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Der Israelit · 1867-02-13 · Heft 7 (13.2.1867) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 7 (13.2.1867)
Date
1867-02-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Vm. Jahrgang. Beilage zu Nr. 7 des Israelit. Leitender Artikel. Mr Wukhausbrüche eines Nefsrmbialtes gegen Sie Wiener Kultnsgemeinde, für jeden Unparteiischen beurtheilt von vr. J. Hildesheimer. (Fortsetzung.) „Aber, wie kann man „gebildet" sein," fährt die „Neu zeit" fort, „wenn man nicht einmal in derjReligion aufstöbern und, natürlich als „Gebildeter", wert hinter sich zurücklassen kann, was dem Wesentlichen der Religion die Aufmerksamkeit raubt, den Verstand unterdrückt, den Fortschritt hemmt" und wie diese Salbadereien alle lauten! Wer zählt die Männer, (?), nennt die Namen, die seit dieser Zeit diese Phantasmagorien succesive immer lustiger ausstafstrt haben? Ich müßte, wenn ich hier Citate geben wollte, weit über die mir g« steckten Grenzen hinausgreifen, und will nur ein höchst komisches, ich möchte sagen mephistophelisches erwähnen, wo nämlich vr. M. Creizna ch, ich glaube mit Recht ihn den New Orthodoxen N'cht zuznzählen, (Schurath Haddin, Vorrede Anfang) selbst einräumt, daß aus zuwcit getriebenem Rationalismus es mit der Religion dahingekommen, daß sie mit dem Leben in einem feindseligen Zwiespalte stehe. Die „Neu Romantiker" ihrerseits stehen einfach auf demselben Boden, wie Maimonides, Saadja, Aroma, Abarbanel, yW'-> ,p"en und tausend Andere; die ewig unwandelbare jüdische Pflicht läßt dem Leben alle Zeit soviel Spielraum, daß für denjenigen, der sich auch nur mäßig beschränkt, das d'tq rnroi keine so große Schwierigkeiten und Verlegenheiten bereitet, sie kennt keine nur heraufgeschraubte, gemachte Alternative, sondern versöhnt das Leben mit sich sehr leicht. Sie läßt sich aber auch von dem Spectakel der verzweifelten Nihilisten eben so wenig bange wie irre machen, die tendenziösen Fälscher der Religionsgeschichte getrost dem Pranger der Geschichte überantwortend. — Ueber das Unnatürliche der „Neu- Orthodoxen" zu sprechen verlohnt sich wirklich nicht der Mühe, „man merkt die Absicht und" — lacht recht herzlich. — Nach dem Besprochenen folgt eine Diatribe über Orthodoxie a) aus Atheismus, d) aus Jndifferentismus; beide haben selbstverständlich an mir keinen Panegyriker, sondern einen ihrer entschiedensten Feinde. Nur der Schlußsatz dieser Partie hat noch einiges Jnterefle für uns. Er lautet: „Was soll der Vorstand . . . anfangen, wenn diejenigen, von welchen der Impuls zum Fortschritte ausgehen soll, theils vornehm schweigen, theils sich selber ihr Programm nicht klar gemacht haben." Ein wahres Delphisches Orakel. Der Vorstand kann nichts machen, wenn die berufenen Fortschrittler nichts thun. Wer sind diese? Ich werde dem Leser ein wenig unter die Arme greifen und die „aufrichtige Stimme" der Neuzeit ein wenig d couvriren. Die Neuzeit meint eigentlich, Herr Jellinek solle nicht so vornehm schweigen, und Herr Güdeman solle sich doch sein Programm klar machen, pap mrn nsn, Beide sollen den Impuls zum Fortschritt geben, d. h. decretiren', daß man sich über die rot? rvQt6D üub hinwegsetzen dürfe. Das werden aber wohl die Herren theils (und von der einen Seite sicher) aus Überzeugung, theils im Interesse des Gemcindefrikdens hübsch bleiben lasien, und mag sich auch ein oppositionssüchtiger Redacteur noch so sehr darüber grämen. Schließlich noch ein schauerlicher Epilog: „die Uebertritte zum Christenlhume mehren sich in neuerer Zeit". Hierübrr ist zu sogen, daß die Geschichte einfach gar nicht wahr ist; u. z. einmal deßwegen, weil wie wonniglich bekannt, neun Zehntel der Uebertritte aus selbstsüchtigen Zwecken staltfandcn, deren Motive jetzt G. i. D. größientheils wegsallen, und das letztere Zehntel durch die Conservirung der Religion, sagen wir auch einmal durch die Reu - Orthodoxie und Friedländer-Szantüschen Nihilismus, dem es sehr gleichgiltig sein kann, welches Wort auf dem Lappen * seiner Aushängefahne steht, reducirt wird; theils, wie uns das Herr Sz. selber am Ende des folgenden Artikels, zu dem wir sogleich übergehen werden, sagt; er thut dies mit vielen Winkelzügen, welche immer Zeichen eines bösen Gewissen sind, indem er behauptet, daß, da heutzutage die Religion nicht mehr in den Päsien verzeichnet fei, man sich und seine Confession durch Freizügigkeit besonders in großen Städten der Oeffentlichkeit entziehen könne, und daher die Journale keine Notiz davon nehmen, man also die Confessionswechsel nicht immer controlliren könne, die aber doch vorhanden seien; klar und deutlich zeigt er dadurch, daß die „aufrichtige Stimme" hier eine Ausnahme (?) macht, wodurch, wie wir gleich hier bemerken, der ganze folgende Artikel gegenstandslos wird. Aber wenn die Behauptung auch so wahr wäre, wie sie unwahr ist, wehe dem Verräther, der mit der Unzufriedenheit derer, die mit dem Austritte drohen, zu paktiren wagt. Artikel IV. Geschichte der Apostasie, natürlich stets mit obligater Lospaukerei auf die Neuorthodoxen, welche „die Vorschrift für (?) Rasiren, in eine Kategorie mit Gesetzen gegen Diebstahl und Blutschande setzen, (elfteres ist für uns Jehudim wahr,

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