Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-02-06 · Heft 6 (6.2.1867) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 6 (6.2.1867)
Date
1867-02-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447298--04875-2460353
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

91 wendige in sich ausgenommen, daß sich Schüler dieser höheren Klassen mit den Schülern der ersten Unterrealschule messen können. Zudem muß man sich immer den Umstand vor Augen halten, daß diese Zög-' linge alle: Bibel, Raschi, Propheten, Gebetübersetzen und hebräische (Grammatik lernen und dieses alles unter der vorzüglichsten Leitung gewiegter Schulmänner bestens bewältigen. Auch muß berücksichtigt werden, daß wenigstens 40 Schüler dieser Anstalt den höheren Talmudnnterricht genießen und eine ziemliche Belesenheit in demselben sich aneignen. Nach einen: von der hohen Statthalterei sanktionirten Schulplane wird an dieser Anstalt nunmehr 240 größtentheils armen Kindern der Unterricht aus sämmtlichen Gegenständen von fünf Lehrern ertheilt. Die Herren Hauptschullehrer: W. Löwit, E. Groag, E. Deutsch und L. Goldberger lehren sowohl Hebräisch, als auch Deutsch in den ihnen zugewiesenen Klassen; während Herr S. Bendiener seit dem Bestände dieser Anstalt den Talmudunterricht leitet und ertheilt. Ehrenwerthe Männer, die bestens und rühmlichst bestrebt sind, durch Fleiß und Ausdauer die armen Kinder heranzubilden und durch eine ftreugerzielte Disziplin diese Anstalt zu heben und sie zu einer der hervorragendsten hiesiger Lehranstalten zu machen. Der ehrsame Vorstand, bestehend aus den sehr geachteten Herren: Heinrich Berger, Anton Bing, Karl Austerlitz, Joseph Fleischmann und Isak Friedländer, läßt kein Mittel unversucht, diese Anstalt tbatkräftigst zu unterstützen, ihr eine musterhafte Administration zu geben, und scheut keine Opfer, weder an Geld, noch an Zeit, diese Anstalt zur Ehre Gottes und zur außerordentlichen Wohlthat für arme, unbemittelte Kinder zu erhalten und bestens zu pflegen. Diese achtbaren Herren, alle Großhändler und von den Tagesgeschäften außerordentlich in Anspruch genommen, finden dennoch Zeit und Muße, die Anstatt oft zu besuchen und zu inspiciren und es ist rührend, wahrzunehmen, mit welch' herzlicher Tbeilnahme sich diese achtbaren Herren um jedes einzelne Kind kümmern und es eifrigst beeinflussen, auf daß es stets auf dem Wege des Guten bleibe und auch dann, wenn es die Anstalt verlassen, der ihm in derselben ertheilten Lehren eingedenk bleibe. Diese geehrten Herren sind eifrigst und redlichst bemüht, die Anstalt stets zu heben, aus daß sie gedeihe zur Ehre und zum Ruhme Gottes, dessen ewiger Lohn ihnen gewiß nicht ausbleiben wird. Die Anstalt besteht in der inneren Stadt, Sterngasse, Nr. 4, und ist im ersten und zweiten Stocke des genannten Hauses, in fünf großen und geräumigen Zimmern bestens untergebracht. L. G. Turnopvl. Dem „Jbri Anochi" wird von hier geschrieben: Ein schrecklicher Raubmord wurde am 1. Januar dahier ausgeübt. Herr Dr. Jakob Josua Vitia# ging Abends 6 Uhr aus, um einige Kranke zu besuchen. Da er in der Nacht nicht nach ■ Hause kam, wurden des andern Tages Nachforschungen angestellt und fand man ihn endlich am User des Flusses, nicht sehr weit von der Stadt entfernt, auf die schrecklichste Weise ermordet, seines Geldes und seiner goldenen Uhr und Kette beraubt. Noch ist es nicht gelungen, den Mörder zu entdecken. Der Stadtrath und die Vorsteher der isr. Gemeinde ließen durch Zettel, die an alle Straßenecken angektebt wurden, noch am selben Tage bekannt machen. daß Derjenige, der zur Entdeckung des Mörders verhilft, eine Belohnung von 000 fl. erhalten solle. Unsere Stadt hat in Herrn l)r. Atlas einen großen Verlust erlitten. Seine Praxis war sehr groß. Nicht nur hat er den Armen seine ärztliche Hilfe unentgeltlich zukommen lassen, sondern auch durch Geldunterstühung für sie gesorgt Wie sehr derselbe auch bei seinen christlichen Mitbürgern in Ansehen stand, beweist das Leichenbegängnis;, während dessen sämmtliche Kaufläden geschlossen waren und an dem sich der Stadtrath, alle Vertreter des Gerichts, sowie die angesehensten Bürger betheiligtcn. Nachträglich entnehmen wir dem „W. F.-Bl.Z daß der Mörder in der Person des Jockeys eines andern Arztes dieser Stadt, welcher an diesem Tage gestorben ist, entdeckt wurde. Italien. Nom. Der junge Mortara ist als Novize in 8an Pietro in vinculis eingetreten. Derselbe ist nun erst 15 Jahre alt. (W. F.-Bl.) P a l ä st i n a. Jerusalem, 3. Jan. In der Beilage zu Nr. 40 des „Israelin wird bemerkt, daß die Zeitschrift „Halebanon" Herrn Nobert Pl attner zu Jaffa zum M ar o e a n i s ch e n , „Hamagid" hingegen denselben Mann zum Dänischen Eons ul ernannt sein laßt; in Wahrheit ist Herr P. Consul des Fürsten von Monaco geworden. Herr Joseph Plattner in Jerusalem hingegen bekleidet ein wichtiges Amt; er ist nämlich provisorisch Cousul des Königs von Griechenland, da der ehemalige griechische Cousul, bei dem Herr I. P. als Secretär fuugirte, abberusen wurde, so daß Herr Plattner seitdem dessen Amt verwaltet. Wie sich doch die Zeiten ändern, ein Jude in Jerusalem Vertreter des p nwbQ!! — Moses Sachs.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.