Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1867)
- Date
- 1867-03-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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158 Jamnitz, theils aus den umliegenden Ortschaften. Die Untersuchung Hot länger als 6 Monate gedauert, während welcher Zeit sich die Angeklagten in Hast befinden. Pesth, 20. Februar. Wie der „Wiener Presse" von hier telegraphirt wird, wäre es in Szegedin aus Freude über die Wiederherstellung der Verfassung beinahe zu einem Judenkrawall gekommen. Mehrere geachtete israel. Persönlichkeiten wurden insultirt. Man macht der „Hung." die Mittheilung, daß mehrere Deputirte anläßlich der gegen die Israeliten gerichteten Exceffe in Szegedin im Landtage den Antrag stellen wollen, es möge der Landtag als solcher eine ganz entschiedene Erklärung gegen diese und ähnliche Excesse abgeben. Pefth, 23. Februar. Dem Festgottesdienste zur Feier der Verfassung, welcher heute Vormittags im israelitischen Tempel stattfand, wohnten der Bürgermeister und der Magistrat der Stadt bei. Schütt-Szer-ahely, 15. Adar. Mit den Gefühlen des innigsten Schmerzes theile ich Ihnen heute eine Trauerkunde mit. Frau Rabbiner Ossad, die Gemahlin von po n"33Bn smpn iw:n 3in i"on n^pis: nxDK *mrp ist nicht mehr! Am vergangenen rnsn 's pc7"io ist sie nach kurzem Krankenlager in einem Alter von 61 Jahren von uns geschieden. Wer vermag diesen herben Verlust zu schildern? Stellen Sie sich eine Frau vor, die zwar nicht reich mit zeitlichen Gütern, jedoch mit viel schöneren Schätzen, mit Edelsinn, Frömmigkeit und Wohlthätigkeit sehr reich begabt war; sie, die allgemein geschätzte und verehrte n"y num, stand am Nächsten den Armen und Dürftigen mit Rath und That. Man konnte sie mit Recht die Mutter der Armen und Verlaffenenen nennen; denn sie hatte eine Fürsorge und Theilnahme für die verschiedenen Glieder der leider nicht geringen Zahl unserer unbemittelten jüdischen Familien, namentlich für die armen Talmudschüler, von denen an Feiertagen beinahe immer 20 an ihrem Tische speisten; sie hatte für Alle nicht nur ein mütterliches Herz, das, sich keine Ruhe gönnend, für Hilfe rang und sorgte, sondern sie besaß auch eine Geistesschärfe und Umsicht, die an's Unglaubliche grenzte; und wie stand sie als Lebensgefährtin dem nnoi ssiip tp'tt zur Beitel wie dessen nur ein treues hochherziges Weib fähig. Nre durfte er eine Sorge haben, denn die Verklärte sprach immer: n&o p 'by, damit er ungestört nur dem Thorastudium obliege. Sonntag Nachmittag um 1 Uhr begann das Begräbniß. Leute ohne Unterschied des Alters, Standes und der Confession strömten herbei, um der Jnnigstgelieblen noch die letzte Ehre zu erweisen. Dann bestieg der von Gram und Schmerz gebeugte Sohn i"L-r äwt “NDK PN1D17 pDN l"nO nVp ’p3Dl *pnH JlfitiJl 31H nsn -r"38 die im Hose der Synagoge bereitete Anhöhe; mit zitternder Stimme Hub er seine Klagerede an: „'m re^ir.N ab 'b nein nwp narrst wo »yn nnpi-» yn DiKns 'ui *npj i3K7 by isw“ (Jerem. 4, 19). Er erinnerte uns an i"bn m’DD n"n K'mriD »npn pson, da löste sich wieder von Aller Augen und Herzen ein Thränenstrom, wie sie nur wahres Verdienst und wahrer Schmerz erzeugen können. Nachher sprach .121 i"3*on .1.1 "1.1 einen iddh und dann "ikdk n»o :6sion 'un, der jüngste Sohn der verewigten n"y nupin. Auf dem pvvp ri'3 sprachen noch einige n"r>, nämlich: ntpn n"io mim Pinm ij/jiyni'pvxa bxp'Q n"io unnm ip/esiyn mp t>s«p n"io. Nochmals schilderten sie vor unfern Augen die hohen Verdienste und die edlen Eigenschaften der Verblichenen, nochmals legten sie die Hände auf die tiefe, blutende Herzenswunde und dann träufelten sie milden Balsam auf dieselbe. Nun hatten mir sie bestattet! Ein Haufen Erde deckt so viel Güte, Milde, Frömmigkeit und Tugend! Doch ihr besseres Ich lebt in jenen hohen Sphären, wo sie als Schutzgeist ihrer untröstlichen Kinder und als Schirmfrau ihrer treuen Freunde ihres Amtes walten möge! ,1^13 -p — n'-by ra ->v >'ki wy ms nui n''3s:n Samuel Fischer aus Putnok. Italien. Florenz. Den „Zeitungs-Nachrichten" entnehmen wir Folgendes: Bekanntlich hat unlängst S. M> der Kaiser von Oesterreich unserem Glaubensgenossen, Herrn Horaz Landau, Agenten des Hauses Rothschild zu Florenz, den Orden der eisernen Krone 3. Klasse verliehen als Anerkennung seiner patriotischen Gesinnung, die er im verflossenen Jahre kundgegeben. Was nun das eigentliche Verdienst unseres Landau war, berichtet der „Gerade Michel" wie folgt: Es ist bekannt, daß Preußen und Italien im vorigen Jahre mit einander ein Vündniß abgeschlossen haben, daß sie beide Oesterreich zu gleicher Zeit an seinen Nord- und Südgränzen angreifen wollten. So lange der Vertrag noch nicht stipulirt war, waltete darüber tiefes Geheimniß, jedoch wußte Herr Landau in das Dunkel der diplomatischen Schachzüge einzudringen. Als guter Österreicher hat derselbe diese wichtige Entdeckung sofort seinem Chef, dem Baron v. Rothschild zu Wien, mitgelheilt und dabei bemerkt: „Es ist dieses noch keine abgeschlossene Sache aber sie wird bald abgeschlossen werden. Oesterreich solle sich daher beeilen, die für die Abtretung Venetiens angebotene Summe von 400 Millionen Francs anzunehmen. Preußen würde dann ohne Verbündete sein und sich wohl hüten, mit ganz Oesterreich und Deutschland anzubinden. Oesterreich solle sich aber sehr beeilen, denn er