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Der Israelit · 1867-01-16 · Heft 3 (16.1.1867) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 3 (16.1.1867)
Date
1867-01-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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40 patriotische Geschenke seinen Dank wegen dieser Bethätigung einer edlen Vaterlandsliebe aus und bemerkte dabei, daß Seine Majestät der König dieselbe auf die huldvollste Weise anerkannt habe. Es würde die uns gesteckte Grenze weit überschreiten, wollten wir nur den hundertsten Theil der sowohl dem persönlichen Verdienste des Hoff, als auch der außerordentlichen Vortrefflichkeit seiner Heil- Fabrikate gewidmeten Anerkennungsschreiben hier wiedergeben. Die beiden eben angeführten mögen genügen. Um schließlich auch der Fabrikate des Herrn Hof-Liferanten Hoff mit einigen Worten zu gedenken, so sei bemerkt, daß die Malz-Gesundheits-Chocolade bereits ihren bedeutenden Absatz nach Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Holland und England gefunden, daß das Malzextract-Gesundheitsbier in allen großen und kleinen Lazarethen des preußischen wie auch der übrigen europäischen Staaten auf ärztliche Verordnung angewandt wird, ja daß die durch Herrn Commissions-Rath Hoff eingeführten Fabrikate bereits einen Weltruf erlangt haben. Möge noch eine lange Leihe von Jahren Herrn Hoff beschieden sein, damit er fortdauernd wirke zum Segen der Leidenden, zum Heile der Bedrängten und zum Wohle seines und unseres geliebten Vaterlandes!" □ München, 18. Deeember. Seine Majestät der König haben Sich allergnädigst bewogen gefunden, unterm 14. December die am Bezirksgerichte Aschaffenburg erledigte Advocatenstelle dem Accessisten des Bezirksgerichts München Dr. Jacob Gotthelf (dem rühmlichst bekannten Juristen), seinem Ansuchen um eine solche Stelle entsprechend, zu verleihen. □ Regerrsbrrrg, im Januar. Ein neuer Beweis, wie dringend notywendig die Würzburger „IsraelitischeLehrerbildungs-Anstalt" geworden, dürfte der israel. Religions Unterricht in hiesiger Stadt sein. Beinahe der größere Theil der israel. Jugend Regensburgs besucht sogenannte „Institute". Abgesehen von den specifisch katholischen Büchern, welche da eingeführt sind, wie: Lesebuch, sogen, kleine Bibel, Schulpreise aus der „UUrlivtlioHus de la jeunesse chr^tienne“ u. s. w. ist es vorgckommen, daß selbst das Neue Testament zur Lectüre gebraucht wurde und von den betreffenden jüdischen Eltern auch angeschafft worden ist! — □ Breslau, im Januar. Unter den großen Städten Deutschlands ist Breslau von der Cholera- Epidemie dieses Jahres am stärksten heimgesucht worden. Bis zum 20. November betrug — bei einer Bevölkerung von 165,000 Seelen — die Gesammtzah! der an der Cholera Erkrankten: 6310, die der Gestorbenen 4445, und der Genesenen 1660. Man hat nun aufgestellt, daß die Ursache der Seuche nicht so fest (wie Pettenkoferu. A. annehmen) im Grundwasser und Pflanzengift, sondern in den Fleischnahrungsmitteln zu suchen sei: als vielmehr im Blute der Schlachtthiere, das den Krankheitsstoff enthalte und übertrage. Nicht umsonst, bemerkt die „Augsb. Allg. Z.", trete die Cholera gleichzeitig mit der Rinderpest (Viehseuche) auf, und es sei nachweisbar, daß der Genuß koscheren Fleisches eine bedeutend geringere Empfänglichkeit für die Epidemie zur Folge habe. Lübeck, im Tebeth. (Privatmitth.) Sie haben in Nr. 50 des „Israelit" eine Rede des Herrn Domcap itular Dr. Moufang zu Münz mitgetheilt, um Ihr Schärflein dazu beizutrazen, daß man in allen Staaten, vorzugsweise aber im preußischen, doch endlich den isr. Geistlichen die Aufsicht über jüdische Schulen wiedergeben möge. In derselben Absicht theilen wir heute ein Factum mit, das uns aus Kopenhagen berichtet wird, und das von der Schädlichkeit des Dreinmischens Geistlicher anderer Confessronen in jüdische Angelegenheiten, zumal in so delicate wie die Erziehung der zarten Jugend, zur Genüge überzeugt. Der lutherische Pastor zu Fredericia ist ein zelotischer Seelsorger, dem die Seligkeit und das geistige Wohl aller Nichtlutheraner sehr an's Herz gewachsen ist. Derselbe ist nun gleichzeitig Ephorus der dortigen Stadtschule, die auch leider von Israeliten frequentirt wird. Bei Berührung dieses Punktes können wir die Leichtfertigkeit nicht genug tadeln, mit der man dar Thema der israel. Elementarschulen ick so vielen Gemeinden behandelt. Wir wollen absehen von den localen Gründen, die es anscheinend an manchen Orten unmöglich machen, eine Elementarschule in's Leben zu rufen (wie z. B. in der sonst so opferfähigen und großen Gemeinde Kopenhagens) — obzwar in den meisten Fällen nuch diese localen Schwierigkeiten, natürlich mit einiger Anstrengung, zu überwinden wären — wir wollen nicht sprechen von den vielen Landgemeinden, die gerade jetzt mehr als jemals eine Reduzirung ihrer Mitgliederzahl zu befürchten haben, — wir sprechen nur von solchen Gemeinden, von denen wir genau wiffen, daß es alle Umstände ihnen ermöglichen, eine Elementarschule zu errichten, wo die Jugend nicht nöthrg hätte, den christlichen Religionsunterricht, ebensowenig wie den in vielen <5$ulen so specifisch confefsionell ertheilten Unterricht in den Realien mit anzuhören. Man sollte doch wirklich glauben, die Menge wäre vom Nutzen einer Elementarschule hinlänglich überzeugt, als daß es noch vielen „Jn's-Herz-Redens" bedürfe, und doch sehen und lesen wir von Synagogen- Bauten und Weihepredigten und selbst aus solchen Gemeinden, wo wir nur zu genau wiffen, wie schlecht es

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