Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1867)
- Date
- 1867-01-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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28 Folge seines schlechten Betragens und einer aus He-ron aus Mangel an Unterstützung. Der Jnspector des Instituts ist der ehrenwerthe Herr Hausdorfs. 1500 Francs sind von Hrn. Franchetti wiederum neuerdings bestimmt worden, um der Anstalt eine größere Entwickelung zu verschaffen. Der würdige Baron macht sich durch seltene Wohlthatigkeit sehr um das Judenthum Palästinas verdient. Algerien. &r<Ut. Die jüdische Gemeinde zu Oran hat unlängst durch den Tod zwei gute und ehrwürdige Mitglieder verloren. Es sind dies die Chachamim Rabbi Chaim Kesbi und Rabbi Saoud Darmon. Der Erstere versah seit 50 Jahren die Funktionen eines Dajon, der Zweite, obschon krank und seit vielen Jahren in Folge der vielen schlaflosen Nächte, die er über dem Studium der Thora verbracht hatte, mit Blindheit behaftet, hat bis zu seinem letzten Augenblicke ununterbrochen das Wort Gottes gelehrt und viele Schüler ausgestellt. Die ganze Gemeinde ist in Trauer wegen dieses großen Verlustes. Der Oberrabbiner Charleville hat in den Trauerreden am Grabe dieser würdigen Repräsentanten des Judenthums ihre großen Verdienste erwähnt und in beredten Ausdrücken der Gemeinde den herben Verlust dieser frommen Gesetzeslehrer ans Herz gelegt. (U. I.) Feuilleton. Die Mutter Meyerdeer's. „Das Gold ist nur Chimäre!" Es scheint mir merkwürdig — so erzählt Karl v. Holtet in seinem Buche „Charpie" — daß eine der bekanntesten und vielgesungensten Melodien Meyerdeer's auf diese Behauptung geht. — Soll das Wort hier ein leeres Hirngespinnst, ein Erzeugniß der Einbildung, ein Nichts bedeuten, — dann, dünkt mich, Maestro Giacomo sei der Letzte gewesen, der Grund wie Neigung gehabt hätte, seinen eigenen Gesang anzustimmen. Denn unser lieber Meister hatte viel Gold und Goldeswerth. Ich sah ihn spenden, geben, helfen voll Bereitwilligkeit und bittend, sein Name möge dabei nicht genannt werden. Das liegt in der Familie. Man rst nicht für Nichts und wider Nichts der älteste Sohn von Herz Beer und Amalie Beer. Das Beer'sche Haus im Berliner Thiergarten (ganz in der Nähe des jetzigen Kroll''chen Lokals), welche Welt von Erinnerungen erhebt sich bei dem Gedanken an dieses Haus (das jetzt, wie wir hören, leider ein Bier- oder Kaffeehaus geworden ist)! Da ging ein und aus, was bei Hofe strahlte, was im Staate waltete, was vom Lehrstuhle unterrichtete, war in Leben, Wessen und Künsten glänzte; Reich, Arm, Vornehm und Gering, Einheimische wie Fremde. Guter Herz Beer! Redliches, wohlwollt nd es, oft getäuschtes Herz! Ganz plötzlich ist er abberufen worden und dahingeganqen, ohne den Glanz zu erleben, den nicht blos der R ichthum auf die stets von hohen Interessen geweihte Stätte seiws Harstes warf! Seiner Gattin, der nunmehrigen Wittwe Amalie Beer war es Vorbehalten, die Früchte einer schönen Aussaat reffen zu sehen. Uno diele Frau, die Mutter des strebsamen Astronomen Wilhelm, den Mädler, Karl Ritter, Alexander Humboldt und dergleichen Männer ihren Freund nannten, des jung v rstorbenen Michael, dessen poetischer Nachlaß eines edlen Menschen Grabmal schmückt, des tonreichen Giacomo (Meyerbeer heißt er von einem Verwandten, der ihn als Erben eiwetzte) verdient schon um ihrer Söhne willen, daß man von ihr spreche. Wie Mutter Amalie ihre Söhne liebte, das geht über alle Beschreibung. Sie labte sich an ihrem Lobe sie lebte in ihren Bestrebungen, sie verjüngte sich mit ihren Erfolgen. Eine wissenschaftliche Broschüre von Wilhelm, ein Schauspiel von Michael, eine Oper von Giacomo — darüber ging ihr n chts! Meyerdeer's erste Werke drangen nur in einigen Städten Italiens entschieden durch; und wenn auch bei der ersten Aufführung seiner Opern in der Scala die beifallrasenden Mailänder nach ihrer Loge hinaufjubelnd jauchzten, wenn auch diele sammt „Margarethe von Anjou" in Paris Beifall fanden, so war dies doch immer noch nicht der eigentliche, ersehnte, kolossal-europäische Succcß, dessen Echo später auch aus der neuen Welt zurückschallte. In Berlin, im rigoristisch - musikalischen, lange selbst gegen Rosfini's Zauber verschlossen gebl ebenen Berlin, in des Maestro'S Glnckischer und Mozartischer Vaterstadt, wollte man nichts von ihm wissen. Mama Beer aber war viel zu sehr Berlinerin, um sich mit solchen Ovationen zufrieden zu stellen, die ihr die welschen Verehrer des Komponisten widmeten. Sie wollte den Sohn dort anerkannt hören, wo seine, wo ihre Heimath war. Meyerbeer aber mit seinem scharfen Verstände sah wohl ein, daß er in Berlin erst dann entschieden durchdringen könne, wenn er in Paris triumphirt habe. Und da ging es denn auf das tausend und aber tausend Mal seitdem gesungene Prachtstück „Robert der Teufel" los. Ich habe immer sehr beklagt, daß der Text zu dieser von reichen Melodien strotzenden Oper so unklar und verworren ist. Die Schuld dabei tnfft wie ich glaube, nicht den eminenten Scribe, sondern den Umstand, daß »Robert le Diable,“ •unfpiltii0li$ für die komische Oper bestimmt, eine ganz andere Anlage hatte, und späterhin erst auf des Komponisten