Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1867)
- Date
- 1867-02-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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der „Perseveranza“ von Mailand bestallt; die illustrirten Journale von Florenz, „le Musee de Familie,“ „il Giro del mondo“ (italienische Ausgabe des Pour de Monde von Paris) und der „Univers illusträ“ sind ebenfalls Werke zweier Israeliten. Herr E.nil Treves, Gründer und Direktor dieser drei letzten Zeitschriften, ist zugleich Herausgeber der Bibliothbque des oeuvres utiles, welche Italien sehr kostbare Bücher gab. In der Literatur genügt es, den Herrn Ritter Cösar Donati, einen beredten Schriftsteller, mit einem unerschöpflichen Dichtergeist, zu nennen, wenn wir sonst keine anderen hätten. Das „Leben von Campanello" des Herrn Professor Alexander d'Ancona ist ein elastisches Werk. Die Ueberseßung der Geschichte Macaulay's, besorgt von Herrn Cesar Borighi und seine Geschichte des Feldzuges von 1809 sind Werke, welche ihren Verlästern verdiente Ehre und glänzende Berühmtheit brachten. Es gibt deren noch Andere, von denen ich sprechen könnte, wenn ich nicht Furcht hätte, diesen Brief zu sehr zu verlängern; aber ich darf nicht vergessen den Herrn Advocaten David Levy, ehemaligen Depulirten im Parlament, welcher neulich ein Drama veröffentlichte unter dem Titel: „Der Prophet", das großen Lobes würdig ist. Dieser Prophet ist die Verherrlichung des israelitischen Princips, welches alle Mißgeschicke überlebt, den Stürmen der Natur widersteht sowie den Volksrevolutionen, und immer jung, verjünget es die Welt immer durch seine Thätigkeit. Auch in den schönen Künsten haben wir einige Glaubensgenossen, welche uns Ehre machen. Ich werde mich beschränken, Herrn Nttter Pontremoli zu erwähnen, einen Schlachtenmaler, geschmückt mit dem Moritz- und Lazarus-O den, hervorragend durch sein ausgezeichnetes Talent, und Herrn Vito d'Ancona, dessen Werke bei allen Ausstellungen sehr gelobt werden. Vielleicht habe ich ich viele berühmte Personen in diesem Berichte vergessen, aber ich habe diese Zeilen in der Eile geschrieben. Außerdem, glaube ich, genügen sie, um zu zeigen, wie Alles dies wahrhafte Wunder sind, wenn wir die kurze Zeit besenken, die seit der Epoche unserer Befreiung verlaufen ist. (Forts, folgt.) Feuilleton. Die Rettung. (Schluß.) V. Graf St. war einer der schönsten und liebenswürdigsten Männer seiner Zeit. Alle Tugenden eines vollendeten CavalierS: Mannhaftigkeit, Ritterlichkeit, Kühnheit, Muth vereinigten sich bei ihm mit der Klugheit und Gewandtheit eines Diplomaten. Kein Wunder, daß Prinzessin Wilhelmine ihm vor Königen und Fürsten den Vorzug gegeben hatte. Des Tages Geschäfte waren vollendet. In einfachem Anzuge, ohne Equipage und Diener, eilte Graf St. dem Erbacher Hofe zu. Die Kammerfrau der Prinzessin geleitete ihn in das Vorzimmer und zog sich dann zurück. Graf St. klopfte leise an dem Eingang des Boudoir's. „Bist Du es, Ernst?" fragte die Prinzessin. „„Ich bin es, Theure!"" entgegnete der Graf und versuchte die Thüre zu öffnen; allein sie war verschlossen. „Schon lange," sprach Wilhelmine, „erwarte ich dich sehnsuchtsvoll!" „„Nun, so öffne, Geliebte!"" „Noch nicht, Elnst. Siehe, ich bin so glücklich und möchte gern auch Andere beglücken; ich öffne nicht eher, bis du mir versprochen hast, das zu thun, was ich von dir verlange." „„Alles, Alles, was in meiner Macht steht!"" „ Und wenn es nicht in deiner Macht steht? " „„Kann ich das Unmögliche möglich machen?"" „Hat Graf Crnst St. nicht schon einmal das scheinbar Unmögliche möglich gemacht, in dem er Prinzessin Wilhelmine zum Altäre führte?" „„Nun,"" sagte St. lachend, „„Du wirst nicht verlangen, daß ich den Mond vom Himmel herunterhole; ich verspreche dir, zu thun, was du verlangst."" Die Prinzessin öffnete; in anmuthsvoller Weise wußte sie dem Grafen von den Vorgängen des Mittags zu erzählen; sie wußte so rührend zu schildern, daß auch ihm das Waffer in die Augen trat. „Wahrhaftig," sprach er, als Wilhelmine vollendet hatte, „der Mann verdient schon deßhalb gerettet zu werden, weil ich ihm eine so rührende Erzählung aus dunem Munde verdanke. Aber wie? Der Kurfürst ist in dieser Beziehung unbeugsam! Wilhelmine, du verlangst wirklich etwas Unmögliches; du könntest ebensogut den Mond vom Himmel verlangen!"" „Ich verlange gar nichts mehr! ich habe Graf St.'s Wort, und das ist noch nie gebrochen worden." „„Nein, das ist es noch nie, und es soll auch diesmal nicht gebrochen werden. Laß deinem Juwelier sagen, daß ich die Befreiung des Gefangenen verbürge."" Als am andern Tage der Kammerdiener der Prinzessin die frohe Botschaft brachte, sandte Rabbi Herz die Frau des Eingekerkerten mit ihren Kindern in die Heimath zurück; auch Rabbi Mordechai reiste nach Hause, und Rabbi Herz und sein Commis gin-