Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1867)
- Date
- 1867-01-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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50 selben Jahre schrieb er eine Druck-Approbation zum: nar ’jipn, von Moses Braunschweig, wo er sich: „Moses ben Jesaia Menachem, genannt Moses Mendels Abigdors zeichnet. Später wurde er Rabbiner zu Wladimir, wo er bis 162t verweilte. Als aber Jesaia Levi Horwitz, Oberrabbiner von Prag 1621 sein Amt aufgab, so wurde unser Moses Mendels an dessen Stelle ernannt. In Prag verlor er seine Ehegattin Sara, Tochter des Moses Salkin aus Krakau, im Herbste 1622. In diesem Jahre schrieb er eine Approbation zu dem Werke ToldotJizchak, mit der Unterschrift: „Moses ben Jesaia Menachem, genannt Moses Mendels." Als man 1627 zählte, wurde er zum Schul- Oberhaupt nach Krakau berufen, wo er acht Jahre hindurch sein Amt mit Erfolg versah. Dort schrieb er seine Approbation zum p« nPbj, und das folgende Jahr, Unterzeichnete er als Oberrabbiner von Posen eine Druck-Approbation für das Gebetbuch: -lyt?. Fünf volle Jahre stand er dem Robbinat in Posen mit Würde vor, bis er dort 1641, das Zeitliche segnete. Moses ben Jesaia Menachem, genannt R. Moses Mendels, hat keine andre literarische Schriften hinterlasicn, als eine Selicha: bttna :rw6nn r.« npp nna D^Pya, aber die Hockachtung und Lobeserhebungen, deren er sich von Seiten seiner Zeitgenossen erfreute, beweisen, daß er ein ausgezeichneter Talmudist. und ein ausgezeichneter Gesetzlehrer war. So nennt ihn schon R. Benjamin Aron Salnik, im Jahre 1619, als er noch in Wladimir war: □«Dann ’as o’ja-in rrNsn Vn;n mr? (Rga. Nr. 19). David Teble, der 1635 unfern R. Moses Mendels in Krakau kannte, heißt ihn, in seinem: p'u nyar, 2, 3: 'ia: ernp ns vjyn Tonn. In der Vorrede zu: dh^ pj/tpo, schreibt der Verfasser in demselben Jahre 1635 auf ihn: mNsn. wiwn iw p*urr und in den Rga: N'a Nr. 76, wird er betitelt: vv-nsran pwn u. s. w. Auch über diese zwei Moses Mendels wurden viele Jrrthümer verbreitet, aber keiner hat sich einen so argen Fehler zu Schulden kommen lassen, wie Herr vr. Zuuz, der die beiden Männer zusammen knetete und einen Mann daraus machte. Siehe Literaturgesch. der Synagogalen Poesie, Seite 430. Um meine Behauptung noch mehr zu befestigen, erlaube ich mir noch folgende Bemerkungen: Joseph Hahn in seinem pow *pi» (§. 28, 476 und 867) nennt den Ersten: irpy oan einen Frankfurter; ebenso wird er in der Ueberichrrft seiner Approbation zum Werke mx rm. Hanau 1615: „aus Frankfurt" genannt. Der Zweite hingegen war aus Lodimir. Der Frankfurter Rabbiner nennt sich in all seinen Approbationen, „Sohn Menachems" während der Lodimirer sich immer, „Sohn Jesaia Menachem's," zeichnet. Auch fügte der Erste allenthalben in seiner Unterschrift seinen Familiennamen Bacharach bei, außer im Comentar zum Semag, wo „Bacharach" ausgefallen zu sein scheint, denn der dort mit ihm Unterzeichnete: Jehuda, Sohn des Alexander Cohn, war der College von Menachem Bacharach, die Beide im Frankfurter Gemeinde-Buch erwähnt werden. R. Salomon ben Meschullam, ein Tochtermann des R. Moses Mendels, des Polen, spricht in seinem my1-» riDbu? von seinem Schwiegervater und bemerkt, daß er Oberrabbiner in Prag und Posen war, aber nicht m Frankfurt a. M. Endlich ist der Eine in Posen der Andre in Franksurt begraben. Er ruht neben seinem berühmten Enkel, R. Naphtali Hirz Bacharach, dessen kurze Lebensgeschichte hier folgt. (Fortsetzung folgt.) \ W. ZJE ^Aufruf. Das zwölfte Jahr seines segensreichen Bestehens hat unser Waisenhaus zurückgelegt und die wohllöblichen Gemeinden Westphalens und Rheinlands haben durch ihre anzuerkennende und dankenswürdige Opferwilligkeit das Haus zu einer Stätte der Liebe und Barmherzigkeit gemacht. Viele Kinder, welche in der Anstalt sich befinden, sind ihrem traurigen Geschicke entrissen und werden unter Gottes Beistand einer bessern Zukunft zugeführt. Aber noch viele Verlassene stehen an den Pforten des Hauses und harren auf Errettung in dieser kalten Winterzeit. Die Cholera, welche in Westphalen sehr stark auftrat, raffte viele I U E 1\. arme Familien-Väter und Mütter fort, welche 25 Waisen in tiefster Armuth und Verlassenheit hinterließen. Die Gemeinden wandten sich an uns um Abhilfe so großen Jammers; allein da wir schon 29 Kinder durch unsere Anstalt ernähren und erziehen, so wissen wir keinen andern Weg zu nehmen, als den, unfern Nothruf in die wohllüblichen Gemeinden Westphalens und Rheinlands zu schicken, durch Abhaltung einer besonder« Collecte uns in den Stand zu versetzen, durch außergewöhnliche milde Beiträge an unser Haus die verlassenen Waisen in ihrem großen Unglücke zu schützen; denn so sehr auch die Gemeinden, welche das Leid getroffen, helfen mögen, für das leibliche und geistige Wohl dieser Armen thut baldige Abhilfe Roth. Wir bitten daher die wohllöblichen Gemeinde-Vorstände, im