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Der Israelit · 1867-01-23 · Heft 4 (23.1.1867) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 4 (23.1.1867)
Date
1867-01-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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66 Pfeilen ausrüstete. Den ersten Himmel baute er von Glas, fünfhundert Men lang und fünfhundert Ellen ßreit. An demselben brachte er Sonne, Mond und Sterne an. — Den zweiten machte er aus Eisen, taufend Ellen lang und tausend Ellen breit; ein wasserreicher Canal schied den ersten vom zweiten Himmel. — Den dritten Himmel wachte er ebenfalls ttus Eisen, fünfhundert Ellen lang und fünfhundert Ellen breit; auch diesen trennte vom zweiten ein Canal. An den Himmeln von Eisen brachte er räderartige Felsstücke an, die, wenn sie dahinrollten, sich gegenseitig rieben und stießen, und weithin einen Donner vernehmen ließen. — Den vierten Himmel machte er aus Blei, zweitausend Ellen lang und zweitausend Ellen breit; ein Canal schied den dritten vom vierten Himmel. — Der fünfte Himmel war von Kupfer, fünfzehnhundert Ellen lang und fünfzehnhundert Ellen breit; auch ihn trennte ein Canal vom vierten Himmel. — Der sechste Himmel war von Silber, dreitausend Ellen lang und dreitausend Ellen breit; ein Canal befand sich wiederum zwischen ihm und dem fünften Himmel. — Den siebenten Himmel endlich, drn machte er aus Gold, dreitausend fünfhundert Ellen lang und dreitausend fünfhundert Ellen breit; an demselben brachte er ellenlange und ellenbreite Diamanten und Perlen an, die auf beiden Seiten erglänzten und in ihren Schwingungen Blitze schossen und Brandpfeile warfen und durch ihre Reibungen zugleich einen Donner hören ließen. Die Canäle aber waren so eingerichtet, daß ihr Wasser gleich Regen zur Erde strömen konnte. — Dort nun saß der stolze König auf seinem mit allerlei seltsamen Gestalten umgebenen Throne im siebenten Himmel, stolz auf seine Zaubermacht, und dort sprach er das übermüthige Wort:*) „Ich bin ein Gott! Ich throne, wo die Götter thronen, mitten im Meere!"— „ Menschensohn!" sprach der Heilige, gelobt sei sein Name! zu dem Propheten Ezechiel, „gehe hin, Menschensohn, und sprich zu Hiram, dem Könige von Tyrus." „Was thust Du so stolz, Du, den ein Weib geboren!" — „Herr der Welt!" sprach der Prophet, „wie soll ich zu ihm gehen? Er schwebt in den Lüften!" — Da führte der Heilige, gelobt sei sein Name! einen Sturm herbei; der erfaßte den Propheten bei den Locken seines Hauptes und brachte ihn hinan vor Hiram. — Als Hiram den Propheten erblickte, erschrak und bebte er und sprach: „Wer hat Dich hierher gebracht?"— „Der Heilige, gelobt sei Erk" antwortete der Prophet. „Er befahl mir also und sprach:" „„Gehe hin und sage ihm: Was thust Du so stolz, König von Tyrus? Dich hat ein Weib geboren!""— 2) Ezech. 28, 1. — „Wohl," sprach Hiram, „mich hat ein Weib geboren; aber ich bin lebendig und beständig, ewiglich! — Er besitzt sieben Himmel, — auch ich! — Er sendet Donner und Blitz und Regen zur Erde, — auch ich! — Zu seinem Tempel in Jerusalem aber habe ich ihm das Holz geliefert! — Noch mehr! Wie viele Könige sind gestorben, ich lebe noch! Einundzwanzig Könige vom Hause David's und einundzwanzig Könige vom Hause Israel, fünfzig Propheten und zehn Hohepriester habe ich bereits begraben, noch lebe ich! Ich bin ein Gott! Wo die Götter sitzen, ist mein Sitz, mitten im Meere!" — „Hiram!" sprach der Prophet, „warum thust Du so? Es hat schon größere Könige als Du gegeben, und doch haben sie solches nie gethan." — „Hiram," sprach da der Heilige, gelobt sei sein Name! „Hiram gleichet dem Knechte, der seinem Herrn ein prächtiges Kleid gemacht. So lange der Herr in dem Kleide einherging, war der Knecht voll Stolzes darauf, und so oft er den Herrn in dem Kleide sah, rühmte er sich laut und sprach: „„Ich habe dem Herrn das Kleid gemacht!"" — Was that aber sein Herr? Er zerriß das Gewand und warf es von sich, und der Stolz des Knechtes war dahin. — Das werde auch ich thun." — Und so geschah es. — Der Heilige, gelobt sei sein Name! sprach:^) „Oeffne, Libanon, Deine Pforten, und Feuer verzehre Deine Cedern!" Er zerstörte seinen Tempel zu Jerusalem, auf dessen Bau Hiram so stolz gethan. Ueber Hiram selbst aber, der Schuld daran war, daß der Herr sein Gewand preisgegeben, schickte er den noch mächtigern Nebukadnezar.3 4) Der stürzte Hiram von seinem Throne, nahm ihn und seine Frau gefangen und schnitt ihm täglich zwei Finger breit Fleisch vom lebendigen Leibe, tunkte dieses in Essig ein und gab es ihm zum Essen, bis er zuletzt eines elenden Todes starb. Seine sieben Himmel aber versenkte der Heilige, gelobt sei sein Name! tief in den Meeresgrund. Dort stehen sie aufbewahrt zum Ergötzen der Frommen in dem Leben, das da kommen wird. — * * * „Wie gar anders doch," fügte ein Lehrer hinzu, nachdem er seinen Schülern unter andern auch dieses merkwürdige Beispiel des menschlichen Uebermuthes erzählt hatte, „wie ganz anders ist der Mensch, der Gottes eingedenk bleibt, als der, der Gottes vergißt! — Der fromme, gotterfüllte Mensch, je mehr ihn Gott mit Macht und Ansehen begnadigt, um so demüthiger wird er. Ein Abraham spricht vor Gott:5) „„Ich bin nur Staub und Asche!"" — Ein Moses und 3) Sechar. 11. 1. — Vergl. Joma. 39. d. — 4) Ezech. 27, 7. — 5) 1. B. M. 18, 27. —

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