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Der Israelit · 1867-02-27 · Heft 9 (27.2.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 9 (27.2.1867)
Date
1867-02-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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141 mehr ändern können, so spv'nen sie doch den Eifer an und ermuthigen die Fortschritte ihrer Kinder. Der Unterricht, der allen Armen gegeben werden soll, ist noch eine schwere Aufgabe selbst in den civilisirtesten Ländern des Occidents und wenn nun in diesen Ländern des Orients, wo durch die religiöse Verfolgung die Schulen schon Jahrhunderte geschlossen und eine blühende Civilisation erloschen und viele Generationen der Unwissenheit anheimgefallen sind — eine Schule in wenigen Jahren sich so emporschwingt, daß sie denen des Occidents würdig zur Seite gestellt werden kann, erblickt man da nicht die Erhebung des Geistes unseres Stammes? Unüberwindlicher Geist! Er lebt selbst in jenen, die die Unwürdigsten zu sein scheinen; nur einige Jahre Ruhe und diese genügen unseren Glaubensgenossen, um ihm den frühern Aufschwung zu verleihen. Die Bestimmung der Israeliten ist, dem Orient die Civilisation des Occidents zu eröffnen. Sie haben die Welt auch in den vergangenen Jahrhunderten erleuchtet. Ein großer Schriftsteller sagte hierüber: „Die Araber erhielten von ihnen die Geiftesflamme und von diesen die Christen." Von ihnen muß das Licht nach dem Orient kommen und unsere Schulen bereiten es vor. Unsere Anstrengungen werden von den Repräsentanten aller europäischen Mächte unterstützt. Die Errichtung der Schulen ist für sie von derselben Wichtigkeit als für uns; sie kennen den Einfluß derselben, vermöge welchen sie im Orient wirken können. Sie erregen den Eifer der Israeliten, stellen ihnen die Nothwendigkeit der Gründung von Schulen vor Augen, stehen diesen Schulen vor und begünstigen die Entwickelung derselben mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln, besuchen sie zeitweise, fragen die Kruder aus und ermuthigen sie. Indem sie auf solche Weise die Kinder protegiren, werden sie natürlicherweise auch die Beschützer der Eltern und erlauben nicht mehr, daß man durch willkürliche und heftige Auftritte die Gemeinden, welche sich wieder erheben, beunruhige. Unsere Glaubensgenossen haben Ruhe während ihre Schulen gedeihen. Die Errichtung der Schulen ist eine so große Wohlthat, daß sie keiner Gemeinde des Orients fehlen sollte. Sie erfordern keine so großen Summen. Ein jährliches Budget von 10 Millionen Franks reicht hin. Die Gemeinden helfen mit, wir haben nur ein Drittel, manchmal die Hälfte, selten zwei Drittel beizutragen; aber wir sind noch arm und können nur eine kleine Anzahl Schulen ins Leben rufen. Mit dem Folgenden wollen wir Ihnen, meine Herren, die Lage der Schulen, welche schon existiren, schildern. In Marokko haben drei große Städte, Tanger, Tetuan und Mogador Schulen. Tetuan hat zwei Schulen, eine Knaben- und eine Mädchenschule. Die Knabenschule, welche vom Loarä of Deputies und von der Alliance unterhalten wird, zählt ungefähr 190 Schüler. Diese Zahl ist bedeutend größer als die im vorigen Jahre; wir haben sie dadurch vergrößert, daß wir die Bekleidung einer gewissen Anzahl armer Kinder, deren Entblößung den Eintritt in die Schule unmöglich machte, übernommen haben. Die Schülerzahl steht immerhin noch nicht in richtigem Verhältniß zur isr. Bevölkerung der Stadt; wir rechnen auf den Eifer des Direktors, daß er sie noch vermehren wird. Die Schule steht unter der unnüttelbaren Aufsicht des englischen Vice-Konsuls, des Herrn Green, welcher ihr die größte Aufmerksamkeit schenkt. Er besucht sie oft, stellt an die Kinder Fragen und erstattet uns Bericht über die Fortschritte der Kinder, mit welchen er vollständig zufrieden ist. Die Mädchenschule, welche nach der Abreise ihrer Vorsteherin einige Zeit geschlossen war, ist seit einigen Monaten wieder eröffnet und unter die Direktion einer jungen Lehrerin gestellt. Die Schule hat 80 Schülerinnen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 19. Febr. Herr Baron M. C. von Rothschild hat folgende Ansprache erlassen: „An meine Mitbürger im Wahlkreise Frankfurt am Main. Obwohl meine persönlichen Verhältnisse mich zu dem bestimmten und aufrichtigen Entschlüsse geführt hatten, ein Mandat zum Parlamente des norddeutschen Bundes nicht anzunehmen und mich in diesem Sinne vor dem Wahlacte mehrfach zu äußern, so hat doch die allgemeine Kundgebung eines eben so großen als nicht erwarteten Zutrauens einen überwältigenden Eindruck auf mich üben müssen. Nachdem ich in Folge dessen bereits am 16. d. M. dem königlichen Wahl- Eommissarius, Herrn Landrath v. Madai, in Antwort auf die von Demselben mir zugegangene Mittheilung und Aufforderung, die Erklärung abgegeben habe, daß ich die für mich entschiedene Wahl als Mgeordneter zum Reichstage des norddeutschen Bundes annehme, und bereit bin, die dadurch mir auferlegten Pflichten zu übernehmen, die daraus fließenden Rechte auszuüben, und indem ich nun im Begriffe bin, den mir gewordenen höchst ehrenvoller: Beruf anzutteten, ist es mir ein Herzensbedürfniß, biermit allen Wählern des Wahlkreises, welche durch Abgabe ihrer Stimmen oder durch ihren Willen und ihre Füriyrache ihr so schätzbares Vertrauen mir bewährten, meinen innigen,

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