Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1867)
- Date
- 1867-03-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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162 heit von seinen, unseren Glaubensgenüßen erwiesenen Wohlthoten erzählt, empfiehlt er der Alliance zur ruhmvollen Ermueruug die folgenden Israeliten: Die Herrn Afflalo, Afferat - el - Hazzen - Bu, Jcoub Pinto, Jsaae Coriat, Delevante, welche seine Mitarbeiter waren. Aber wir werden Herrn Gay nicht vergessen. Die Erinnerung an ihn wird bleiben wie diejenige eines jeden Wohlthäters unserer Glaubensgenossen. Wir sind glücklich, ihm hiermit öffentlich unsere vollste Anerkennung auszusprechen. Die isr. Bevölkerung zu Mogador hat »och andere Wohlthäter: einen französischen Arzt, Herrn Dr. Touvenin, welcher für die Armen mit der größten Uneigennützigkeit sorgt; den Konsul von Frankreich, Herrn Beaumier, dem wir die Organisaüon einer neuen Schule verdanken. Die Gemeinde hatte eine kleine vom Board of Deputies gegründete Schule. Das Board sah mit uns die Nothwendiqkeit ein, eine große Schule zu errichten, welche den Lehrer und die Schüler der kleinen Schule erhalten soll, und die Gemeinde hat auch zur Unterhaltung dieses Etablissements einen Beitrag bewilligt. Wir haben Ihnen von den exiftirenden Schulen Mitthellung gemacht. Bald werben noch andere entstehen. Saffi hat bereits zur Erziehung einer gewisse» Anzahl Kinder einen älteren Schüler aus der Schule zu Tanger kommen lassen und die Alliance hat diesem jungen Lehrer eine Geldunterstützung angeboten, um ihn zur Gründung einer schule in dieser Stadt zu ermuntern. Bon den Seestädten wird sich der Unterricht nach den Städten im Inner» verbreiten. Fez will eine Schule haben, und der Tag ist nicht mehr so entfernt, wo wir unsern Unterricht in einer den Europäern noch verschlossenen Stadt einführm werden. Wir haben auch in der Türkei und in Kleinasien Schulen. In Konstautinopel hat das Comitö der Alliance unter dem Präsidium des geehrten Herrrn Ab. Ca- «ondo eine neue Schule gegründet, die sehr gedeihet. Sie hat dieses Jahr von unserem Centralcomito einen Beitrag erhalten. In der kleinen Gemeinde Volo tu Thessalien bringen einige Israeliten für den Unterhalt ihrer Schule große Opfer; die Alliance kommt ihnen zu Hilfe und die Schule schreitet immer mehr voran unter der vortrefflichen Leitung des Herrn Weiskopf, eines ausgezeichneten Lehrers, der würdig wäre, an die Spitze einer großen Schule gestellt zu werden. Zu Salonich hat das Loealcomitö haupsächlich für die Kmdcr der wohlhabenden Familien ein Institut gegründet. Wir warten vorerst die Aenderung seiner Organisation ab und hoffen, daß es gegen die armen Kinder gastfreundlicher wird, und dann «erden wir ihm eine Geldunterstützung geben. Eine schon zwei Jahre bestehende Schule. MBagdad zählt , eine gewisse Anzahl.Schüler. Eine zwischen der Gemeinde und dem Direktor ausgebrochene Uneinigkeit hat deren Entwickelung amgehalten. Die «och dort unterrichteten wenigen SchAer arbeiten und lernen fleißig. Als ihr Lehrer abgereist war, haben sie selbst einen rührenden Brief an uns in französischer Sprache geschrieben, in dem sie ihrem Wunsch zu lernen Ausdruck gebe«. (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin. Der norddeutsche Reichstag zählt unter den bis jetzt definitiv gewählten Mitgliedern vier jüdischer Religion, nämlich die Herren: Assessor Laster und Commercienrath Reichenheim in Berlin, den Freiherrn M. C. von Rothschild in Frankfurt a. M. urü> Dr. Anton Ree in Hamburg. Holland. IAotterdam. Unsere Stadt besitzt seit dreizehn Jahren ein Institut, das der Stadt und dem ganzen Lande zur Ehre gereicht. Es ist dies die Taubstummenanstalt, die unter der Direktion des Herrn Dr. Hirsch steht., In derselben befinden sich ungefähr 100 Schüler, darunter 14 Israeliten. Die Letzteren erhalten unter der Oberaufsicht des Oberrabbiners, Herr« Dr. Jsaacsohn, vom Religionslehrer, Herrn A. D. Lutomerski, Religionsunterricht. Die Schüler wird vor Allem das Sprechen gelehrt. Der Unterricht umfaßt uicht nur Lesen, Schreiben, Arithmetik, Geschichte, Geographie u. s. w., sondern auch Bibelkunde, Lese« unb Uebersetzen der hebräischen Sprache, des Gebetbuches und all desjenigw, was für jeden Israeliten nöthig ist. Bevor das Kind, sei es Knabe oder Mädchen, die Schule verläßt, muß es eine Prüfung ablegen, und wundervoll ist es cmzuhören, welche Fortschritte im Sprechen dasselbe gemacht hat. Am Samstag nonn nana wurde ein Taubstummer mso -o. Obgleich diese Feierlichkeit sehr oft dahier stattfindet, so ist doch leicht zu begreifen, daß alle Anwesenden zu Thränen gerührt waren, als der junge Mann mirft r6iy war und mit lauter Stimme die mim herjagte. Glücklich der Vater, dem es möglich war, seinen Sohn in ein Institut zu geben, in dem solche Erfolge erzielt werden; gesegnet die Philanthropen, die so viel für drese unglückliche« Geschöpfe thun. Jedermann wird diesem Institute und seiner Methode die vollste Anerkennung zu Theil werden lassen. (Jew. CH.)