Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1867)
- Date
- 1867-02-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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130 tere Entwickelung und Organisation des Seminars den fachkundigen Händen, welche die mehrerwähnten Normen ausgearbeitet haben. Geschieht dieses nicht, nun dann mögen in Gottes Namen die beiden Provinzen den edlen Wettstreit beginnen und zwei verschiedene Institute unterhalten. Die Rivalität wird ihnen keinen Schaden bereiten, wohl aber die beiderseitigen Leistungen erhöhen. — Schließlich wollen wir es als ein bedeutungsvolles Zeichen der Zeit registriren, daß man mit wahrem Fanatismus gegen die Gründer des neuen Seminars agitirt. Namentlich ist es Herr vr. Philippson, er, der es so sehr bedauert, daß Rheinland „kein einziges Beth-Hamidrasch hat", der sein vernichtendes Rache- Schwert führt gegen die Renitenten und Malcontenten mit seiner Macht. Hat er doch die Zeichner für das Rheinische Seminar brieflich aufgefordert, die freiwilligen Beiträge dem Münster'schsn Seminar zuzuwenden!! Wahrlich, die Reform hat heute in Deutschland ihren Zelotismus, wie ihn ehedem in den finsteren Tagen des Mittelalters nur unsere Dränger hatten; die heutzutage angewandten Principien Ph.'s und Genossen aber waren unfern frommen Altvordern ganz und gar fremd, weil auf den Gefilden des treuen Judenthums solche Giftpflanzen nicht zum Durchbruch kommen konnten. Alea jacta esto. Auf Wiedersehen, lieber Leser! Die Wuthausbrüche eines Reformbiaites gegen die Wiener KnltnsgemeinSe. für jeden Unparteiischen beurtheilt von vr. J. Hildesheimer. (Fortsetzung.) Artikel V. Zuvor eine kleine Bemerkung. Zu den Errungenschaften des neunzehnten Jahrhunderts gehört unter den Juden auch folgende ganz eigenthümliche. Früher mußte man wenigstens außerhalb des Judenthums stehen, um ein Eisenmenger, ein Schutt, ein Christian Gerson u. s. w. zu sein; heute kann man das viel bequemer haben. Man braucht nur eine Wochenschrift für religiöse Jntereflen zu schreiben. Argumentum ad hominem: Simon Szantü. Man kann gerne zugeben, man soll es als Jehudi sogar, daß wir uns zu mancher Satzung anders verhalten würden, wenn ihre Einrichtung unserer freien Entschließung überantwortet worden wäre, b« 'dp idn ro"pniy pn ,'lvsrr -rd-r /vin "wm; so geht es auch mit dem Inhalte dieses Artikels. Schreiber dieses hat über das Thema desselben schon mehreren Deserteuren oon n^p in diesen Blättern Rede gestanden, nämlich dem Rabbiner Faßel und dem langjährigen Rabbiner in spe Tonelles. Wiederholte Angriffe gegen y'V erheischen jedoch wiederholte Refutationen. Obige Angriffe haben sich jedoch innerhalb der Grenzen des Anstandes und eines wenigstens zur Schau getragenen Respectes vor dem gehalten. Aber hier! Es widert mich, weiß Gott, an, in solchem Schmutze herumwaten zu müssen, solchem gemeinen Cynismns, solcher mephistophelischen Schadenfreude, mit der vier volle Spalten lang ein nach der Tradition mosaisches Gesetz mit den gemeinsten Ausdrücken beworfen wird, mit Geifer, Hohn und Spott begegnet und alles das in einer Zeitung, um nur ja das Maß des otca Vip'n zu füllen, — gewissenhaft Rede stehen zu müssen. Wir werden uns natürlich hüten, solche Niederträchtigkeiten noch einmal abzudrucken, wer mir nicht glaubt, möge es dort Nachlesen und mich Lügen strafen, wenn er kann. Ja, man lese nur diese Schändlichkeiten; man sehe nur, wie sich die redactionelle Oppositionsseele daran weidet, vermeintlich eine Bresche tn den p"^ geschossen zu haben, und diesen in den Augen des lesenden Publikums darunter auch natürlich Andersgläubiger, als etwas den Menschen Ermederigenves darzustellen, wie der Schreiber dieser Leitartikel hohnlächelnd gegen eigenes Fleisch und Blut wüthet, und ob der Verlegenheiten der Alt- und Neuortbodoxen vergnügt in sich hrneinlacht, und über die Schamröthe nicht nur der Schiffschulgemeinde und der Preßburger sondern aller unpartenschen Jchudim sich vergnügt die Hände reibt; so wie endlich mit wahnwitziger Freude eines verrückten Brandlegers die Fraktionen der Gemeinde gegen einander hetzt, das F uer der Zwietracht schürt und facht und facht, und das alles in Folge einer bodenlosen Lüge, die man dem Schulchan Aruch imputirt das Alles natürlich in m»Horem L)ei gloriam. — Sz. lieft im S. A. Rckual Codex III (soll heißen S. A IV) Kapitel 92. „Ein Israelit, welcher ein religiöses Verbot Übertritt, woraus Geiselstrafe oder noch schwerere Strafe, der wird gesetzlich als ein Rascha betrachtet, als ein ruchloser nichtswürdiger Mensch... dessen Aussage kein Glaube, dessen Schwüren k-ine gesetzliche Folge gegeben werden kann." Davon steht im Kapitel 92 gar nichts, Kapitel 34 das. der Inhalt der Worte bis „betrachtet." Es ist aber ein lügnerischer Zusatz, und cyni'che Verbrämung, (und alle die Hunderte von Wiederholungen in diesem Artikel ändern die Siche nicht,) daß derselbe ein ruchloser nichts würdiger Mensch sei. vielmehr wird dessen Glaubwürdigkeit nicht angezweifelt, sondern Gott hat aus Gründen, die uns, wie bei so viel.n Andern unbekannt bleiben mögen, als 2^271 rwn gerade so, wie daß selbst pnai nit'D als Brüderpaar keine gemeinschaftliche Aussage thun können, dessen Zeugnitz verpönt. Dies behaupte nicht erst ich, der „Neuorthodoxe" und „Romantiker," sondern erne der größten Autoritäten