werden. Frankreich. Paris. Der „Israelit" berichtete vor Kurzem, baß die „Alliance" mit dem Plane umgehe, Herrn Joseph Levi als Sendboten zur Bekehrung der Falascha'S nach Abessinien zu schicken. Heute nun lesen wir eine Mittheilung desselben im „Libanon", worin derselbe sagt, daß sein Vorschlag von der „Alliance" sehr günstig ausgenommen worden sei, jedoch könne dieselbe im Augenblicke nicht über die Mittel zur Bestreitung der Reisekosten ganz verfügen, sie wolle sich jedoch mildem „Board of Deputies“ zu London in Verbindung setzen und das Resultat dieser Verhandlung schon in der nächsten Sitzung des Central-Comite's der „Alliance" Herrn Levi kund thun. Wir werden nicht versäumen, daffelbe unseren Lesern sobald als möglich Mitzütheilen. Paris. Der „Univers Jsraclite" schreibt: Herr Emil Jonas, Direktor des Chors an der portugiesischen Synagoge zu Paris, Professor an der kaiserlichen Akademie für Musik und Recitation, ist zum Capellmeister der zweiten Sub-DivNion der Seine- National-Garden ernannt worden. Paris. Unter den verschiedenen Bewerbern um des sel. Muuk Stelle an dem College de France soll, wie man uns berichtet, unser Glaubensgenosse Herr Oppert die meiste Aussicht haben. — Dem Sarge MunFs folgte eine Abtheilung kaiserlicher Garde mit umflorten Trommeln, Alles, was nur Paris an Man-

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