Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1867)
- Date
- 1867-02-06
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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98 AM aus ihr ein Corglomerat der Reform zu machen. — Wir vergleichen nicht gerne unsere Zustände mit denen anderer Kulte; aber sehen wir uns um, wie viele Bethäuser stehen vereinzelt und die Geistlichen wohnen bei denselben; viele Gemeinden sind dort eingepfarrt; verlegt man aber die Beihäuser um der Geistlichen willen, die lieber in Städten wohnen? — Oder schließt man Kuchen und Schulen, um dem modernen Gesite der Reform damit zu huldigen? — Gewiß nicht!! Vielleicht gibt diese Darstellung, die ohne Haß und um der Wahrheit willen geschrieben, in manchen Kreisen Veranlassung, diese Mißstände ins Auge zu fasten und zu beseitigen. Wir haben keine Personen, sondern nur die Sache im Auge behalten. 'Nvn Rußland. Petersburg. Am 2. Dezbr. v. I. wurden dahier 7 Studenten der hiesigen Universität, darunter 2 Israeliten, dom Unterricktsminister im Beisein sämmtlicher Professoren und zweier Minister mit der goldnen Verdienstmedaille delorirt. Vier der Ausgezeichneten, unter denen sich auch unser Glaubensgenosse, Herr Abraham Elias Horkawi, der sich durch ein in russischer Sprache verfaßtes Werk berühmt gemacht hat, befand, wurden an diesem Tage vom Minister zur Tafel gezogen. Bevor die Speisen aufgetragen wurden, bemerkte Herr Horkawi dem Adjunkt des Ministers, Herrn Delinoph, daß sein Religiousgesetz ihm verbiete, von den meisten Gerichten, die hier gegessen werden, Etwas zu genießen. Herr Delinoph fragte deßhalb jedeSmal die Aufwärter, wie und wovon die Speisen zubereitet worden sind. Am Schluß der Mahlzeit erkundigte sich der Minister nach der Ursache dieser sonst nie gestellten Fragen. Er ging zu Hrn. Horkawi und sagte lächelnd zu ihm: Der Herr Präsident des Senats wird diele Handlungsweise, die den! Landesgesetzen zuwider ist, dem Gerichte zur Entj scheidung verlegen. Ruhig und unerschrocken antwortete! Herr H.: Hätte ich von allen Speisen, also auch von j denjenigen, die den Israeliten verboten sind, gegessen,! dann erst wäre der Herr Präsident berechtigt, klagend! auszutrcten. Diese Antwort gefiel dem Minister. ' Freudig reichte er Herrn Horkawi die Hand und zollte j ihm im Beisein aller Gäste die ihm gebührende Lobes- 1 erhebung. (Hamagid.) A K 2 £ Hl E H . An die geehrten Freunde in Stuhlweißenburg. Cisenstadt, 15. <Sä)emat. Durch die Schuld der Postbchörden erhielt ich erst heute die vcrschiede- Wtt Nummern des „ Israelit," in denen Sie, meine Freunde, die in dem bekannten neuesten obscuren Blatte verbreiteten, mich bewstenden Correspondenzen desavouiren und dies mit fihr ehrenvollen Geständnisstn der Hochachtung verbinden. Indem ich Ihnen für den Ausdruck der Liebe und des Vertrauens meinen innigsten Dank abstatte, kann ich nur mit dem alten D'JE D’JS D’cd erwiederen, daß auch meinerseits die Hochachtung für Sie in mir die alte und unveränderte ist, und auch sicherlich zeitlebens bleiben wird. Uebrigers habe ich selbst die liebenswürdigen Artikel nicht gelesen, und werde mich auch sobald nicht an dem 71*2 rojnn srb versündigen, solch ein Abschaum von Niederträchtigkeit, Gemeinheit und — Verrückt! eit meine Schwelle übertreten zu lasten. Daß solche Schurkenstreiche (ich spreche nicht von mir, sondern von der Behandlung, die, wie ich aus Citaten ersehe, den von diesem frechen Buben von Redakteur zu Theil wird) noch Leser finden, muß natürlich solche Elende noch mehr ermuntern. Wenn diese unverantwortliche Duldung, ja Betheiligung durch Lektüre resp. Abonnement so fortgeht, so wird in 10 bis 20 Jahren auch Unterungarn ein Raub dieser Heuchler, die 'i£n"3 njiD diese D^pD£i ö''w ’sj'md sein. Seht Euch, Ihr wahren Jehudim aller Orten, vor, und leget den allüberallhin ausgescndeten Siksoer Missionären zeitig das Handwerk, ehe Ihr es zu spät suhlen werdet, daß Euer Schweigen den Ruin des noch gesunden Theiles herbeigeführt. Dr. Israel Hildesheimer. ttTm 1. April dieses Jahres wird eine Lehrerstelle an unserer Schule vacant, welche mit einem Gehalte von 250 Thlr., einschließlich Wohnung und Heizung, verbunden ist. Reflectanten belieben sich unter Einreichung ihrer Zeugnisie bei dem Unterzeichneten Schulvorstande baldigst zu melden. Wünschenswerth wäre es, daß der anzustellende Lehrer den Chorgesang zu leiten vermöchte. Märkisch-Friedland, den 1?. Januar 1867. Der Borland der israel. Stadtschule. n unserer Tuch-, Manufactur- und Modewaaren- Handlung, welche am Sonnabend geschloffen, findet ein Lehrling zum 1. April dieses Jahres, unter günstigen Bedingungen, eine Stelle. Gebrüder Hildesheimer, in Brandenburg a. H.