Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1867)
- Date
- 1867-01-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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34 höchst mühevollen und fleißigen Arbeit des Herrn Verfassers irgendwie zu unterschätzen, stimme ich vielmehr mit vollster Ueberzeugung in das ihm gespendete Lob ein. Im Interesse der jüdischen Wissenschaft jedoch, wie auch in der Absicht, etwa spätere Ausgaben vor nicht unbedeutenden Fehlern zu bewahren, fühle ich mich bewogen, aus mehrere Stellen hinzuweisen, bei welchen die Quellen nicht genügend berücksichtigt wurden und die alten Fehler in Raschi's Commentar stehen geblieben sind. 1) Mein erster Blick wandte sich auf die Erklärung Raschi's zu 5 M. 12, 15. “tn^n Dia ptpDKi iarn ’"y 1^38* a^ii im. Verschüdene frühere Ausgaben (so die von L. H. Löwenstein, Rödelheim 1847, besorgte) glaubten dem Unkundigen behilflich sein zu müssen und vokalisiren das Wort abii. Auch Herr Berliner batte die Vorsicht, um jedem Zweifel vorzubeugen, a->n zu vokalisiren; er bezeichnet sodann ganz richtig R's Quellen: 'a"iD nmaa ,’i2D. Wir bedauern die Behauptung aussprechen zu müssen, Herr Berliner hat die Originalstellen entweder nicht gelesen oder nicht genügend bei sich erwogen; wie konnte er sonst auf den Gedanken kommen, daß hier a^ii gelesen werden müsse? Sisre sagt ja: aViiöi itpa ,im *6i rt>a«i natn -ppSv 'n naiaa y'n ii'ai n*6 d'tdn i'i' dia'. Punktirt man hier a^?i, so wäre aus dem Nachsatze logisch zu folgern, daß das a^>i von geschlachteten ’^idd panpioi gegessen werden dürfte. i'aii^>0 on! Herr B. unterließ aber auch die von ihm citirte Stelle in nmaa gründlich nachzulesen. Die Mischna i"» oar, welche oft in dnw repitirt wird, sagt: piap Dio Dipttf D'tfipi ba ....;oio nx janpi mp tid p^n pp.... 112:1 janpii? hon ptni pP. Hier kann wiederum nicht von ai>i die Rede sein, da a^i, wie bereits bemerkt, bei allen panpioi selbst bei solchen, itnpi1? pio Dip, auch nach deren Auslosung ebenso bei iia-Strafe verboten ist, wie das Blut — was sich übrigens ganz überzeugend aus der Debatte 'x i"d dict ergibt. Es muß also hier von die Rede sein; nur die Milch ist es, welche von solchen panpoi Pids, die vor ihrer Heiligung fehlerhaft waren, nach der Auslösung derselben genossen werden darf, während sie von solchen Thieren, die erst nach der Heiligung zum Opfer fehlerhaft geworden, auch nach der Auslösung derselben verboten bleibt. — Aus die allegirte Mischna bezieht sich nun die von Hrn. B. citirte Stelle i"d nnaa, wo es heißt °pate> k!?i n>axi an *6i ibq im xdi iain. Eben dasselbe sagt auch Sisre im xbi n^axi nnan aVn *6i iwa. (Warum Sifre nicht auch hinzufügt ia^>ad uh) Paxi wurde mir von meinem Vater i"*i3 . sehr einfach damit erklärt, daß nach x i"s purnv: ]yo» P '12D dhd, welcher nach x"' '3l7 i^yoi :"s der Ansicht ist D'a^>a^> p'axi'p O'tcnp pi2). Bedarf es noch eines apodiktischen Beweises, daß von allen diesen berührten Stellen an zu lesen ist, so verweisen wir auf Raschi 'x t"ü nmaa 4te Zeile von oben und auf a"y;i nmaa, wo es heißt: Milch kann nicht als 'ii p iax verboten sein, da die inn sägt: xP iarn nar pin xi an xdi ibq im. 2) Einen weiteren Blick warf ich auf eine Stelle, in der ich schon seit geraumer Zeit — Dank der Belehrung meines Vaters n'*j — eine Corruptcl erkannt und die Verbesserung derselben mir notirt hatte. 4. M. 7, 1. heißt es in Raschi's Commentar: JD'J ann arsni i:'L'xi in ni 'V'bvn ,1121 1211m '3bq ,i'i in: Es ist zu verwundern, daß Hr. B., der mit sehr großer Sorgfalt gearbeitet und nach eignem Geständnis viele Jahre mit Raschi - Studien sich befaßt hat, übersehen konnte, daß das Wort ’yas73i ein grober Fehler ist, indem ja, wie Raschi weiter unten V. 12 und am Anfang von 3 M. 9 ausdrücklich bemerkt, der Neumondstag des Nissan damals auf den ersten Wochentag siel und folglich der 7. Nissan als rot? anp zu D'H.i n,: nicht ausersehen sein konnte. (Die P t"s dij/:u erwähnten mnPn sind in keinem Falle inn na»). Wohl wissen wir, daß nach d"x *i am Anfang von ':oi7 ‘b Rabbi Akiba andrer Ansicht als die Boreitha iiD Ddiy ist und nach ihm der damalige 7. Nissan nicht auf einen Sabbat fiel; aber Raschi, welcher an allen die Einweihung der Stiftshütte betreffenden Stellen die Boreitha DPiy iio adoptirt, wonach im zweiten Jahre nach dem Auszug aus Mizraim der 7 Nissan nur auf Sabbat fallen konnte, kann unmöglich iib>: geschrieben haben. — Hätte Hr. B. die von ihm selbst angegebene Quelle: Sifre, genauer durchforscht, so würde er entdeckt haben, daß unsere corrupte Sifre- Ausgabe (mir liegt die in Sulzbach 5562 gedruckte vor; ich weiß nicht, ob die neue Wiener Ausgabe an bieser Stelle eine Verbesserung hat) von einem 'pawai iP: keine Sylbe erwähnt, sondern einfach sagt w'bwi ip: i’JS7 nNii mm uoo in. Aber Jalkut z. St. citirt den Sifre in folgender Weise: Dpin arm i7Xia 1300 111 '»’^Bra 112 121C7J '3BG pt701 dPi 1p:. Wer nun Raschi's Worte mit diesen vergleicht, kann nicht im Entferntesten bezweifeln, daß auch in Raschi ursprünglich iid: ’j/’aiai stand. Der Unaufmerksamkeit eines Setzers, der statt eines i ein W nahm, ist vermuthlich der Ursprung dieses Fehlers zuzuschreiben, der nahe daran ist, sich zu verewigen. Uebrigcns sind diese 2 Buchstaben in der alten portugiesischen Currentschrift sich ziemlich ähnlich, so daß