Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1867)
- Date
- 1867-01-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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65 Die Herren Abraham und Nissim Camondo, allgemein bekannt sowohl durch ihren Feuereifer in der Vertheidigung unserer Rechte durch die Autorität ihres Namens und ihrer Stellung, als durch ihre energischen Protestationen, die sie einzulegen bereit sind, so oft unsere religiösen oder bürgerlichen Interessen bedroht sind. Herr Raphael Salomon Camondo starb im Alter von 59 Jahren, y'sn. Sein Sohn, Herr Nissim Camondo, ist der Präsident unserer Schulen. Palästina. Jerusalem. Die Nachricht von der Einwanderung amerikanischer Colonisten auS Maine nach Palästina hat bereits die Runde durch alle möglichen Zeitungen gemacht. Anfangs klang dieselbe so sonderbar, daß viele Zeitschriften diese Einwanderer für Juden hielten, denen die Liebe für das alte Vaterland, in dem die Wiege unseres Volkes gestanden, die Beranlasiung zur Übersiedelung von der neuen Welt in die alte Heimath Israels gegeben. Diese Ansicht, wenn wir sie so nennen dürfen, wußte sich so lange immer mehr zu verbreiten, bis es sich endlich mit Gewißheit herausstellte, daß diese Colonisten gute Christen von Glauben und Geburt seien. Diese eigenthümlichen Colonisten gehören nämlich einer christlichen Secte in Amerika an, die sich die „Kirche des Messias" (Church of Messiah) nennt. Diese Sccte zählt Hunderttausende von Anhängern, unter denen sich die gelehrtesten, reichsten und einflußreichsten Männer befinden. Auch hat dieselbe ihr eigenes Organ, das „Sword of Truth“ (Schwert der Wahrheit). Der Zweck dieses Colonisationsvereins ist nun, die in der heiligen Schrift enthaltenen Prophezeiungen über Juda und Israel zu verwirklichen zu suchen. Sie haben nun den Beschluß gefaßt, den Israeliten den Weg anzubahnen, daß diese den Boden Palästinas wieder bebauen können, sie zu unterstützen und sie den Ackerbau praktisch zu lehren. Dieses ist der Hauptzweck des Vereins. Der Glaube dieser Secte ist, daß nur auf diese Weise die Israeliten nach und nach sich im Lande ansässig machen könnten, bis sich der Ewige wieder Zions erbarmen wird. Viele Stellen aus den Propheten, die darauf bindeuten, daß einst die Völker Israel den Weg anbahnen werden, um wieder sein Land in Besitz nehmen zu können, ermunterten sie in diesem Vorhaben. Der Verein fing also damit an, dreißig der erfahrensten und tüchtigsten Männer aus seiner Mitte nebst Frauen und Kindern nach Palästina zu schicken, damit diese den Anfang machen. Ihnen steht ein Präsident vor, nach dessen Vorschriften vorerst Hand an's Werk gelegt wird. Sie brachten nun alle möglichen Geräthe und Maschinen mit. Wenn der Versuch gelingen wird, werden noch viele BereinSmitglieder diesen Nachfolgen, denn die ganze Secte ist für das Project so begeistert, daß ihre Anhänger sämmtlich bereit sind, auszuwandern, um Israel die Bahn zu ebenen, daß es wieder das Land der Väter bebauen kann. Das ist kurz der Plan, wie ihn das „Sword of Truth“ entwickelt. Im November v. I. enthielt dasselbe einen Brief vom Präsidenten des Vereins, worin derselbe die Einzelnheiten der Reise beschreibt. Bei ihrer Ankunft seien sie von den Einwohnern der heiligen Stadt mit der größten Liebe und Freundschaft empfangen worden, die Beamten der Regierung unterstützen sie nach besten Kräften und der amerikanische Gesandte in Constantinopel bestrebt sich ernstlich, ihren Wünschen nachdrücklich zu entsprechen. Surinam. Paramaribo. S. M. der König der Niederlande hat unfern Glaubensgenosien, den Herrn E. A. vom Emden, Staatssecretair der Colonie Surinam, zum Ritter des Niederländischen-Löwen-Ordens ernannt. N. W. Bl. Feuilleton. Hiram, der König von Tyrus. *) Von Ibraliam Tendlau. Hiram, der König von Tyrus, war fast eben so sehr als Salomo mit außerordentlicher Weisheit und höherer Macht begabt nnd stand mit diesem in einem trauten Bunde. Nachdem er aber die Cedcrn und das Sandelholz zu dem Tempel in Jerusalem geliefert und dafür von Gott mit einem langen, langen, fast tausendjährigen Leben beschenkt worden war, da bildete er sich ein, unsterblich zu sein, ward stolz und übermüthig, so daß sein Stolz und sein Uebermuth keine Grenze mehr kannten und er einen Bau auffiihrte, gegen welchen der babylonische Thurm nur ein Spiel war. — In des Mondes Mitte errichtete er vier eiserne, viereckige Säulen von gleicher Höhe und stellte sie einander gegenüber, so daß sie ein Viereck bildeten. Auf diesen Säulen erbaute er sieben Himmel, dle er, gleich den Himmeln über uns, mit einem Throne, mit dienenden Wesen, mit Donner und Blitz und Brand- 1) Nach Jalkut Ezech. f. 72, col. c. (Vergl. Jalkut Rubeni f. 81, d. — Jalkut chad. Artikel David Nr. 14. — Auch. Maase Schein Nr. 49. — Ven Sira S. 14 ff.) — Jalkut Me^ lach. Nr. 237. — Cholin 89, a. —