Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1867)
- Date
- 1867-01-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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63 Verhältnisse 2: 1 zwischen Prag und Land getheilt werde, ihren Abschluß fanden. — Durch die e Theilung ist die Landjudssnschaft in den Besitz eines freien verfügbaren bedeutenden Vermögens gelangt. (Abendland). Lemberg. Ein kleiner Beitrag zu dem Schalten der Urlauber in Galizien bringt abermals die „Gal. Rar." aus Tomasszowic. Dort setzten sie die Propinationsfreiheit auf den kürzesten Weg in's Leben, indem sie den Inhaber des dortigen Wirthshauses, einen Juden, sammt seiner Familie vertrieben und nicht nur sich selbst Branntwein ausfchenkten, sondern auch den Vorbeigehenden und Vorbeifahrenden verkauften. Erst den dritten Tag darauf kehrte der verscheuchte Jude nach amtlicher Intervention in seine Schenke zurück. Italien. Florenz. Den „Archives Jsraölites" entnehmen wir folgende (gjrifobe aus der Schlacht von Custozza: Eine Truppe italienischer Infanteristen wurde von den Oesterreichern eingeschlossen und aufgefordert, sich zu ergeben. Ein Israelit hatte den glücklichen Einfall, die Fahne des Regiments noch rechtzeitig in Stücke zu zerreißen, und dieselben seinen Kameraden als Hosenträger zu geben. Auf diese Weise wurde die Fahne gerettet. Nach dem Kriege wurden die Stücke wieder zusammengenäht und die Fahne, die in Feindesland war, kam glorreich (?) und als köstliche Reliquie wieder in den Besitz des Regiments. Frankreich. P«rris, den 8. Janur. Untenstehend erhalten Sie die Uebersetzung des schon erwähnten Briefes vom Präsidenten der „Alliance" an Herrn Rabbiner Joseph Natonek: „Die „Alliance Israel. Univ.* hat sich in der gestrigen Sitzung ihres Centralcomitö's mit der schriftlichen Mittheilung beschäftigt, die Sie an dieselbe gerichtet haben in Betreff desProjecteS über Palästina, jenes Land, an das sich so viele Erinnerungen knüpfen. Wir haben nicht erst zu sagen nöthig, mit welchem! Jntereffe die „Alliance" den Gedanke» begrüßte, in! diesem so sehr in Verfall gerathenen Lande den Acker-! bau zu entwickeln, der dort einst so blühend war und , in Ehren stand. Der Gedanke fand im Comitö die ' größten Sympathien. Was diese noch besonders erregt hat, ist die Absicht Derer, die daS Project zuerst angeregt haben: Sie wollen dem Elende, derHeimathlofigkeit, der Almosenbedürftigkeit jene zahlreiche jüdische Bevölkerung entreißen, die aus allen Ländern dorthin strömt, oder in Palästina selbst geboren ist und »un, ansässig im uralten Vaterlands unserer Ahnen, das herzbrechende Schauspiel einer so unglücklichen Bevölkerung darbietet! Sie zu heben, ihr den Gedanken zunächst, sodann die Liebe zur Arbeit, besonders zur Feldarbeit einzuflößen, dahin gehen die Anstrengungen unserer würdigen Glaubensgenoffen, deren theilnehmende Blicke sich allem diesem Elende zuwenden. Von ganzem Herzen zollen wir ihrem Entschlüsse Beifall. Wir, die in einem Vaterlande leben, dem wir unsre ganze Liebe, unsre ganze Hingebung schuldig sind zum Danke für den väterlichen Schutz, den es auf alle seine Kinder ohne Unterschied des Cultus ausdehnt, wir begreifen es bester, als irgend Jemand, daß man jene Unglücklichen schützen muß, die, vaterlandslos, im heiligen Lande einen Zufluchtsort suchen, wo sie wissen, daß die Israeliten aller Länder sie nicht ohne Hilfe lassen werden. Wir begreifen aber vor allen Dingen, daß man den moralischen Muth jener Männer wieder heben muß, und daß nichts geeigneter ist, ihnen heilsame Inspirationen zu geben, als die Feldarbeit, die Sorge für die Bebauung des Bodens. Mit der Schöpfung von Schulen für die Kinder und von Feldarbeit für die Männer wird die Situation sich verbessern können. Die „Alliance" ist daher ganz geneigt, einen so humanen Versuch, welcher der allgemeinen Approbation würdig ist, zu unterstützen. Mit dem lebhaftesten Jntereffe wird sie dessen Entwicklung, dessen Verwirklichung verfolgen. Gerne wird sie die Summen in Empfang nehmen, welche ihr Übermacht werden, um diesem Werke eines heilsamen Fortschrittes unter die Arme zu greifen; sie wird sich mit den Personen verständigen, die ihr angezeigt werden, damit die Zinsen jener Summen solange nützlich verwendet werden, bis man die Kapitalien selbst zur Ausführung des Planes verwenden kann, den man zu verfolgen vorhat. Indessen stellt sich noch ein großes Hinderniß heraus: das absolute Verbot, Grundstücke zu besitzen, welches in der Türkei jedes Individuum trifft, das nicht Muselmann ist. Solange nämlich die Capitulationen der verschiedenen (christlichen) Staaten der Türkei die Verpflichtung auferlegen, das Besitzthum der Fremden nicht der ottomanischen Justiz, sondern jener ihrer Nationalität zu unterwerfen, läßt die türkische Regierung den Fremden nicht zu, Immobilien zu besitzen, welche sich ihren eignen Gesetzen entziehen. Man muß vor Allem Mittel finden, dieses Verbot aufzuheben für die ausländischen Israeliten, welche sich im heiligen Lande niederlassen, sowie für diejenigen, welche dort geboren sind. — Die „ Alliance * wird sich mit Zuvorkommenheit den Schritten anschließen, die man zur Erreichung dieses unerläßlichen Resultates thun möchte. Wir bitten Sie, Herr Rabbiner, nebst unserm Danke für den Eifer, den Sie aufwenden in der Mission, welcher Sie Sich unterzogen haben, den Ausdruck