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Der Israelit · 1867-01-16 · Heft 3 (16.1.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 3 (16.1.1867)
Date
1867-01-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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41 um den Jugend - Unterricht bestellt und wie leicht es ihnen möglich wäre, gute Elementarschulen zu errichten; doch das unterbleibt und gewöhnlich sind Episoden, wie wir deren eine zu erzählen haben, die natürlichsten Folgen solcher Nachlässigkeit, — wenn wir es doch einmal nicht „religiösen Jndifferentismus" nennen sollen. *) Kehren wir nun zu unserem Proselytenwerber zurück. In der Stadtschule bemerkte er einen wackern Judenknaben, der schon seit seinem 6. Jahre diese Schule besucht, und sogleich empfing er vom hl. Geiste eine besondere Vorliebe für diesen Jungen, den er gemächlich und in aller Stille dem Christenthume gewinnen könnte, ohne an ihn die enorme Summe zu wenden, mit der englische Seelenhändler eine Judenseete erkaufen. Als der Knabe vor ungefähr 4 Wochen sein zwölftes Lebensjahr zurückgelegt hatte, ließ der würdige Seelsorger die Mutter des Knaben zu sich bescheiden, stellte ihr das Dürftige ihre Lage vor, verhieß ihr eine glückliche Zukunft, indem er ihr den Willen ihres Kindes erklärte, sich taufen zu lassen. Das wollte nun die arme Frau trotz ihrer Armuth doch nicht; sie nahm ihren Sohn, der sich wirklich, Dank den Bemühungen des Herrn Pastors, sehr bereitwillig zum Religionswechsel zeigte, mit sich und trug Sorge, daß von dem Vorfälle ^err Dr. Wolf in Kopenhagen Kenntniß erhielt. Kaum erfuhr Dr. Wolf von dem, was geschehen, als er auh schon eine Summe Geldes der armen Frau übermittelte, um ihr mit ihrem Sohne die Reise nach Kopenhagen zu ermöglichen, woselbst nun der Knabe unter den Auspicien des Herrn Dr. Wolf die ihm künstlich inficirten Neigungen bald vergessen haben wird. — rcsj p’yan 'di nnx. — Eine zweite, aber betrübende Nachricht aus Kopenhagen haben wir unfern Lesern mitzutheilen. Der denselben wohlbekannte Herr W. P. Heymann verließ, nachdem er mit seinem enormen Nachlasse die Israel. Gemeinde Kopenhagens und ihre Wohlthätigkeitsinstitute noch reichlich bedacht, vor ungefähr sechs Wochen das Zeitliche, um im besseren Leben den Lohn seiner Thaten zu ernten. Nicht allein die Gemeinde, in deren Mitte er gelebt und gewirkt, verliert an ihm eines ihrer bedeutendsten und hervorragendsten Mitglieder — auch alle religiösen Unternehmungen nah und fern verlieren an ihm einen ihrer wohlwollendsten Mäcene. Wir können wohl mit Recht sagen, daß niemals ein Bittgesuch um Förderung irgend eines religiösen Unternehmens — und deren erhielt er nicht wenige — an ihn gelangte, dem er nicht reichlich, ja zuweilen mit fürstlicher Munifizenz entsprochen *) Wir können hier nicht umhin, unserer Lübecker Gemeinde unsere vollste Anerkennung dafür auszusprechen, daß sie mit schweren Opfern eine Elementarschule erhält. Corr. hätte und erinnern wir nur an die Gemeinde Schweppenhausen bei Creuznach, der er bei Gelegenheit ihrer Synagogenweihe eine prachtvolle min schenkte — rD"y3n. *) — Am 12. December v. I. weihte die Gemeinde zu Krakow in Mecklenburg-Schwerin ihr neuerbautes Gotteshaus ein. Bisher war die Gemeinde noch nicht im Besitze einer Synagoge gewesen, sondern mußte sich mit einem gemietheten Betlocale behelfen. — Dem Präses des Armencollegiums der deutsch Israel. Gemeinde zu Hamburg wurde am 2¥. December zur Feier seiner 25jährigen Thätigkeit bei der Armenanstalt von seinen College» eine Adresse nebst einem silbernen Schreibzeuge überreicht. — Nach „Andrees Globus" sind unter den 1300 Millionen Menschen auf der Erde 800 Millionen Heiden, 337 Millionen Christen, 156 Millionen Muhamedaner und 7 Millionen Juden. — M»t der Bekehrung (!) der Israeliten beschäftigen sich 33 Missionsgesellschaften, die 200 Missionäre halten!! — Bon der Rührigkeit der israel. Journalistik in Lemberg kann man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß daselbst zur Zeit acht politische Journale in jüdischer Mundart, mit hebräischen Lettern gedruckt, je zweimal wöchentlich erscheinen, nämlich: Zeitung, Jüoische Zeitung, Hamewasser (der, wie in voriger Nummer d. Bl. gemeldet, zu erscheinen aufyört), Hannescher. Halichoth Olam, Nesivoth Olam, Zeitungs-Nachrichten und Neueste Nachrichten. 'V? ODQ Bf'N. (Diese Notiz über die jüdischen Zeitungen in Lemberg ist wesentlich unrichtig; es gibt daselbst nur zwei jüdische Zeitungen in jüdischer Mundart, nämlich: 1) Zeitungsnachrichten und Neueste Nachrichten; 2) Zeitung und jüdische Zeitung; jede der genannten Zeitungen hat nämlich doppelte Titel, mit denen sie abwechseln. Die dritte Zeitung: Hamewasser, mit dem literarischen Beiblatte Hannescher, erscheint in hebräischer Sprache; ebenso Halichoth Olam mit dem Beiblatte Nethiboth Olam. Außer diesen vier Zeitschriften erscheint noch „Hajehudi Hanizchi", und in Brovi (ebenfalls Galizien) „Jbri Anochi". — Die Herausgabe von „Hamewasser" wird Herr David Cohn, der junge, talentvolle Sohn des bisherigen Redacteurs, des Herrn Joseph Cohn, übernehmen. — Red.) Österreichischer Kaiserstaat. Aus Jägerrrdorf, den 1. Januar wird der „Sil." geschrieben: Da leider der hier allgemein beliebte Arzt, Herr Dr. Kindl, vor einigen Monaten *) Anm. der Red.: Unsere Leser haben bereits durch die Bekanntmachung in Nr. 1 d. I. von der großartigen Stiftung des Dahingeschledenen zu Gunsten auswärtiger kleiner Gemeinden erfahren. — Der Verewigte war ein persönlicher Freund des Herausgebers d. Bl., den er wiederholt mit seinem Besuche beehrt hat. — nmin pny -dt.

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