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Der Israelit · 1867-02-13 · Heft 7 (13.2.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 7 (13.2.1867)
Date
1867-02-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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114 ja rücksichtlich der Strafe der Geißelung ist die erste Vorschrift sogar gravirender; rücksichtlich letzteres aber ist die Behauptung unwahr, denn dieses Verbrechen gehört zu dem T.ay» iw airp). „Die Malcontenten sind unmöglich zu befriedigen, und doch versuchen es die „Romantiker" (ohne erst die Erlaubniß Sz/s und Consorten einzuholen)! Was sollen jene armen Unglücklichen thun?; sie müffen sich der „Majorität" einverleiben. Dieser Artikel schließt mit einer geheimnißvollen Phrase von „Rücksichten, die sich hoffentlich von selbst verstehen," wie wenn alle Welt die Rücksichten des Herrn Sz. kennen muffe. Ehe wir diesen, wie schon gesagt, von Anfang bis zu Ende gegenstandslosen Artikel verlassen, müffen wir noch von einem Paffus sprechen, der uns die Schamröthe lichterloh ins Gesicht getrieben hat; er möge zu seinen unzähligen Vorgängern hinzutreten und jedem Unparteiischen einen ferner« Beweis liefern, wie die incarnirte Wuth des Nihilismus den frechsten Hohn mit dem dkm °PM treibt. Ja, diese rasende Verbiffenheit bleibt sich zu allen Zeiten gleich; und wenn man erzählt, daß der ältere Bruder (dem Geiste nach) Herrn Sz.'s, daß Herr David Friedländer der preußischen Behörde s. Z. eine Uebersetzung des Kapitels O. Ch. IH. zur Beurtheilung des rituellen Codex übergeben habe, so halten wir dieses noch mehr als früher möglich, seitdem wir gesehen, wie der jüngere Bruder in diesem Artikel das Citat O. CH. 3121 nicht etwa blos als Zahlzitat, sondern mit cynischer Freude dem Zeitungspublikum auch den Inhalt ins Deutsche übersetzt. Es ist hier nicht der Oil, zu erläutern, wie diese Vorschriften und alle ähnlichen Jedem gesagt und erklärt werden können, wenn sie ein Glied des Ganzen ausmachen, daß sie dann nicht nur geduldet, sondern für das Religionssystem, dem noch" viel weniger als jenem Römer irgend etwas Menschliches fremd ist, sogar nöthig sind. Aber diese Paragraph n aus dem Zusammenhänge zu reißen, und so recht höhnisch dem Publikum zu tractiren, dazu gehört eine Gemeinheit, mit der sich einzukaffen, große Ueberwindung kostet. Und doch wagen es diese Leutchen, noch vom dkm Mm der Gegner zu sprechen! Jetzt nur kurz nochmals über das Argumentum capituli, daß eine sehr eigenthümliche Fa9on von Theologie dazu gehöre, aus besagten Rücksichten Reformen zu verlangen; daß aber außerdem eine ziemliche Portion von Bornirtheit dazu gehört, solche Lächerlichkeiten sogar drucken zu laffen und sich so zu blamiren, daß ein homerisches Gelächter tiefes Schweigen dagegen ist. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen. Deutschland. Frankfurta. M. Die Familie Rothschild wird im Monat April wieder em freudiges Ereigniß zu verzeichnen haben. Fräulein Emma v. Rothschild, Tochter des Barons M. C. v. Rothschild in Frankfurt, wird sich mit ihrem Vetter, Herrn Nathaniel v. Rothschild, Parlamentsmitglied und Sohn des Barons Lionel Rothschild, vermählen. München, im Februar. Die Bemerkungen des Herrn I. Sander in Nr. 2 des „Israelit" bezüglich der Colonisation des hl. Landes bedürfen in Rücksicht auf die Ackerbaufrage wesentlich der Berichtigung. Namentlich ist die Ansicht des Herrn Sander unstatthaft: „die religiösen Vorschriften beim Ackerbau im hl. L. seien unseren jetzigen Glaubensgenossen fast nur noch als Mythe bekannt und daß deren Ausführungen kaum noch zu erwarten stünden." — Niemals wird auch nur die scheinbar kleinste Vorschrift unserer hl. Thora zur Mythe werden, oder ist es je geworden! Im Gegentheil, alle diesbezüglichen Satzungen und Verordnungen derselben sind der Glanzpunkt aller Kultur und Landwirthschaft, und nimmermehr wird die praktische Durchführung derselben an ihrem Vollzüge scheitern; dafür bürgt uns vor Allem das Wort unseres Gottes und die Eckenntniß der absoluten Nothwendigkeit ihrer Anwendung! Herr Sander citirt Liebig's „chemische Briefe" für den Obst- und Gemüsebau: sehr wohl, aber der nämliche berühmte Chemiker ist auch der Erfinder i?) des Princips von der Bodenerschöpfung (rpjpatpl) und gibt überdies die Mittel an, jeden Boden für jede Frucht (!) in geeigneter Weise, künstlich oder natürlich zu verbessern. — Eine rationelle Rindviehzucht ferner ist mit Nichten den Gefahren u. s. w. ausgesetzt, welche Herr Sander anzunehmen geneigt ist. Ein fast tropisches Land, wie Palästina, — ,rpiD pw b* *p:iD *p<c 'i o' — pn : nroi nypazi dwsp ,nnnni nwy,dm — pK 'Di pai nion — ist durchaus nicht mit dem Kanton Thurgau in der Schweiz zu vergleichen, dem Lande der Eisschollen und Tannenzapfen, P. gegenüber! — Es wäre also geradezu unverantwortlich, wenn man diesen Plan fahren ließe oder auch nur auf die lange Bank schieben würde, der harten, ungewöhnlen (?) Arbeit wegen. — Wohl ist auch Obstbau, Schafzucht und Gemüsebau sowie Bienenzucht sehr rathsam, aber die Bearbeitung des Bodens Israels ist und bleibt die Hauptsache. Rabb.-Cand. Skutsch.

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