Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1867)
- Date
- 1867-01-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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39 <an p otid) durch eine rvohlthätige Handlung zu feiern, widme ich die anliegenden 25 Thlr. für die durch den „Israelit" zuerst angeregte Colonisation Palästinas durch Juden. Gott segne und stärke Sie in Ihrem Wirken für das Heil der Juden und das Wohlergehen Palästina's, n"apn *^cn dbo dswju 3^3 cmrpn hy uro onw. Dann wird der bei vielen Glaubensgenoffen erloschene Funke für Judenthum und jüd. Vcrernsleben besonders auch für Palästina, das Land unserer Väter, wieder zur wärmenden und leuchtenden Flamme angesacht werden. Mit ausgezeichneter Hochachtung Johann Hoff, König!. Commissionsrath. So schreibt ein hervorragender Glaubensgenosse, der zugleich zu den ausgezeichnetsten Patrioten der Preußischen Monarchie gehört; der beste Beweis, daß Patriotismus für das Land, besten Bürger wir sind, und jüdisches Nalionalgefühl sich nicht einander ausschließen. Zum Beweis dafür geben wir den folgenden Artikel aus der Berliner Zeitung, „Neues allgemeines Volksblatt," hier wieder; die genannte Zeitschrift berichtet in ihrer Nummer vom 21. December vorigen Jahres: „Lasten wir gegen das Ende eines bedeutungsschweren Jahres die Ereignisse desselben, die Personen, welche in ihm in erster oder zweiter Linie eine Rolle spielten, noch einmal an unserem geistigen Auge vorüberzichen, so begegnen wir unter den letzteren Männern, deren Schlachten-Ruhm hell glänzend erstrahlt an dem Firmamente des preußischen Himmels I uns stoßen aber auch Personen auf, welche gleich jenen Bedeutendes und Bleibendes für preußische Krieger-, für preußische Hospitäler und somit für das preußische Vaterland wirkten und schafften. Zu diesen gehört neben Anderen Herr Johann Hoff, ein schlichter Bürgersmann, aber voll heißer Liebe für sein Vaterland, ein helfender Freund der bedrängten, ein treu sorgender Vater aller derer, die, wie einst er, im eifrigen Streben auf den Gebieten der Industrie, der Kunst oder Wiffenschaft dereinst Bedeutendes zu erringen sich bemühen. Fragen wir, was ist cs denn so Besonderes, das der Commissions-Rath Herr Hoff vollbracht? Schlug er Schlachten mit? Organisirte er neue Landest!,eile? Stand er an der Spitze von Verwundeten-Comites? Nichts von Allem. Was er aber that? Er labte in brennender Sonnenhitze die ermattenden Krieger; er erquiüte und kräftigte in den Lazarethen und Spitälern die kranken Verwundeten und führte sie durch seine Fabrikate zu baldiger Genesung; er brachte auf dem Altäre des Vaterlandes fürstliche Opfer dar, als sein Geschick noch im Schooße des Schlachtenlenkers verborgen lag. Das sind keine glanzvollen, aber desto nachhaltender wirkende Thaten. Es ist natürlich, daß dergleichen Dinge nicht im Verborgenen bleiben konnten; waren es doch Tausende, die von ihnen berührt wurden, die sich ihrer gesegneten Wirkungen erfreuten. Sei es uns gestattet, im kurzen Rückblicke die einzelnen Momente des sich bethätigenden Patriotismus des Herrn Hoff vorführen zu dürfen. Beim Beginne des Krieges und während defselben war cs Herr Hoff, der die Landwehrmänner beim Ein und Auspassiren Berlins mit gutem Bier bewirthete; war er es, welcher dem Vaterlande eine Kiste mit circa 60 Pfund Silberzeug zur Verfügung stellte und beim Beginn des Krieges bereitwilligst 10,000 Thlr. zu einer Anleihe offerirte, über 500 Thaler an Nothleidende auf dem Bahnhofe vertheilte, dem Berliner Hilfsvereine 1(00 Ellen Leinwand (800 Ellen zu Handtüchern und 200 Ellen zu Bettlaken) übersandte. Viele tausend Flaschen Malzextrakt-Bier ließ er gratis an die verschiedenen Lazarethe abgehen, außerdem daß noch sämmtliche Lazarethe die bestellten Viere zum halben Preise erhielten. Für 5 motytfyätiße Stiftungen wirkte Herr Hoff in eindringlichster Weise, insofern er namentlich der einen 2000 Thaler zuwendete. Im März 1865, am Geburtstage Sr. Majestät des Königs, beschenkte er, wie schon seit langen Jahren, die Invaliden mit bedeutenden Quantitäten seines Biers und mit 100 Thlr. baaren Geldes; in gleicher Weise bedachte er bei der Grundsteinlegung zu dem Denkmal für die Sieger von Düppel und Alfen die Berliner Düppelstürmer mit ansehnlichen Geldgeschenken. Dies sind nur einige von den vielen öffentlichen Kundgebungen des Wohlthätigkeitssinnes des Commissions-Raths Hoff, ohne der im Verborgenen an Unglücklichen und Bedrängten ausgeübten Wohlthaten zu gedenken. Es konnte nicht ausbleiben, daß Herrn Hofs für solche Wirksamkeit von höchster und hoher Seite ehrende Anerkennung zu Theil wurde. So übersendete Se. königl. Hoheit der Fürst Carl Anlon von Hohenzollern - Sigmaringen mit nachstehendem Schreiben Herrn Hoff die goldene hohenzollernsche Verdienst- Medaille : „Ich bitte Sie, die beifolgende Medaille mit der Umschrift: Bene merenti von mir annehmen zu wollen. Auf Niemand mehr als auf Euer Wohlgeboren paßt diese Umschrift, da Sie es sich zur Aufgabe gestellt haben, Freude um sich zu verbreiten und den Leiden der Noth und den Armuth auf recht christliche*) Weise zu dienen." So sprach Se. Excellenz der Herr Finanzminister Freiherr v. d. Heydt dem Herrn Hoff für dessen *) Sollte richtiger heißen: „in echt jüdischer Weise".