Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1867)
- Date
- 1867-02-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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97 diesseits genießt xan D^iy1? no”p ppm. Sein ergebener, zufriedener Sinn, sein gutmüthig heiterer Blick, sein freundliches Entgegenkommen, gewann ihm alle Herzen der Glaubens - und Nichtglaubensgenossen, die ihn kannten. Lange Jahre spendete er den Mitgliedern der n"n x"nn, zu deren Begründern er gehörte, allsabbathlich in sehr gehaltreichen Vorträgen aus dem Borne seines Wissens und ermahnte durch Wort und That zu gottgefälligen Handlungen. Unser Verlust ist daher um so schwerer, als der Mangel an solchen Männern äußerst fühlbar ist. Dem Verblichenen aber können wir getrost zurufen: naatyi "inen *6 aattfn □« “pnJttf nanyi. — Was unsere religiösen Verhältnisse betrifft, so hat sich G s. D. Nichts zum Nachtheil geändert; es ist vielmehr unserem verehrten Rabbiner, Herrn vr. Löb, gelungen, einen Verein, unter dem Namen nx min, in's Leben zu rufen, der sich fleißiges Gesetz-Studium in altherkömmlicher Weise zur Aufgabe gestellt hat. Der Verein zählt gegenwärtig schon 20 Mitglieder, die sämmtlich an rnp'w 'nco Theil nehmen. Möge es Gott dem edlen Streben dieses Mannes gelingen lassen, noch recht viele edle Stämme in den Garten des Herrn zu pflanzen und zu solch edlen Bestrebungen seinen Segen verleihen, auf daß der junge Verein zum Heile der Gemeinde wachse und gedeihe. Nur so kann dem krassen Nihilismus, der sich in unseren Tagen breit macht, entgegengewirkt und der Boden den O'2'pvn 'n&7 dp wankenden Zweiflern entzogen werden, damit eine so traurige Erscheinung, wie wir sie jüngst in Ihrem geschätzten Blatte von einem Rabbiner zu lesen hatten, zu den Unmöglichkeiten gehöre. Freilich wird durch solche Gegensätze das 'aivipn klar: 3"n ’t by arm \xar h* by mar pdadav^ Samuel Koschland. Kissingen, den 1. Februar. Bei der am Gestrigen dahier strttgehabten Wahl eines Rabbiners für den hiesigen Rabbinats - Bezirk wurde Herr Rabbinats-Candidat M. L. Bamberger aus Würzburg, Sohn des hochwürdigen Herrn Ttadt- und Distr.-Rabbiners S. B. Bamberger dortselbst, mit großer Majorität gewählt, welche Wahl besonders für Kissingen als Kurort von höchster Wichtigkeit ist. Die Bestätigung der kgl. Regierung hierzu dürfte in kürzester Zeit zu erwarten sein. H. Aus Würtemberg, (Schluß.) III. In Oberschwaben am Federsee liegt das Städtchen Buchau und nahe dabei das Dorf Kappel. Buchau zählt gegen 200 israelitische Familien, hat eine prächtige Synagoge, ein Rabbinat, eine israel. Volksschule mit zwei Lehrern, einen Vorsänger und einen Organisten. Der Gottesdienst ist Stuttgarter „Minhag"! l! Kappel hatte von jeher eine eigene Synagoge und eine eigene Schule. Die Gemeinde, die durch Wegzug auf 15 Familien herabgesunken ist, bringt gerne die Opfer für eigenen Kultus und für den Unterricht der Kinder, obwohl sie mit geringen Kosten ihre Kinder in Buchau die Schulen besuchen lasten könnte. Die israelitische Oberkirchenbehörde hat das Bedürfniß nach eigner Synagoge und Schule durch einen Beitrag aus der Centralkirchenkaffe zu den Gemeindekosten anerkannt. Seitdem aber der Lehrer der Gemeinde Kappel, Herr Hofheim er, als pädagogischer Schriftsteller bekannt, gestorben ist und der Orgelcultus in Buchau erngeführt wurde, ist das Kirchenvorsteheramt Buchau unter Vortritt des Rabbinen bei der König!. Israeli tischen Oberkirchenbehörde klagbar gegen Kappel aufgetreten und verlangt Schließung der Synagoge in Kappel und Vereinigung mit der Kirchengemeinde Buchau. Kappel will seinen Gottesdienst beibehalten, verzichtet auf die Anwesenheit des Rabbinen im Turnus, damit er dem Buchauer Kultus nicht entzogen werde und desten Feierlichkeit nicht Noth leide; die Gemeinde Kappel will sich mit dem hergebrachten Kultus begnügen und hofft, der ,-jpan yaw werde auch ohne Orgelbegleitung ihr Gebet erhören. Die König!. Oderkirchenbeyörde entzieh! der Gemeinde Kappel den Beitrag zu ihren Kultuskosten, um sie zu veranlaßen, der Kirchengemeinde Buchau sich anzuschließen. Der Ausspruch no^an ma onnra px ist antiquirt. Der Gemeinde Kappel bleibt nichts Anderes übrig, als dem sogenannten moralis ch en Druck von Seiten des Kirchenvorsteheramts und Rabbinats Buchau uub der königl. israelitischen Oberkirchenbehörde nachzugeben und in den alleinseligmachenden Schooß der Buchauer Resormgemeinde einzuziehen. Diese drei Thatsachen lehren uns, wie leider in den Behörden der conservative Sinn, der die Gesetze der Religion und des Staats und deren Institute erhalten sollte, erloschen ist. Von Lehrensteinsfeld wurde der Rabbinatsütz aus nichtigen Gründen verlegt und der alte ehrwürdige Stuhl, auf dem seit Jahrhunderten berühmte Gesetzeslehrer gesesten, umgeworfen. — In Jebenhausen wurden die Gesetzestreuen majorisirt und gezwungen, den Reformcultus einzuführen, vergewaltigt dadurch, daß man sagte, die Israeliten Göppingens finden ihr religiöses Bedürfniß bei dem bestehenden Kultus nicht befriedigt, und als die Orgel mit ihren Tönen dennoch die Göppinger nicht locken konnte und sie im Privatgottesdienfte (pja) nach alter Weise sich erbauen wollten, wurde es ihnen verboten, und sie wurden dadurch gezwungen, an o"'"i na^ nach Jebenhausen zu gehen, und Alte und Schwache ließen sich in Equipagen (!) hinführen!! — Jetzt gesteht das Rabbinat das Bedürfniß eines Gottesdienstes in Göppingen zu; aber nur unter der Bedingung, daß Göppingen das Rabbinat und den Rabbinen mit in den Kauf nehme. — In Buchau und Kappel schließt man der kleineren Gemeinde Synagoge und Schule,