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Der Israelit · 1867-01-30 · Heft 5 (30.1.1867) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 5 (30.1.1867)
Date
1867-01-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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72 hohes Roß zu schwingen, der gehört nicht einmal auf das Schulzimmer - Katheder, sondern auf die Schul- Bänke und zwar der 2. Klasse der Normalschulen, der sollte statt solchem Schnickschnack lieber die Regeln des Sprach- und Lesebuches auswendig lernen. — Da Niemand von mir verlangen wird, die in diesem Artikel gelegentlich angegriffene Duchan-Reform in der Wiener Synagoge zu apologisiren, so bleibt kein reelles Argument dieses Artikels übrig, als daß Szanto im „Princip" mit Mihalowitz geht; nichts Neues unter der Sonne; Iss sxtrsmss ss touotislit, gehen ja zumal Sz.. s mit Mihalowitz ddxwd ndn 'di DraiND ab 'di. Wir aber, die wir bekanntlich mit dem p rva pDs nicht durch Dick und Dünn gehen, aber, wie wir schon in unserem diesbezüglichen größer» Aufsatze sagten, überzeugt sind, daß die Untersertiger dieses rrD pds p fast Alle aufrichtige und ehrliche Charaktere sind, die auch heute keineswegs an Hochachtung in unseren Augen verloren haben, wir protestiren gegen so unsaubere Gesellschaft „im Princip"; Karäer und die fromme Gesellschaft zu Mihalowitz sind Antipoden, umsomehr die Szantö's. — Artikel II. Eine Kapuziner-Predigt. Inhalt: Die Wiener Gemeindevertretung hat zu viele Sympathien für Ruinen alias Orthodoxie; dies führt schnurstracks nach — Königgrätz (hui!). Das wird aber natürlich nicht so kurzweg gesagt, damit könnte man ja keine Leitartikel^) anfüllen, und das ist doch die Hauptsache, sondern folgendermaßen: Artikel I hat dem Red. den Borwurf zugewendet, eine Schwenkung nach rechts zu machen. Warten wir hier einen Augenblick. Es gibt sicherlich nicht einen Einzigen auf Gottes weitem Erdenrund, die unglücklichen miethzinslosen Bewohner des „allgemeinen Irrenhauses" des Bedlam rc. mit eingeschlossen, welcher aus einem Artikel, in welchem das klare TVork der rTTP, daß ein nassen ora D’sy wopia des Todes war, lächerlich gemacht wird, eine Schwenkung nach rechts herausdeduciren wird. Man kennt schon solche Redactionskunststücke, sie werden singirt, um — eine Spalte des Leitartikels auszufüllen. Dieser (fingirte) Vorwurf wird vom Erfinder mitleidig belächelt, mit „aller Entrüstung" jedoch der Vorwurf zurückgewiesen, daß Persönlichkeiten gemeint waren; denn die Gegenwart ist nicht für die Situation verantwortlich, sondern jene Generation, da zumal die Bleigewichte sich an die Schwingen des genialen Predigers henglen, der nur Breschen in den schießen wollte, voraussetzend, daß dann die Verwitterung rc. das Ihrige thun werde. Ueberhaupt können niemals die Geistlichen für die Bewegung im Judenthume verantwortlich gemacht werden, denn diese ging in den (vermeintlichen) 5 Phasen der jüd. Kulturgeschichte immer von „Laien" aus. — Zunächst bemerke ich, daß trotz aller Versicherungen des Redacteurs (und seine Stimme ist doch die der Aufrichtigkeit, da er eS ja selbst im Artikel I sagt, und er es doch selbst am besten wiffen muß) eine Persönlichkeit dieser vermeintlich hübsch allgemein gehaltenen Vorlesung gesessen; diese Person ist kein Anderer als der Prediger Dr. Güdemann, der zur vorgeschriebenen Zeit in hdid niyo rein „ vernarrt", der der ra» nn’D&y „ keine Nadel krümmen will', das „Bleigewicht der Neuzeit", durch dessen Anstellung sich die Wiener Gemeindevertretung ebensowohl ein ehrendes Denkmal gesetzt, als auch im wohlverstandenen Gemeindeinteresse zur Concentrirung der verschiedenen religiösen Färbungen der Gemeinde ein kostbares Medium geschaffen; dieses moralische Hemmniß aller himmelanstürmerischen Capuzinaden der Neuzeit hat dem Artikel von A. bis Z. als Contrefei gesessen, die vaptatio lrsnsvolsvtias, daß Geistliche überhaupt und Wiener insbesondere für die Situation nicht verantwortlich seien, gilt ihm, was kömmt auf einen Bückling mehr oder weniger an? Warum wir nicht der Mühe überhoben werden, das erst herauszudeduciren, liegt eben im Programme der „Neuzeit", ihre Stimme ist die Aufrichtigkeit. Wir nehmen übrigens Akt von dem, was über die Intention des H. Predigers M. gesagt wurde, und müssen wir, so wenig wir uns bewogen fühlen, eine Lanze für den speciell religiösen Standpunkt M.. s zu brechen, dennoch bekennen, daß das Gesagte unbewiesen und nur Wünsche der „ Neuzeit ' sind, daß Andere (natürlich Lebende) das thun möchten; wessen das Herz voll ist, läuft der Mund über. Was die Glorification der „Laien" betrifft, so ist uns (wir als Rabbiner mit eingeschloffen) dieses schon ganz recht; ja mehr als dies, wir, die Bleigewichte der Neuzeit, die Allorthodoxen und die Neuorthodoxen, die Altromantiker und die Neuromantiker behaupten ja schon immer, daß es bei uns keine sogenannten Laien gebe, weil eben Alles Laie ist und bleiben soll, daß der Talmid, der rituale Bäckermeister und der Schuhmachergesell viel mehr „Geistliche" (?) sind als jene Ignoranten aus den Kanzeln, die nichts für sich haben als — „ihre Mäntelchen und ihre Talare, ihre große Selbstzufriedenheit und ihr kleines Bewußtsein von" — den rvDK’pn dP u. dergl. m. Warum wollen denn die H. Prediger noch immer nicht einsehen, daß die „ gespreizte Aussprache der erhöhten Selbstlaute" noch immer keinen jüd. Geistlichen äusmachen würde, selbst wenn uns dieser Begriff naturwüchsig wäre. Was übrigens die „fünftheilige" Kirchengeschichte betrifft, so hat dieselbe ein Loch; es fehlt und ywrr der Oberpriester. Uebet Elfteren sagt Jost, wie uns scheint nicht gerade ein neuer Romantiker, wollte sagen Neuorthodoxer (Sectengeschichte S. 30): rporu u. tnjy waren die Männer, welchen das Judenthum die eigentliche Begründung verdankt. . . . Hiermit begann das Judenthum eine festere Gestalt 3) mit einem „5" geschrieben.

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