Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1867)
- Date
- 1867-01-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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59 außerdem aber auch eine neue mm iso schreiberr ließ. Als der Zudrang zu dem »non np immer größer und der Raum in demselben für die zahlreichen Zuhörer unzureichend wurde, miethete sich dieser Verein ein besonderes Lokal und stellte einen Lehrer an, der in der heiligen Thora Unterricht zu ertheilen hat. Die Schneider, ebenso die Schuhmacher haben besondere Bet-Zimmer, in welchen sie auch von eigens dazu bestellten Personen Belehrung umina nampn erhalten. (Hakarmel). Türkei. Konstantinopel. Herr Raphael Kamondo, aus dem rühmlichst bekannten und hochgeschätzten Hause Kamondo dahier, ist am 18. Dezember im Al- Uv von 59 Jahren gestorben. (A. I.) Palästina. Jerusalem. Am siebenten Tage des Chanukafestes herrschte dahier große Freude. An demselben wurde ein 4-5 Fuß hoher, aus einem einzigen 36 Pfund schweren Stücke Silber prachtvoll ausgearbeiter Leuchter in die Synagoge, genannt „p pnr 'i ,40iÄ, gebracht. Herr Pinchas Rosenberg aus Petersburg hat dieses Prachtkunstwerk aus eignen Mitteln verfertigen lasten, und für obengenannte Synagoge als Geschenk bestimmt; damit dasselbe auch sicher an seinen Bestimmungsort gelange, hat er noch weitere 300 Rubel als Reisekosten für einen besonderen Boten, durch welchen man den Leuchter hierherlchickte, verausgabt. Die Synagoge war an diesem Tage ganz gefüllt von Andächtigen. Die Freude, die jeder Jude an diesem Fest in Erinnerung der vielen Heldenthaten unserer Vorfahren und der großen Wunder, die Gott denselben gethan, empfindet, war diesmal, als die Lichtlein an dem neuen Leuchter angesteckt wurden, eine noch gesteigertere. Der Vorsänger der Synagoge sprach im Namen des Volkes den Segen für die türkische und russische Negierung sowie für den edlen Spender des Leuchters aus. Alle Anwesenden verließen freudig gestimmt das Gotteshaus in der festen Ueberzeugung, daß die Liebe zu Zion aus dem Herzen unserer Glaubensgenosten, selbst auch derjenigen, die weit entfernt vom heiligen Lande und von der heiligen Stadt wohnen, nicht erloschen ist und niemals erlöschen wird. (Libanon). Abyssinien. Gondar. (Unlieb verspätet.) Bezugnehmend auf den laufenden Wochenabschnitt, der den Zug Israels durch das rothe Meer enthält, können wir nicht umhin, eine Illustration dieses Ereignisses nach abyssinischen Begriffs« unseren Lesern vorzuführen. Der Reisende Apel berichtet in seinem Werke, „drei Monate « Abyssinien," daß er in der Hauptkirche zu Gondar ein Altargemälde gesunden habe, welches diesen Uebergang darstellt. Er schreibt: Als Bell*) noch lebte, kam ein junger Seecadett, der einem englischen Kriegsschiffe angehörte, welches vor Maffuah lag, nach Gondar, wurde von dem gastfreundlichen Irländer freudig ausgenommen und beschäftigte sich, so lange er in Gondar verweilte, damit, verschiedene Landschaften aufzunehmen und auszumalen. Als er einst also beschäftigt war, fiel dem Abuna die glückliche Idee ein, sich von dem jungen Matrosen ein Kirchenbild malen zu lassen; und zwar sollte das Sujet der Uebergang der Israeliten über das rothe Meer sein. Der Cadett willigte ein; und da seine Kenntniß der alten Geschichte keine sehr ausgedehnte gewesen sein mag, so malte er das israelitische Volk im Costüm des rothröckigen Britischen Soldaten, wie es in Reih' und Glied, mit Flinten und Bajonnet, schnurstracks über die Wellen marschirt 1 Doch fand das Bild Gefallen; im Triumph wurde es der Kirche zugetragen, eingeweiht und am Altäre aufgehängt, wo es noch heutigen Tages hängt, ein bleibendes Denkmal seemännischer Kunst und abyssinischer Unwissenheit. Feuilleton. Die Rettung.**) Zs war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. In dem schwäbischen Dorfe Lo nmersheim, wo seit Jahrhunderten eine zahlreiche jüdische Gemeinde wohnte, ging es in dem Hause des Rabbiners sehr lebhaft zu. Heute war Gerichtstag. An einem mit grünem Tuche überzogenen Tische saßen Rabbi Mordechai, der Rabbiner, und die beiden Dajanim, mit einem Ernsten Rechtsfall beschäftigt Es handelte sich um eine Streitsache, welche die israel. Bewohner von Lommersheim in nicht geringe Aufregung versetzte. Der Parneß Jakob Steinfurt und Juda Katzem (der Metzger), die zwei reichsten Männer von Lommersheim, hatten gemeinsam eine Fleischlieferung übernommen. An dem *) Ein Irländer, der bei König Theodor von Abyssinien in hohem Ansehen stand und die Stelle eines Likamankuas bekleidete, d. h. eines der vier höchsten Offiziere, die im Kriege dasselbe Costüm wie der König tragen, um die Feinde zu täuschen. sAnm. der Red. des „Israelit".) Es ist dies eine wahre Begebenheit; da die Nachkommen der in dieser Erzählung auftretenden Personen noch leben, so haben wir es für nöthig befunden, die Namen zu ändern.