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Der Israelit · 1867-02-20 · Heft 8 (20.2.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 8 (20.2.1867)
Date
1867-02-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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125 uns befreit von jeder Beunruhigung, und uns friedlich zur Verbesserung des Zustandes unserer Brüder arbeiten läßt. Wenn wir uns nun vom Orient nach dem Occident wenden, sollte man da nicht glauben, daß da Alles besser ist und daß man keine Regierung finde, die so schwach ist, sür die Sicherheit der Personen nicht einstehen zu können? Und doch ist es unglücklicherweise nicht so. In einem Lande, welches an die Türkei grenzt und civilisirter sein will als sie, in der Moldau-Walachei, haben wir vom Wüthen eines heftigen Fanatismus, gleich dem in den barbarischen Ländern, gehört und gesehen, wie unsere Glaubensgenossen sich in Angst befanden und für ihr Leben zitterten und dies Alles einige Tage nach einer Revolution, welche ihnen alle politischen und bürgerlichen Rechte versprach. Welche Täuschung nach so vielen anderen! Die Revolution vom Jahre 1818 hatte ihnen vollständige Emancipation gewährt. 1858 wurde ihnen von den europäischen Mächten die volle Macht der bürgerlichen Rechte zugesichert. Der Gesetzgebung des Landes blieb die Aufgabe überlassen, ihnen auch die politischen Rechte zu verleihen. Doch Alles blieb unter der Negierung des Fürsten Cousa unerfüllt und auch die bürgerlichen Rechte wurden ihnen verweigert. (Forts, s.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., den 13. Februar. Bei der gestern stattgehabten Wahl eines Abgeordneten für das norddeutsche Parlament wurde Herr Baron Mayer Carl von Rothschild fast einstimmig gewählt. Von 5767 in Frankfurt abgegebenen Stimmen erhielt derselbe 5323; ähnlich stellt sich das Verhältniß in den Landgemeinden heraus; in Bornheim erhielt Herr von R. von 377 Stimmen 352, m Oberrad wählten ihn von 256 Wahlberechtigten 226. Seit dem 16. Juli 1866 ist Herr M. C. von Rothschild der populärste Mann in Frankfurt. Man ist allgemein darauf gespannt, ob derselbe die m«t so unheurer Majorität auf ihn gefallene Wohl annehmen wird. — Es hat in Deutschland noch nie eine Wahl stattgefunden, in der das allgemeine Vertrauen der Mitbürger sich derart in einer einzigen Person concenlrirt hätte, wie bei der in Rede stehenden. Breslau. Frhr. v. Zedlitz und Neukirch, königl. Rittmeister und Landrathsamts - Verweser im Kreise Waldenburg, hat nach der „ Brest. Z." eine Wahlproclomation erlaffen, in welcher er vor Zersplitterung der Stimmen warnt und dann sortfährt: „Es ist Euch bekannt, daß der Reichstags-Abgeordnete Euch wird vertreten müffen vor dem Gesammt-Europa, in einer Versammlung der bedeutendsten Capacitäten von ganz Deutschland, — daß es also ein Mann von politischer Bildung sein muß, der eine klare Einsicht, ein reifes Urtheil über die großen Verhällniffe der Gegenwart hat. Im Hinblick auf den, wie auf den vorher erwähnten, bei dieser Wahl erforderlichen Punct, habe ich Euch den Rechtsanwalt Herrn v. Chappius in Waldenburg zum Abgeordneten vorgeschlagen. Bon anderer ist Euch der Commercienrath Herr Reichenheim genannt worden, ein Fabrikbesitzer, der den größten Theil des Jahres in Berlin lebt, den gewiß die Wenigsten unter Euch kennen, den Viele wohl niemals gesehen haben, über welchen Ihr Euer Urtheil großtentheils also nur vom Hörensagen bilden könnt. Sicher ist nur das eigene, selbst erworbene Urtheil. Herr v. Chappius lebt seit lange mitten unter uns; er hat sich in jahrelanger Thätigkeit um die Jntereffen Vieler persönlich bekümmert, er kennt den Kreis, er kennt Euch; wir haben ihn oft gesehen, gehört und gesprochen und haben Gelegenheit gehabt, Vertrauen zu seiner Einsicht zu gewinnen. Allerdings sind die politischen Rechte nach der Verfassung vom religiösen Bekenntniß unabhängig, dennoch würde es meines Erachtens einen eigenthümlichen Eindruck machen, wenn der Walvenburger Kreis — der mit geringer Ausnahme aus christlichen Bewohnern besteht — auch diesmal, wo er für sich allein einen einzigen Abgeordneten zu wählen hat, sich dazu Herbeilaffen wollte, auf dem großen norddeutschen Reichstag sich durch einen Abgeordneten mosaischer Confessio n vertreten zu lassen. Der Commerzienrath Neichenheim ist Israelit, Herr v. Chappius ist Christ." — Es ist das unseres Wissens der erste amtliche Wahlaufruf, in welchem ausdrücklich die confessionellen Verhältnisse mit in den Kampf der Parteien hineingeriffen werden, und bedürfen derartige Auslassungen wohl keines Commentars. — Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im Februar. In Nr. 6 dieser gesch. Zeitschrift gefällt es einem Herrn L. G., über die T. T. Hauptschule zu referiren, und kann ich nicht umhin, dem Herrn Referenten das Zeugniß zu geben, daß sein Bericht auf wahrheitsgetreuen Daten beruht; jedoch muß ich ihn einer nicht genügenden Kenntniß der Sachlage zeihen, die er damit an den Tag legt, daß er folgenden Passus völlig ignorirte, nämlich, daß erstens Herr W. Löwit als dirig. Oberlehrer an unserer Schule bereits seit fünf Jahren mit rastlosem Eifer und vorzüglichem Erfolge wirkt, und sich bemüht, durch eine umsichtige, taktvolle Leitung die Anstalt nach jeder Richtung zu heben (seiner Mitwirkung gebührt das Verdienst, daß die Schule

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