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Der Israelit · 1867-02-20 · Heft 8 (20.2.1867) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 8 (20.2.1867)
Date
1867-02-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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126 zur öffentlichen Religionsschule von der h. Behörde erklärt wurde) und zweitens erwähnt der Herr Berichterstatter gar nicht meiner Person. Wohl gibt er die Zahl des Lebrpersonals an, benennt aber nur vier der angesteütkn Herren Lehrer. Ich bin es der löbl Corporation, der ich die Ehre habe anzugehören, schuldig, diesen Ergänzungsbericht Ihnen, hochgeschätzter Herr Redacteur, zu unterbreiten. Ferner berichtet Herr L. G. nicht, daß an der obbezeichneten Schule eine Borbereitungsklaffe bssteht, in welcher Knaben, die kaum das 5. Lebinsjahr erreicht, Benedeiurmen, hebr. und deutsch Lautiren gelehrt wnd. Auch muß ich bemerken, daß die Leistungen der unteren Klassen, die Herr L. G. gar nicht berücksichtigt, besonders lobenswerth sind. Seit dem Beginne dieses Schuljahres werden nun Schüler, die an unserer Hauptschule die vier Klassen absolvirten, im höhern Talmudstudmm unterrichtet, welchem Lehramte der sehr verdienstvolle Herr Bendiner mit unermüdlichem Fleiße vorsteht. Düß theils zur Ergänzung, theils zur Berichtigung des Referates über unsere wohlorganisirte Hauptschule, welche auch fernerhin des besten Gedeihens durch des Allgütigen Hilfe sich erfreuen möge. S. Kreiski, Claffenlehrer an der öffentlichen Religions¬ und Hauptschule in Wien. Wien. Wie bereits mehrseitig gemeldet wurde, hat die eidgenössische Regierung beantragt, den Juden in der Schweiz das nach dem mosaischen Gesetze anbefohlene Schachten der Thiere als einen Akt der Thierquälerer (!!) zu verbieten und sind in Folge dessen von Seite der Schweizer Regierung von vielen Fachmännern in Paris, London rc. Gulackt n abgefordert worden. Nunmehr hat auch Herr Dr. N öl l, Direktor des Thierarznei Institutes in Wien, die Aufforderung zur Abgabe seines Gutachtens über den fraglichen Punkt erhalten. Der berühmte Fachmann hat sich gleich seinen Kollegen in Paris und London dahin ausgesprochen, daß das Schächten der Thiere keineswegs als ein Akt der Thierquälerei betrachtet werden könne. Italien. Der „llnivers Jsraölite" enthält in seiner diesjährigen Februarnummer eine sehr intercffante Schilderung über die Lage unserer Glaubensg noffen in dem nunmehrigen Königreich Italien, die wir unseren Lesern auszugsweise mittheilen wollen: „In der Thal, wenn man sich den traurigen elenden Stand vorstellt, in welchem die Israeliten der Halbinsel vor 1848 sich befanden, so erstaunt man, wie in einer so kurzen Zeit, die seit dieser Epoche vergangen ist, diese so verachtete, verleumdete Rotze, die für unfähig gehalten wurde, die geringsten bürgerlichen Functionen zu erfüllen, heute hervorragt in allen Dingen, wie wenn ihre Befreiung von mehreren Jahrhunderten her do irrte. Mit Ausnahme des Senates und Ministerrathes finden wir Israeliten in allen off ntlrchen Aemtern, in allen Würden und allen Ehren, in den Wissenschaften, in der Literatur, in den schönen Künsten, überall endlich, wo Intelligenz, Thätigkert gefordert wird, wo es Ruhm zu erlangen gibt, wohin die Bürgerpflicht sie ruft. Wir haben deren in der Deputirtenkammer und selbst in den neuen Wahlen des College von Venelien wurden sie nicht vergrfftN. Wir haben deren in dem diplomatischen Corps, in den Bureaux verschiedener Minister, unter den Oificieren der Armee, unter den Akademikern, und Herr Dr. Namias, Präsident der medicinischen Akademie von Venedig, war der Gegenstand der königlichen Aufmerksamkeit, als Se. Maj Victor Emanuel von dieser Stadt Besitz nahm Wir haben ausgezeichnete Prost stören in mehreren Unterrichtsanstalten bis zur Universität (die von Pisa hat deren 3). Wir haben Barone und Grasen, ohne zu sprechen von der Zahl der Covallerie-Commandanten und Stabsoffiziere, die mit dem Moritz - und Lazarus Orden i decorirt worden. Es gibt keine Stadt, wo sich die Israeliten in einiger Zahl finden, wo sie nicht zu den Gemeinde- und Bezirksräthen zählen. Es gibt selbst mehrere Bürgermeister. Wenn wir von ben öffentlichen Functionen zu den Künsten und Wissenschaften übergehen, so haben wir uns noch mehr zu gratuliren, dabei ausgezeichnete israelitische Männer zu finden. Der Stoff ist so umfassend für einen einfachen Brief, daß ich mich auf einige Details beschränken muß. Ich werde nicht sprechen von den jungen Medicinern, Advocaten, Israel. Mathematikern, sie ehren den Namen, den sie tragen; aber einige Aufschlüsse werde ich geben über den Antheil, welchen unsere Glaubensgenossen an der periodischen Presse und der literarischen Bewegung nehmen. Lasten wir auf wenige Augenblicke die religiöse Presse bei Seite, mit der wir uns ein anderes Mal beschäftigen werden. Ihre Repräsentanten, als der gelehrte Prof, stör Herr Della Torre, die Herren Rabbiner Benamosegh und Mortara, Herr Ritter Joseph Levi v. Verceil und Herr Morpurga, Director des „Courier Jsraölite" von Triest, sind den Lesern des „Univ'rs" wohl bekannt. Richten wir heute unsere Aufmerksamkeit auf die politische und literarische Presse, und wir sehen, wie sehr wir uns des großen Antheils zu schmeickeln haben, den die Israeliten daran nehmen. Ein Jsraelite, Herr Jac. Dina, dirigirt „1‘Opinione“, eines der angesehensten Tagblätter Italiens. Auch durch einen Israeliten, Herrn Rabbeno, wird „la Gazette de Parme“ redigirt. Israeliten sind bei der Redaction der „Nazione“ von Florenz und in jener von

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