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Der Israelit · 1867-02-13 · Heft 7 (13.2.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 7 (13.2.1867)
Date
1867-02-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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109 wir sind die einzigen Vertrauten ihrer Leiden. Von Zeit zu Zeit bricht die Verfolgung mit einer unmenschttchen Wuth aus, abscheuliche Auftritte der Plünderung und der Ermordung sind dann auf der Tagesordnung. Leider haben wir Ihnen eine sehr traurige Episode ihrer Verfolgung mitzutheilen. Zu Balfrusch in der Provinz Hamadan wurde die Bevölkerung in Folge des Verschwindens eines jungen Mädchens gegen die Israeliten aufgehetzt. Diese, mit Plünderung und Tod bedroht, suchten sich dadurch zu retten, daß sie zum Muhamedanismus übertraten. Durch die Vermittlung der französischen und englischen Minister erhielten sie die Erlaubniß, zu ihrer Religion zurückzukehren, ohne beunruhigt zu werden. Die Regierung fühlte sich glücklich, durch die den Israeliten gegebene Genugthuung den festen Willen, sie zu beschützen, beweisen zu können. Die Gesandtschaft zu Paris gab uns in einem Briefe vom 3. Juli hierüber feste Versicherungen. „Sie können sicher sein, daß die Regierung S. M. des Schah, welcher alle seine Unterthanen, ohne Unterschied der Religion, mit einer väterlichen Zuneigung liebt und welcher nie duldet und dulden wird, daß die Israeliten, seine treuen Unterthanen, in Persien verfolgt werden, wie man Sie durch Depeschen aus Bagdad wissen ließ — Maßregeln treffen wird, die Mißbräuche der Verwegenen, wenn sie stattgesunden haben, zu unterdrücken." Diese in so schönen Ausdrücken versprochene Gerechtigkeit, die den Israeliten erwiesen werden sollte, erregte jedoch auf's Neue den Fanatismus der Bevölkerung und bald erhielten wir eine andere betrübende Nachricht. „Achtzehn Juden wurden in Balfrusch ermordet, zwei lebendig verbrannt, selbst der Agent der auswärtigen Geschäfte, der anwesend ist, wurde geplündert. Die Erbitterung wurde durch die europäische Vermittelung verursacht." Das der Text der Depesche. Wir theilten die Depesche der persischen Gesandtschaft und der französischen Regierung, und durch unfern ausgezeichneten College«, Sir Francis Goldshmid, auch der englischen Regierung mit. (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. □ München, 29. Januar. Dsr langjährige Arzt des hiesigen isr. Frauenvereins, Herr Dr. David Stein, in diesen Blättern bereits rühmend erwähnt, ist nicht mehr. Nach mehrwöchentlichem Leiden starb der ebenso als n\T geehrte wie als Wohlthäter verehrte Mann am Donnerstag den 18. dieses Monats (roto 'n) sanft und ruhig. Arm und Reich betrauern diesen Verlust. □ Aus Niederbaiern, 31. Januar. Großes Aufsehen erregt allenthalben der Mord des in wetteren Kreisen wohlbekannten isr. Geschäftsmannes Max Weiß aus München. Derselbe war nämlich mit einem Fuhrwerke von Moosburg, leider nur in Begleitung eines „Vertrauten," eines Landshuter Taglöhners, Namens Staringer, abgereist und nicht wieder zurückgekehrt. Vor einiger Zeit nun brachten ein paar Bursche das Fuhrwerk Nachts in ein Gasthaus nach Straubing: später kam briefliche Weisung, dasselbe nach Landshut zu bringen. Herr Weiß hat viel Geld theils baar, theils in verschiedenen Werthpapieren bei sich gehabt, man sagt circa 30,000 Gulden; die Reise hatte der Verbriefung eines Vertrages gegolten. Herrn Weiß sind in letzter Zeit an fünfzehn Anwesen auf dem Gantwege zuqefallen, und er soll ein Vermögen von circa 200,000 Gulden besessen haben. Nachdem er unweit jenes Ortes überfallen worden war, wurde er in ein Gehölz geschleppt und dort umgebracht; darauf wurde die Leiche in die Isar geworfen, wo sie erst nach mehreren Tagen aufgefunden wurde. Noch zwei andere Verdächtige, außer dem obengenannten Mörder sind in Landshut verhaftet worden. Die Leiche des Herrn Weiß wurde bereits nach München gebracht und dort beerdigt. Aus Württemberg. In einer pädagogischen Monatsschrift, welche im Aufträge des württembergischen Volksschullehrervereins von dem Oberlehrer an der städtischen Töchterschule in Ulm, Herrn C. F. Hartmann, redigirt wird, kam unlängst eine längere Abhandlung über das Vereinswesen, worin schließlich auch über den Unterstützungsverein für israelitische Lehrer und Vorsänger in folgenden bemerkenswerthen Worten Bericht erstattet wird, nachdem vorher die allgemeinendie evangelischen und die katholischen Vereine eingehend ihre Würdigung gefunden hatten. „Dieser Verein besteht seit dem Jahre 1862. Die Ausgabe besonderer Statuten in 23 Paragraphen datirt aus dem Jahr 1864. Die Leistung für die Vereinszwecke ist für ordentliche Mitglieder — sei ein israelitischer Lehrer provivisorisch oder definitiv oder an einer Privatanstalt verwendet auf mindestens 1 fl. jährlich festgestellt §. 4. Außerordentliche Mitglieder bezahlen 30 kr. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder stand im Januar 1865 auf 38 und die Einnahmen betrugen vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 192 fl. 35 kr., die Ausgaben 33 fl. 37 kr. Außer den Beiträgen von Vereinsmitgliedern fließen auch Spenden von anderer Seite der Kaffe zu, was sich aus der genannten Summe ergibt. Insbesondere betheiligen sich auch Korporationen (israelitische Gemeinden) durch Beiträge an diesem Werke der Wohlthätigkeit. Daß ein Passus — die Verwendung der Gelder betreffend (§. 9 d.)

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