Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1867)
- Date
- 1867-01-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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38 Wir sind daher wohl berechtigt, hier etwas Tieferes als die bloße Erzählung eines Vorganges zu vermuthen. Vielleicht gibt uns dieser Midrasch in Verbindung mit andern Midraschuno Talmudstellen Aufschluß über die höchste (absolute) Wahrheit und über die relative (von den Verhältnissen abhängige) Wahrheit, die wir hier auf Erden erkennen und pflegen. Wie uns der Midrasch erzählt, daß die Engel sich der Schöpfung des Menschen widersetzten, so erzählt uns der Talmud (Sabbat 88 a.), daß sie die Ueberlreferung der Thora an Moicheh nicht duloen wollten. Die betreffende Erzählung lautet: ' „Rabbi Josua, der Sohn Lewi's, sagte: Als Moscheh zur Höhe emporstiegda sprachen die Engel vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt, was soll der Weibgeborene unter uns?" — Und Gott sprach: „Die Thora zu empfangen, ist er gekommen". — Und die Engel entgegneten: „Dßn köstliches Kleinod willst Du Menschen geben, Menschen von Fleisch und Blut? Was ist der Mensch, daß Du sein geoenkst? der Erdensohn, daß Du Dich seiner annimmst? Laß Deine Majestät irn Himmel walten!" — Da sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu Moscheh: „Gib du ihnen Antwort!" Und Moscheh sprach: „Herr oer Welt, ich fürchte mich, daß sie mich verbrennen mit dem Hauche ihres Mundes". — Und Gott sprach: „Erfasse den Thron meiner Herrlichkeit und gib ihnen Antwort!" denn so heißt es ja (Jjob 23): Er ließ ihn ersoffen den Thron und breitete üb-r ihn aus Seine Wolke. — Und Moscheh sprach: „Herr der Welt, die Thora, die Du mir gibst, in ihr Hecht es: Ich bin oer Ewige, dein Gott, der Ich dich herausgeftthrt habe aus dem Lande Mizrajim;" und er sprach zu den Engeln: „Seid ihr etwa nach Mizrajim gezogen, habt ihr dem Pharao gedient, was soll euch die Thora? — Und ferner heißt es: Es sollen dir nicht sein andere Götter — wohnt ihr unter heidnischen Völkern? — Ferner heißt es: Seid eingedenk des Sabbats, ihn zu heiligen! — Arbeitet ihr denn, daß ihr der Ruhe bedürftet? — Ferner heißt es: Du sollst den Namen des Ewigen, deines Gottes, nicht aussprechen zum Falschen — treibt ihr etwa Geschäfte, die euch veranlaßen, eure Behauptungen eidlich zu erhärten? — Ferner heißt es: Ehre deinen Vater und deine Mutter — hat etwa ein Vater euch gezeugt, eine Mutter euch geboren? — Ferner heißt es: Du sollst nicht morden, nicht ehebrechen, nicht stehlen! — herrscht etwa Neid unter euch, seid ihr den Leidenschaften unterworfen, daß ihr solcher Vorschriften bedürftet? Was soll euch die Thora?" — Und alsogleich stimmten die Engel dem Heiligen, gelobt sei Er, zu und widersetzten sich nicht mehr der Uebergabe der Thora; sie riesen vielmehr: Es möge herrlich walten Dein Name auf Erden! — Auch diese Erzählung ist ihrem einfachen Wortsinne nach schwer zu begreifen; warum sind die Engel eifersüchtig auf die Menschen, daß ste ihnen Gottes Kleinod nicht gönnen? Ferner, kennen die Engel die Thora so wenig, daß erst Moscheh ihnen oarlegen muß, daß der Inhalt der Thora nur den Menschen, speciell den Israeliten angemessen ist und für die Engel nicht paßt? Allein, wir haben schon in dem ersten Theile dieser Abhandlung auseinandergesetzt, daß die Thora und die Wahrheit identisch sind, und demnach wird uns aus dem Widerstreben der Engel gegen die Schöpfung des Menschen auch das Widerstreben gegen die Ueberlieferung der Thora erklärlich weroen. Ehe wir jevoch zu der Lösung der angeregten Schwierigkeiten schreiten, wollen wir noch eine andere, sehr schwer verständliche Talmudstelle in Erwägung ziehen. Es heißt nämlich im Talmud, Tractat Sabbat 10 a.: sinsn i'bp rpys in’oxb nox p p» pn bst .n’»xns n»j/es r\”2”pnn"b «jni» rwy: P'xs „Jeder Richter, der wahrhaftes Recht in Wahryeit richtet, wird gleichsam ein Genoffe Gottes beim ^chöpsungswecke." Schon Toßaphot zur Stelle verwundern sich ob der doppelten Ausdrucksweise in'vx> nox p, wahrhaftes Recht in Wahrheit, und bemerken: Im Gegensätze zam nsno p, zum trügerischen Recht; allein dieser Gegensatz hätte ourch das einfache nox p, „ wahrhaftes Recht" (siehe Beth Joseph zu Choschen Mischpot C. 1) ausgedrückt werden können. Das hat denn auch wohl Toßaphot in Baba Batra 8b. veranlaßt, einen doppelten Gegensatz anzunehmen und sich folgendermaßen aus zusp rechen: „Wahrhaftes Recht" — im Gegensätze zum trügerischen Urtheil, das zwar auf der Anssage von Zeugen basirt, aber der Richter weiß, oaß ote Zeugen lügen; „in Wahrheit" — daß der R'chter das Recht nicht beuge. — Allein auch diese Erklärung genügt nicht, denn auch diese beiden Gegensätze würoe schon das einmalige nax aus schließen, und dann, warum soll solch ein Richter, der die allerersten Grundsätze oes Rechtsprechens nicht Übertritt, gleichsam ein Genoffe Gottes bei der Weltenschöpfung sein? (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 8. Januar. Wir erhalten soeben folgendes Schreiben: nx nbyx xb ok - - 'a'll' ns»n v'd»N' ps»x dk odtd nj» ron »in »so ,'nn2» »so by Q'b»o'» Berlin, 7. Januar 1867. Um die mit Gottes Hilfe am xs 's ns» stattfindende msD ns meines ältesten Sohnes Martin