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Der Israelit · 1867-02-20 · Heft 8 (20.2.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 8 (20.2.1867)
Date
1867-02-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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132 classischen und modernen Sprachen, in Geschichte, Geographie, Physik, Mathematik rc. unterrichtet — und Ihr Herr Correspondent spricht von Vcrbummungsanffalten, deren Zöglingen nicht einmal das Selbststudium der deutschen und ungarischen Sprache gestattet sei!! Wir meinen, es sei vielmehr Pflicht der liberalen Presse, das edle Vorgehen der Oest. Regierung in dieser Angelegenheit anzuerkennen, zumal da das auf der Höhe der Civilisation stehende Preußen die jüdische Kirche vollständig ignorirt und jüdischen Theologen die Vergünstigungen versagt, die es denen der christl. Confessionen gestattet. Es ist jedoch zu hoffen, daß auch Preußen den veränderten Verhältnissen Rechnung tragen und den preußischen Juden künftighin größere Berücksichtigung zu Theil wird werden lassen; hat es doch schon den Anfang gemacht und die Zöglinge des isr. Lehrerseminars zu Hannover gleich den christl. Lehrern von der allgemeinen Militärpflicht befreit. Im ehemaligen Königreich Hannover waren auch die jüdischen Theologen vom Militärdienste frei; der Unterzeichnete selbst hat diese Vergünstigung genossen. Das Gute anzuerkennen und zur Nachahmung zu empfehlen, wo auch immer es sich finden mag, das sollte die Devise eines jeden Menschen sein, vor Allen aber eines solchen, der in einem vielgelesenen Blatte auf die öffentliche Meinung einwirkt. Die Redaction des „Israelit:" vr. Lehmann. Aus Baden. Am 10. Februar wurde in Bühl eine noch selten vorgekommene Festlichkeit in der Synagoge in sehr ansprechender Weise gefeiert: die diamantene Hochzeit des dortigen Ehepaares Kaufmann Schweizer und Rachel geborene Ullmann. Laut einer von Herrn Bezirksrabbiner Schott von der Kanzel aus vorgezeigten Urkunde hat dieses Greisenpaar am 10. Februar 1807 seine eheliche Verbindung erhalten, deren 60jährigen Bestand es heute, bei noch sehr guter Geistes- und Körperkraft, feierte. Die ganze Stadt. Einwohnerschaft freute sich dieses Ereigniffes und bewies durch ihre Anwesenheit bei der gottesdienstlichen Feier, soweit die Räume der Synagoge es gestatteten, ihre freundliche Theilnahme. Auch die Spitzen der Staats- und Gemeindebehörden wohnten dem Akte bei. Den Glanzpunkt desselben bildete die freudige Ueberralchung, welche dem Jubelpaar durch ein Gnadengeschenk von dem Großherzog bereitet wurde. Buchan. (Württemberg). In Nr. 6 d. Bl. wird von einem s. g. vm über ein angebliches Verfahren der Unterzeichneten gegen die Filialgemeinde Kappel berichtet, was uns zu der Erklärung veranlaßt, daß wir hiemit Alles, was darin über dies Verhältniß vorgebracht wird, als auf Unwahrheit beruhend bezeichnen. Weder Kirchen - Vorsteheramt, noch Rabbinat sind je klagbar gegen K. aufgetreten, weder das sine noch das andere haben je eine Schließung der dortigen Synagoge und Vereinigung mit der hiesigen beantragt. Es lägen auch zur Klage und Vereinigung weder materielle noch moralische Motive vor; die hiesige, 150 (nicht 200) Familien zählende Gemeinde hat bis jetzt, ohne Zuziehung von K. ihre Kultusausgaben allein bestritten und vermag dies auch in der Folge, ohne die wenigen Familien von K, dazu oder zur Theilnahme an ihrem Gottesdienste beizuziehen. Wahrlich, auch nicht einem isr. Gemeindegliede dahier wird es beifallen, der Gemeinde K. es zu mißgönnen, Schule und Gottesdienst auf eigene Rechnung und in der bisherigen Weise fortzuführen und sie ist gewiß von Niemandem dahier dazu veranlaßt worden, den hier schon seit 20 Jahren üblichen dreijährigen Cyclus plötzlich und ohne Grund seit einem Jahre auch für ihre Synagoge einzuführen. Wenn übrigens die Erhaltung der gemeindlichen und religiösen Institute für K. jetzt schwer wird und große „Opfer" erheischet, fo ist daran doch wahrlich weder Rabbiner, noch Vorsteher schuld, sondern ist Solches einzig und allein dem Mißgeschicke zuzuschreiben, das K. mit noch vielen Hunderten Landgemeinden theilet, die noch weit bedeutender, als K. durch Uerbersiedlung in größere Städte zu kleinen mw' herabgesunken sind, indem jetzt die Meisten, die es nur irgendwie vermögen, jener Aufforderung der Helligen Schrift buchstäblich Nachkommen zu müssen glauben -p»3 f]DDn msi aipon b-r ro^m. Eine Vereinigung von K. mit der hiesigen Gemeinde, die hierorts ebensowenig gewünscht als angestrebt wird, dürfte schon deßhalb große Schwierigkeiten bieten, weil zur Unterbringung der isr. Schüler Kappels (so wenige es deren auch sind) der schon für die hiesigen Schulen beschränkte Raum nicht ausreichen und somit die Herstellung eines neuen Schulgebäudes erfordern würde, wozu sich die politische Gemeinde, welche die isr. Volksschule übernommen hat, ohne hinlängliche Entschädigung wohl schwerlich verstehen dürste. Damit zerfällt von selbst die Angabe, „daß die isr. Bewohner von K. mit geringen Kosten ihre Kinder die Schule in B. könnten besuchen lassen;" allein auch die Angabe, „man wolle für eigenen Unterricht alle Opfer bringen" stimmt nicht genau mit der Thatsache, daß gerade jetzt die Gemeinde K. bei der Oberfchulbehörde darum nachsucht, ihre Confessionsschule auflösen und ihre Kinder in die christliche Schule dort schicken zu dürfen; sind sie auch zu diesem Gesuche von hier aus moralisch gedrückt worden? — Eben so unrichtig ist endlich auch, was über Verzichtleistung auf die Einhaltung des Turnus im Predigen gesagt wird. Es war nämlich hier Usus, daß je am dritten Sabbat der Rabbiner in K. zu fungiren halte und entsprach früher wahrscheinlich die Mitgliederzahl

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