Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1867)
- Date
- 1867-01-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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49 ober der Wächter gab es nicht zu. „(Srn königliches Gesetz," sagte er, „verbietet mir, irgend jemand in den Garten zu lassen." — „Aber ich komme im Namen des Königs!" rief der Käufer, „ich habe den inner» Garten von ihm gekauft!" — „ Mag sein," antwortete der Wächter; „ich halte mich an das Gesetz, und dieses verbietet Dir, selbst wenn Du den innern Garten gekauft hast, in den äußern zu treten." — Der Käufer ging und brachte zu seiner Beglaubigung den Siegelring des Königs. Doch der Wächter wollte auch diesen nicht gelten lassen. „Der König mag Dir," sagte er, „den Ring zu irgend einer Ausführung gegeben haben, die dem Gesetze gemäß ist; ich aber kann von dem Gesetze, das mir vorgeschrieben ist, nicht ablaffen." — Jetzt ging der Käufer und holte den König selbst herbei. — Als der Wächter den König kommen sah, lief er erschrocken davon. — „ Wie!" rief der Käufer ihm nach, „den ganzen Tag sprach ich Dir im Namen des Königs, brachte Dir sogar ein Zeichen vom König, und Du nahmst Alles nicht an, und jetzt entfliehst Du!" — „O," erwiederte der Wächter, „nicht vor Dir weiche ich, Du kannst das Gesetz nicht abändern, aber vor dem König!" — „ Seht," fuhr der Lehrer fort, „seht meine jungen Freunde! als Moses an das Meer kam und seine Hand gegen dasselbe ausstreckte 2) und ihm gebot das Naturgesetz zu verlassen und sich zu spalten, da stellte sich das Meer entgegen und wollte nicht weichen. „Ich komme im Namen des Herrn!" sagte Moses.— Das Meer blieb auf seiner Stelle. — Moses zeigte den Stab vor, auf welchem der Name des Herrn eingegraben war und welchen ihm der Herr zur Beglaubigung gegeben; aber auch dieses Zeichen ließ das Meer nicht gelten. „Hat doch," sagte das Meer, „der Herr selbst gesagt:3 4) „ „Der ich dem Meer den Sand zur Grenze setzte,"" wie darf mich Dein Stab bestimmen, von dem mir vorgeschriebenen Gesetz abzuweichen?" — Jetzt aber begann ein gewaltiger Ostwind zu wehen, und der Herr erschien selbst in seiner Macht und Herrlichkeit, — da floh das Meer. — „Wie!" sagte Moses, „den ganzen Tag sprach ich Dir im Namen des Herrn und zeigte Dir sogar den göttlichen Stab vor, und Du wolltest nichts annehmen, und jetzt fliehst Du! Was ist Dir, Meer, daß Du fliehst?" —4) „O," erwiederte das Meer, „nicht vor Dir, Mo- 2) 2. B. M. 14, 16—21. — 3) Jerem. 5, 22. — 4) Ps. 114, 5, 7, 8. - seS, weiche ich; nicht vor Dir, Sohn Amrams! sondern vor dem Herrn, vor welchem auch die Erde erbebt; vor dem Herrn, der allein den Fels wandeln kann in See und den harten Kiesel in eine Quelle." — D’O^q1? U21 N'Z ffialleric der Rabbiner. Erste Centurie. (Fortsetzung.) 9. w'puyn tnpan “paa ddjd Ya n&o Moses ben Menachem Bacharach, genannt R. Moses Mendels. Dieser gelehrte Rabbiner ist der Sohn des obengenannten Menachem ben Jsaac Bacharach vulgo R. Mendel. Er war in Frankfurt am Main geboren und bekleidete nach seines Vaters Tod seine Stelle bei der Gemeinde Frankfurts welche ihn ebenfalls mit ihrer Achtung und Freundschaft beehrte. Im Jahre 1604, nach R. Samuel ben Elieser, verwaltete er mit R. Jehuda, Sohn des Alexander Cohen das Rabbinat seiner Vaterstadt und gab eine Druck-Approbation zu Joseph Cremnitz, Commentar zum Semag Venedig, 1605. Es scheint, daß er auch die folgenden Jahre bis 1610 an der Spitze des Frankfurter Rabbinat's stand, wenigstens ist kein andrer Rabbiner als er und sein College Jehuda Cohen aus jener Zeit in Frankfurt bekannt. Unter R. Jefaia Levi Horwitz war er Mitglied der Rabbinerschule, wie man aus der Ueberschrift seiner Approbation zum Vv ystp, ersehen kann: noaDn ain nbyo naa, na’»’ ’ja »uoy ’jwio p*on io» 'pm ,-paa nrns V-tn p rwo Y->no pson tep-ijya 'ai n»o. Seine ^Unterschrift lautet: „Moses Sohn des R. Menachem Bacharach." Ebenso in seinen Approbationen zu den Werken ms* rua und notw b» 0’ zu Baba-Kama. Er starb am Anfänge des Jahres 1614, und hatte das Glück die Vertreibung der Juden aus Frankfurt in diesem Jahre nicht mehr zu erleben. 10. L^napv *npan cnao rryiß» V'a?wö MoseS ben Jesaia Menachem, genannt R. Moses Mendels aus Frankfurt, war Moses ben Jesaia Menachem, genannt R. MoseS Mendels, aus Lodimir Namensoerwandter und der Sohn des Verfasser's von : 'n naa cnno, die er nach dem Tode seines Vaters, 1604 herausgab. In dem-